mini|Oscar Warncke Joh. Gottried Oscar Warncke (* 24. Juli 1865 in Lübeck; † 23. Februar 1925 in ebenda) war ein lübeckischer Kaufmann und Spediteur.

Leben Herkunft Franz Oscar Klingström war ein bekannter lübeckischer Kaufmann. Er gründete im Jahr 1852 das traditionsreiche Speditions- und Reedereiunternehmen F.O. Klingström. F. O. Klingström GmbH & Co. KG Begünstigt durch den damaligen Ausbau der Eisenbahnverbindung nach Lübeck, florierte die noch heute existierende Firma insbesondere im Ostsee- und Russlandhandel über Jahrzehnte in der Seehafenspedition.

Hermann Warncke war ebenfalls ein einflussreicher Kaufmann und Konsul. Er war eng mit der Entwicklung des Lübecker Hafens und der lokalen Reedereien verbunden. So saß er im Jahr 1896 gemeinsam mit Alfred Brattström im Vorstand der Linien zu finnischen Häfen unterhaltenden Lübeck-Wyburger Dampfschiffahrts-Gesellschaft.

Ende der 1880er Jahre wurde Hermann Warncke von der Handelskammer als Vorstand der Kaufmannschaft als Nachfolger bzw. Ersatzmitglied für verschiedene Kassen- und Revisionsposten vorgeschlagen, in denen zuvor auch schon Konsul Klingström oder dessen direkte Geschäftsumfelder aktiv waren und heiratete Catharina Sophia Wilhelmine Klingström.

Laufbahn Nach dem Besuch der Schule und seiner ersten Berufsausbildung brachten Warncke die Beziehungen des väterlichen Geschäftes in die nordischen Länder. Hier, besonders in Norwegen und Finnland, erweiterte er sein Wissen und Können. Als er anschließend in seine Vaterstadt zurückgekehrt war, wurde der am Herplatz 3 Wohnende 1912 Teilhaber der F. O. Klingström in der Mengstraße 30. Sowohl seiner Förderung als auch seinem Ausbau verdankte sie 1925 ihren guten Ruf und ihr . Außer im Lübecker Speditionsgewerbe gingen diese zu großem Teil in der ganzen in- und ausländischen Geschäftswelt auf seine kaufmännischen Fähigkeiten zurück. Unter ihm hatte sich die Firma außer auf Hamburg auch auf Stettin, Bremen und Emden ausgedehnt.

Neben der Spedition gehörte Warncke auch dem Vorstand der Lübeck-Wyburger Dampfschiffahrts-Gesellschaft, Die Lübeck-Wyburger Dampfschiffahrts-Gesellschaft war eine deutsche Reederei, die von 1876 bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts existierte, mit Sitz in Lübeck. welche von ihm erweitertklingst werden sollte, an.

1908 wurde der die wirtschaftlichen und politischen Interessen des Speditions- und Logistikgewerbes in der Hansestadt vertretende Verein Lübecker Spediteure e.V. (VLSp) gegründet. Sowohl Warnckes Erfahrungen als auch Bestrebungen sollten deren Berufskreise bereichern. Lange Jahre gehörte er dessen Vorstand an. Außer in Lübeck war er auch in dem Verein Deutscher Spediteure in Berlin tätig. Bis zu seiner schweren Erkrankung und seinem zunehmenden Gehörleiden vertrat er erfolgreich in dessen Gesamtvorstand die Interessen seiner Seehafenspedition.

Warnckes fröhliches und humorvolles Wesen, seine natürliche Begabung für den gesellschaftlichen Verkehr, sein großes Verständnis und seine gütige Freundlichkeit gegenüber allen anderen waren das, was ihn ausgezeichnet hatte.

Wohltätigkeit Warncke fühlte sich den Mitmenschen gegenüber zu tätiger Hilfe und Unterstützung verpflichtet. Er tat in außerordentlichem Sinne viel Gutes. Dies tat er jedoch zumeist nicht öffentlich.

Durch die Veröffentlichungen des Berliner Vereins Landaufenthalt für Stadtkinder ermutigt, wurde von Martha Rösing der lübeckische Ableger, die von ihr geleitete Organisation sollte von 1917 bis 1920 1190 lübeckische Kinder zur Erholung verschicken, gegründet. Dr. Lange: Die Kinder auf das Land! In: Lübeckische Blätter, 59. Jahrgang, Nummer 16, Ausgabe vom 22. April 1917, S. 244.

mini|Der Dampfer „Baltic“ verlässt den Lübecker Hafen. Die Tätigkeit ihres Vereins qualifizierte Rösing nach dem Krieg besonders um die Verhandlungen mit Schweden und Finnland über die Verschickungen von Reichsdeutschen Kindern zu führen. Diese erklärten sich schließlich zur Aufnahme der Kinder bereit. In zeitgenössischen deutschen Blättern las man seinerzeit, dass die Motivation der Finnen die deutsche Unterstützung 1918 gewesen sei. Erst Warnckes großzügige Hilfsbereitschaft sollte jedoch die bekannten Kindererholungstransporte nach Finnland ermöglichen.

Am 8. Juni 1919 fuhr der finnische Dampfer Baltic mit 113 Kindern, davon 20 aus Lübeck, für drei Wochen nach Finnland. Als sie zurückkehrten, waren sie, da man dort auch an deren Angehörige dachte, mit reichen Geschenken beladen. 1320.: Die Rückkehr der deutschen Kinder aus Finnland. In: Lübeckische Blätter, 61. Jahrgang, Nummer 39, Ausgabe vom 28. September 1919, S. 470–471. Eduard Hach hatte eine Schlüsselliste zwischen den Autoren und deren Chiffren in den Lübecker Blättern. Ab 1907 ist diese nur noch sporadisch weitergeführt worden. Für die Chiffre 1320. ist dort kein Autor mehr hinterlegt worden.

Literatur Kaufmann Oscar Warncke †. In Von Lübecks Türmen; 35. Jg., Nr. xx, Ausgabe vom 7. März 1925, S. 24.

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