Klaus Dietrich Karl Mörike (* 21. Oktober 1916 in Reutlingen; † 16. März 1997) war ein schwäbischer Arzt, Anatom und Medizinhistoriker.

Leben Mörike studierte Medizin in Tübingen, Prag und schließlich Göttingen, wo er 1941 mit der Dissertation Über den Kaskadenmagen promoviert wurde. Während des Zweiten Weltkriegs diente er von 1941 bis 1945 als Truppenarzt. 1946 arbeitete er als praktischer Arzt in Pfullingen, bevor er 1947 eine Assistentenstelle am Anatomischen Institut der Universität Tübingen antrat. Dort wurde er 1954 Dozent für Anatomie und Entwicklungsgeschichte, erhielt 1960 den Professorentitel und wurde 1964 zum Wissenschaftlichen Rat ernannt.Deutsches Geschlechterbuch. Band 9: Schwäbisches Geschlecherbuch. (= Deutsches Geschlechterbuch. Band 170.) C.A. Starke Verlag, Limburg 1975, S. 126. Als Spezialist für Zahnanatomie richtete er ab 1973 eine eigenständige Lehrbetreuung für Zahnmedizinstudierende ein, nachdem deren Unterricht infolge der Reform des Medizinstudiums nicht mehr in den regulären Studienplan der Humanmedizin passte. Diesen Lehrbereich leitete er bis zu seiner Pensionierung 1980.Klaus D. Mörike: Hundertfünfzig Jahre Anatomie auf dem Österberg. In: Tübinger Blätter 71/1984.

1943 heiratete Mörike die Diplom-Bibliothekarin Margarete Berta Haßler (* 1918). Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor.

Wissenschaftliches Wirken

Mörikes wissenschaftlicher Schwerpunkt lag neben der makroskopischen Anatomielehre auf der Institutionsgeschichte der Tübinger Anatomie. Als Mitautor war er an Arbeiten zur modernen Aufbewahrung anatomischer Präparierobjekte beteiligt, die neue, international rezipierte Standards für Leichenkeller setzten. Sein Werk über die Geschichte der Tübinger Anatomie umreißt den Zeitverlauf von der Universitätsgründung 1477 bis in die Gegenwart und stellt eine maßgebliche Quelle für die Institutsgeschichtsschreibung dar.

Schriften Lehrbuch der makroskopischen Anatomie für Zahnärzte. G. Fischer, Stuttgart 1969. Tutsch, H.; Stahl, G.; Mörike, K. D.; Guckes, H.; Arnold, M.: Zur Aufbewahrung anatomischer Präparierobjekte. In: Der Präparator 17 (1971), S. 89–95. Geschichte der Tübinger Anatomie. (= Contubernium – Beiträge zur Geschichte der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Bd. 35.) Franz Steiner Verlag, Tübingen 1988, ISBN 978-3-515-08013-2. mit anderen: Biologie des Menschen. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001, ISBN 3-494-01297-0, S. 501.

Weblinks

Eintrag bei der Deutschen Digitalen Bibliothek

Einzelnachweise

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