Martin Otto Leube (* 10. Januar 1884 in Leutkirch; † 18. Juli 1961 in Göppingen) war ein württembergischer evangelischer Pfarrer und Kirchenhistoriker.Leube, Martin Otto. In: LEO-BW mit allen biografischen Daten u. Artikel über Martin Leube von Thilo Dinkel in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. 1 (1994), S. 211–213; Nachlaß Martin Leube. In: Württembergische Kirchengeschichte Online (außerdem Eintrag in Pfarrerbuch Württemberg) (alles abgerufen am 7. Juni 2026).

Leben und Wirken Nach dem 1898 erfolgten württembergischen Landexamen besuchte Martin Leube die Evangelisch-theologischen Seminare in Schöntal und Urach und leistete anschließend Militärdienst. 1903 trat er in das Evangelische Stift Tübingen ein und studierte Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er war Mitglied der Studentenverbindung Luginsland Tübingen.Verein Alter Tübinger Luginsländer: Mitgliederverzeichnis Sommer 1967, Tübingen 1967, S. 42. Seine erste theologische Dienstprüfung legte er 1908 ab; nach dem Vikariat in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg folgte 1910 die zweite Dienstprüfung. Nach einer Studienreise nach England und Vertretung von Pfarrämtern in Essingen und Kaltental wurde Leube 1912 Repetent am Evangelischen Stift Tübingen. Vor allem während dieser Tätigkeit erarbeitete er eine Geschichte des Stifts. Für den ersten Band dieses Werkes erhielt er 1920 bei Karl Holl an der Universität Tübingen den Doktorgrad. 1916 übernahm er eine Pfarrstelle in Backnang und 1922 in Weinsberg und Ellhofen. Im Jahre 1930 wurde Leube Dekan für den Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck. Im gleichen Jahr verlieh ihm die Universität Tübingen in Würdigung seiner kirchengeschichtlichen Arbeiten die Ehrendoktorwürde. Von 1946 bis 1954 wirkte er dann als Stadtpfarrer in Ludwigsburg-Pflugfelden.

Als Kirchenhistoriker wurde Leube vor allem durch seine umfangreiche Geschichte des Evangelischen Stift Tübingens bekannt. 1947 wurde er Vorsitzender des Vereins für württembergische Kirchengeschichte, dessen Zeitschrift er von 1948 bis 1959 herausgab. Seit 1948 gehörte er der Kommission für Geschichtliche Landeskunde (in Baden-Württemberg) an.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Die Mömpelgarder Stipendiaten im Tübinger Stift. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 20 (1916), S. 54–75. Geschichte des Tübinger Stifts. Drei Bände (= Blätter für württembergische Kirchengeschichte, Sonderhefte 1, 3 u. 5). Scheufele, Stuttgart 1921/1930/1936. Die fremden Ausgaben des altwürttembergischen Kirchenguts. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 29 (1925), S. 168–199. Bursa und Stift in Tübingen. In: Ebd., N.F., Bd. 32 (1928), S. 1–10. Christian Friedrich Schnurrer, besonders als Ephorus des Stifts. In: Ebd., N.F., Bd. 36 (1932), S. 231–255. Die geistige Lage im Stift in den Tagen der französischen Revolution. In: Ebd., N.F., Bd. 39 (1935), S. 149–171. Jonathan Friedrich Bahnmaier 1774–1841. In: Ebd., N.F., Bd. 48 (1948), S. 55–71. Die Stiftszeugnisse und behördlichen Verfügungen über Albert Knapp in seiner Studienzeit. In: Ebd., S. 71–88. Die Zweckbestimmung des Tübinger Stifts. In: Ebd., N.F., Bd. 49 (1949), S. 154–164. Wie die Pfarrei Weilersteußlingen evangelisch wurde. Ein Beispiel später Reformation (1582). In: Ebd., S. 85–98. Das Stammbuch der pietistischen Gruppen im Tübinger Stift 1821–1858. In: Ebd., S. 164–176. Das Tübinger Stift 1770–1950. Geschichte des Tübinger Stifts. Steinkopf, Stuttgart 1954 (= erweiterte Bearbeitung des 1936 veröffentlichten Bandes 3 der "Geschichte des Tübinger Stifts").

Einzelnachweise

Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Kirchenhistoriker (Theologe) Kategorie:Person (Evangelische Landeskirche in Württemberg) Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1961 Kategorie:Mann Kategorie:Lutherischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Ehrendoktor der Eberhard Karls Universität Tübingen Kategorie:Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg Kategorie:Korporierter (Studentenverbindung)