Pietro Lucchini (* 21. August 1829Pietro Lucchini. In: Gazzetta Ticinese. 14. September 1912, S. 3 (online). oder 1828Pietro Lucchini. In: Cristina Brazzola, Giovanna Ginex, Paola Capozza: Il cimitero monumentale di Lugano. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2016 (= Schweizerische Kunstführer, Band 986–987), ISBN 9783037972748, S. 68. in Lugano; † 13. September 1912 ebenda) war ein Schweizer Unternehmer, Industrieller und Bildhauer des Klassizismus.
Leben Pietro Lucchini wurde 1828 oder 1829 als Sohn von Domenico Lucchini aus Montagnola und Marianna Busca aus Locarno in Lugano geboren. Früh begab er sich nach Mailand und studierte hier ab 1843 an der Accademia di Brera Bildhauerei. Er wurde mehrmals ausgezeichnet. Im März 1848 nahm er am Fünf-Tage-Aufstand gegen die Herrschaft der Habsburgermonarchie teil. Im Oktober 1852 heiratete er Emilia Lucchini (1833–1912), die Tochter seines Stiefvaters Pasquale Lucchini,Giovanna Ceccarelli: Filanda (= le voci. Nr. 22). Centro di dialettologia e di etnografia, Bellinzona 2024 (PDF), S. 45. und war ab da in der Seidenindustrie tätig. Nach Pasquale Lucchinis Tod im Jahr 1892 übernahm er die Spinnerei Lucchini (Filanda Lucchini) in Lugano. Wegen der asiatischen Konkurrenz, vor allem aber infolge einer heftigen Auseinandersetzung mit der Kantonsregierung über das Mindestalter für Erwerbsarbeit verlegte er den Betrieb 1899 nach Casanova Lanza im Königreich Italien. Lucchini förderte die Schifffahrt auf dem Luganersee und wirkte in der Banca della Svizzera Italiana mit. Bis zu seinem Tod sass er in den Verwaltungsräten der beiden Gesellschaften.
Er starb in der Nacht vom 12. auf den 13. September 1912, wenige Monate nach seiner Frau, in Lugano und wurde am 14. September 1912 unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung im Familiengrab auf dem Friedhof Sant’Abbondio in Gentilino beigesetzt. Sein Leichnam wurde zuvor in der Kirche Santa Maria degli Angeli in Lugano eingesegnet.Note tristi. In: Popolo e Libertà. 14. September 1912, S. 3.
Werk mini|Grabmal für Battistina Lucchini-Donini (links), Friedhof Sant'Abbondio in Gentilino Lucchini war offenbar nur für kurze Zeit in seiner Jugend als Bildhauer aktiv. Auf dem Friedhof Sant’Abbondio in Gentilino steht das von ihm gefertigte Grabmal für seine Schwiegermutter Battistina Lucchini, die am 14. Juli 1848 verstorben ist. mini|Grabmal für Pietro Riva, Friedhof Lugano (Sud 16) Ausserdem schuf er diverse Grabmale für den alten Friedhof von Lugano. Erhalten ist eine Grabstele für den Patrizier Pietro Riva von 1849. Im Mittelteil ist ein marmorner Tondo mit einem Porträtrelief des Verstorbenen eingelassen. Flankiert wird das Monument von zwei allegorischen weiblichen Statuen, welche die christlichen Tugenden Glaube (links, mit Kelch und Hostie in Händen) und Hoffnung (rechts, gestützt auf einen Anker) repräsentieren. Bekrönt wird es vom heraldischen Emblem der Familie Riva. Die linke Figur ist auf der Plinthe mit «P. LUCCHINI F» signiert. Die Erben der Riva erwarben 1911 eine Grabnische auf dem neuen Monumentalfriedhof der Stadt und liessen das Grabmal in der Folge hierher transferieren.Paola Capozza: Nicchia Pietro Riva. In: Cristina Brazzola, Giovanna Ginex, Paola Capozza: Il cimitero monumentale di Lugano. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2016 (= Schweizerische Kunstführer, Band 986–987), ISBN 9783037972748, S. 29.
Literatur Pietro Lucchini. In: Gazzetta Ticinese. 14. September 1912, S. 3 (online).
Einzelnachweise
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