St. Antonius in Pont, einem Stadtteil von Geldern westlich von Duisburg, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Maria Magdalena (Geldern). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Antonius Abbas, der oft als Vater der Mönche bezeichnet wird, und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist ein neugotischer Saalbau und hat 200 Sitzplätze.

Geschichte 1452 war die St.-Antonius-Kapelle mit gewissen Pfarrrechten der erste Sakralbau im Dorf Pont, das zum Kirchspiel Geldern gehörte. Um 1500 entstand daraus ein eigenständiges Pfarrrektorat, das zwischen 1628 und 1667 zur selbstständigen Pfarrei erhoben wurde. St. Antonius in Pont war 1804 bis 1821 (im Zuge der napoleonischen Verwaltungsordnung) eine Filiale der Kantonskirche St. Maria Magdalena (Geldern) und danach wieder selbstständig.

Baubeschreibung Die einschiffige neugotische Backsteinkirche St. Antonius und der Westturm entstanden 1865–69 in Pont nach den Plänen des Architekten Friedrich von Schmidt (Wien). Die Einweihung durch Bernard Brinkmann, Bischof von Münster, fand am 23. Juli 1872 statt. Die Fenster, das Dach und der Turm des Gotteshauses wurden 1945 im Zweiten Weltkrieg beschädigt und in der Nachkriegszeit nach und nach repariert. Eine gründliche Renovierung erfolgte 2017.

St. Antonius (Pont) ist eine Saalkirche mit Querhaus und Kreuzrippengewölbe unter einem Satteldach. Der Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten, und der 43 Meter hohe Fassadenturm im Westen hat ein Helmdach. Die Sakristei im Südosten besitzt ein Zeltdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus Naturschiefer.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das mehrfach umgestaltete Pfarrhaus mit dem angebauten Pfarrheim sowie der (angemietete) Kindergarten von 1961. Die Kirche steht mit der Denkmalnummer GE10064 in der Liste der Baudenkmäler in Geldern.

Strukturentwicklungen Am 26. August 2007 fusionierten die Pfarreien St. Antonius (Pont) und St. Maria Magdalena sowie fünf weitere Gemeinden der Region Geldern zur neuen Großpfarrei St. Maria Magdalena, sodass St. Antonius seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Kleve die Pfarreien St. Maria Magdalena (Geldern), St. Anna Issum (Sevelen), St. Dionysius (Kerken), St. Martinus (Rheurdt), St. Peter und Paul (Straelen) und St. Marien (Wachtendonk) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Gelderland“.

Glocken Im Fassadenturm von St. Antonius hängen die folgenden drei Kirchenglocken aus Stahl:

Glocke 1: Schlagton: d1; Ø 150 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1950 Glocke 2: Schlagton: f1; Ø 125 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1950 Glocke 3: Schlagton: g1; Ø 110 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1950.

Orgel Die Pfarrei St. Antonius in Pont besitzt eine elektronische Orgel.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks Website von St. Antonius (Pont) Website vom Kreisdekanat Kleve

Einzelnachweise

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