Kristian Elias Stein (geb. 24. März 1901 in Bergen; gest. 16. Juli 1943 im KZ Fuhlsbüttel) war ein norwegischer Widerstandskämpfer während der deutschen Besatzung Norwegens und Leiter der nach ihm benannten Stein-Organisation.
Leben und Widerstand mini|Historisches Postkontor in Bergen Kristian Stein war Postzusteller im Postkontor von Bergen. Während des Kampfes gegen die deutsche Invasion Norwegens fungierte er als Kurier zwischen den Truppen in Voss und der Administration in Bergen. Nachdem Norwegen am 10. Juni 1940 vollständig kapitulierte, rief die Familie Stein in Bergen Freunde zusammen, um eine Widerstandsgruppe zu organisieren. Das Haus der Familie in der Bohrs gate 6 und später das Postkontor wurden zu zentralen Anlaufstellen für den Widerstand. Kristian Stein nahm eine Arbeit auf der Postschifflinie Hurtigruten an, um Verbindungen entlang der gesamten Küste aufzubauen, und die Stein-Organisation entwickelte sich 1941 zur größten Widerstandsgruppe Norwegens mit ca. 1500 Mitgliedern.
Am 2. Oktober 1941 wurde die Stein-Organisation nach dem Verrat durch den norwegischen Kollaborateur Marino Nilsson zerschlagen. Mehr als 40 Personen wurden am ersten Tag verhaftet und ins Gestapo-Hauptquartier Viten 3 in Bergen gebracht, darunter Kristian und seine Ehefrau Borgny Stein (1903–1966). Insgesamt wurden im Zuge der Aktion 204 Widerständler verhaftet und später als Nacht-und-Nebel-Gefangene nach Deutschland deportiert. Kristian Stein kam im Mai 1942 in das KZ Fuhlsbüttel. Der Volksgerichtshof in Kiel verurteilte ihn am 10. Mai 1943 wegen „Kriegsspionage“ und „landesverräterischer Feindbegünstigung“ zum Tod und er wurde am 16. Juli 1943 in Fuhlsbüttel hingerichtet.
Svanhild und Bjørg, die beiden älteren von Steins drei Töchtern (16 bzw. 13 Jahre alt) wurden ebenfalls verhaftet, aber nach einem Verhör durch die Gestapo wieder freigelassen; die jüngste Tochter, Åse (10), blieb unbehelligt. Die Drei kamen bei einer Tante unter, bis ihre Mutter nach einem Monat aus der Haft entlassen wurde.
Andenken Die Stein-Organisation veröffentlichte nach dem Kriegsende ein Buch zur Erinnerung an Kristian Stein und die anderen Gefallenen und ihren Widerstandskampf. In der Publikumshalle des Hauptpostkontors Oslo wurde 1949 eine von Arne Vigeland gestaltete Marmortafel zum Andenken an die 49 im Zweiten Weltkrieg gefallenen Postbeamten enthüllt, auf der auch Kristian Elias Stein genannt ist.Halden Arbeiderblad, 14. Februar 1949 (norwegisch)
Weblinks Kristian Elias Stein. Information in Norsk digitalt fangearkiv (Digitales Gefangenenarchiv (norwegisch))
Literatur
Einzelnachweise
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