Paalzow ist ein Runddorf an der Temnitz im Westen des Ruppiner Landes. Es gehört zur Gemeinde Walsleben, welches zum Amt Temnitz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg zählt.
Geographie Die ehemalige Gemarkung Paalzow umfasste die heutige Flur 12 von Walsleben und grenzte im Norden und Osten an Walsleben und im Südwesten an Kantow (jetzt Ortsteil von Wusterhausen/Dosse). Im Osten bildete die Temnitz die Grenze zu Walsleben sowie zu Gottberg (Märkisch Linden). Das in der Karte des Deutschen Reiches mit „Krug“ bezeichnete Gehöft an der Straße östlich der Temnitzbrücke gehörte also nicht zu Paalzow, sondern zu Walsleben.
Von der Naturausstattung her teilte sich die Feldmark in zwei Bereiche, die durch eine von Ost nach West verlaufende gerade Linie getrennt waren: Im Süden Grünland, welches sich zur Temnitz hin auf etwa 37 m NHN absenkt, sowie auf Grundmoräne gelegenem Ackerland im Norden. Nur in der nördlichsten Ecke befindet sich auf einer sandigen Fläche ein Kiefernwald. Etwas westlich davon befindet sich der ehemals höchste Punkt bei etwas über 50 m NHN.
Geschichte Als „Paltzouw“ wird der Ort erstmals 1491 im Landbuch der reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin verzeichnet. Der slawischstämmige Name wie auch die Dorfform als Rundling weisen aber auf ein wesentlich höheres Alter und den slawischen Ursprung der Siedlung. Nach Aussterben der Grafen von Lindow-Ruppin, welche bis dahin die Landesherren waren, kam Paalzow 1524 zur Mark Brandenburg. Bereits damals gehörte Paalzow mit seiner Feldmark den Gutsherren zu Walsleben. 1540 werden im Ort ein Schulze, ein Krüger, fünf Hüfner (Bauern), ein Kuhhirt und ein Müller gezählt. Bei der Kirchenvisitation 1541 wurde Paalzow als Tochterkirche von Kantow erfasst, das Patronat hatte aber Arnsberg zu Walsleben. Das umfangreiche Kirchenland wurde von den Kossäten bestellt. Der Pfarrer zu Wildberg hatte zwar das Anrecht auf sechs Scheffel Roggen aus der Feldmark, wollte aber nicht das Pfarramt besorgen. Offenbar als Ergebnis des Streits kam Paalzow dann als Tochterkirche 1551 ebenfalls zu Walsleben. 1624 waren 7 Hüfner, 2 Kossäten, der Müller und ein Hirt in Paalzow ansässig, dessen Feldmark 15 Hufen maß.
1638 wurde Paalzow durch die Söldner des Generals Gallas völlig niedergebrannt und alle Bewohner getötet oder vertrieben. 1652 war nur die Mühle wieder aufgebaut, der Rest des Ortes war noch wüst. 1687 bewirtschaftete der Lehnschulze drei Hufen, von den sechs Zweihüfnerstellen waren fünf noch wüst, ebenso eine der beiden Kossätenstellen, denen je drei Morgen Land zur Verfügung standen. Der Kuhhirt war auch für Schweine und Schafe zuständig. Die Mühle war an einen Wassermüller verpachtet. Auf einem der wüsten Hüfnerstellen lag eine „Kruggerechtigkeit.“ Die Obrigkeit hatte alle wüsten Hüfnerstellen inne und unter Pflug. In der Temnitz wurde Fischerei betrieben. 1677–1688 wurde eine kleine Fachwerkkirche in der Dorfmitte errichtet.1699 nutzte der Müller das Kirchenland, welches sich an 8 verschiedenen Stellen befand, dazu einiges noch im Dannenfeldschen Acker. 1716 war Paalzow wieder aufgebaut, alle sechs Bauernhöfe waren wieder besetzt, aber es gab keine Kossäten mehr. 1749 war einer der Bauernhöfe zur Kossätenstelle abgesunken. 1800 waren dann noch vier Ganzbauern vorhanden, dazu eine Ganz- und eine Halbkossätenstelle. Daneben waren zwei Zimmerleute, die Wassermühle und ein Krug sowie zwei Einlieger zu verzeichnen. Insgesamt zählte Paalzow damals 12 Feuerstellen und nach wie vor 15 Hufen Land.
Literatur Paalzow In:
Einzelnachweise
Kategorie:Walsleben (Brandenburg)