Marie-Louise Monrad Møller (* 1986 in Odense) ist eine deutsch-dänische Schriftstellerin und Kunsthistorikerin. Sie wurde mit ihrem Roman Viel wichtiger ist jetzt die Gegenwart bekannt, der vom NDR als Buch des Monats vorgestellt wurde.
Leben Monrad Møller wurde 1986 in Odense geboren und wuchs zwischen Schleswig und Flensburg auf. Von 2006 bis 2012 studierte sie Musikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig, anschließend 2012 bis 2013 Drehbuch an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Von April 2014 bis März 2017 war sie Stipendiatin des Freistaates Sachsen am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München zu Andreas Aubert und der norwegischen Kunstgeschichte. 2019 wurde sie in Kunstgeschichte promoviert. Literarisches Schreiben studierte sie 2018 in Hildesheim sowie 2019 bis 2020 am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2022 erhielt sie ein Stipendium des Landes Schleswig-Holstein für die Arbeit an ihrem Debütroman.
Wirken Als Kunsthistorikerin beschäftigte sich Monrad Møller mit norwegischer Kunstgeschichte und kultureller Identitätsbildung. Am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München arbeitete sie kritisch an der Kanonisierung nationaler Narrative durch das Werk des Kunsthistorikers Andreas Aubert mit Fokus auf die beiden Maler Johan Christian Dahl und Gerhard Munthe. Ihre 2020 erschienene Monografie Dahls Norwegen. Die künstlerische Erfindung einer norwegischen Nationalkultur behandelt dann auch den Maler Johan Christian Dahl und die künstlerische Konstruktion norwegischer Nationalkultur.
Außerdem veröffentlichte sie journalistische Texte im Magazin Monopol, darunter Beiträge zu öffentlicher Kunst, Denkmälern und kulturpolitischen Debatten. Vor ihrem ersten Roman erschienen literarische Texte und Essays von ihr in Metamorphosen, Das Narr und Honich.
2024 veröffentlichte sie im MaroVerlag den literarischen Essay Schlaf als Band 16 der Reihe MaroHefte. Ihr Debütroman Viel wichtiger ist jetzt die Gegenwart erschien 2026 im Kanon Verlag. Der Roman erzählt von der Rückkehr einer jungen Frau in ihre norddeutsche Heimat, nachdem die Mutter an Krebs erkrankt ist, und setzt sich mit Trauer, Familiengeschichte und Erinnerungen an Südschleswig auseinander. Der Roman ist zum Teil autofiktional angelegt. Der Roman erzählt die Krankheit der Mutter, die Trauer der Erzählerin und die komplizierte Familiendynamik über knapp ein Jahr hinweg. Der Roman wurde von der Kritik als rasanter und behutsamer Text zwischen Poesie und Nüchternheit beschrieben.
Werke
Dahls Norwegen – Die künstlerische Erfindung einer norwegischen Nationalkultur, Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2020, ISBN 978-3-422-98140-9 Schlaf, MaroVerlag, Augsburg 2024, ISBN 978-3-87512-631-0 Viel wichtiger ist jetzt die Gegenwart, Kanon Verlag, Berlin 2026, ISBN 978-3-98568-206-5
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Einzelnachweise
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