Aripuanã ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Mato Grosso in der Mittelwestregion des Landes. Sie liegt im Nordwesten des Bundesstaates im südlichen Amazonasbecken und gehört zur Região Geográfica Imediata de Juína. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf 26.558 geschätzt. Die Lage im Amazonasraum machte die Gemeinde zugleich zu einem Raum intensiver Nutzung natürlicher Ressourcen und zu einem Gebiet mit erheblichen Umwelt- und Landnutzungskonflikten.

Geografie und Klima Aripuanã liegt im Nordwesten von Mato Grosso auf einer Höhe von etwa 105 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 24.678,135 Quadratkilometer und zählt damit zu den flächenmäßig großen Munizipien des Bundesstaates.

Das Município liegt im südlichen Amazonasraum und wird durch großflächige Waldgebiete, Flusssysteme und Gebiete mit land- und forstwirtschaftlicher Nutzung geprägt. Zu den wichtigsten Flüssen gehören der Rio Aripuanã, der Rio Roosevelt und weitere Zuflüsse des Rio Madeira. Das Klima ist tropisch-feucht mit hoher Niederschlagsmenge.

Geschichte Das Gebiet des heutigen Aripuanã war vor der kolonialen und staatlichen Erschließung von indigenen Gruppen bewohnt. Der Name der Gemeinde verweist auf den Rio Aripuanã, der zu den großen Flüssen des nordwestlichen Mato Grosso gehört. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb die Region wegen ihrer Entfernung von den politischen Zentren Mato Grossos und der schwierigen Verkehrsverhältnisse nur schwach in die staatliche Verwaltung eingebunden.

1932 wurde ein Distrito de Paz de Aripuanã geschaffen, der jedoch einige Jahre später wieder aufgelöst wurde. Anfangs lagen die tatsächlichen Siedlungsschwerpunkte nicht am heutigen Stadtsitz, sondern zeitweise in großer Entfernung, unter anderem am Rio Roosevelt. In dem Gebiet kam es zu Massakern an der indigenen Bevölkerung durch Siedler.

Am 31. Dezember 1943 wurde Aripuanã als Município geschaffen. Es wurde aus dem Gebiet des früheren Alto Madeira ausgegliedert, das seinerseits aus Santo Antônio do Madeira hervorgegangen war. In der Anfangszeit war Aripuanã eher eine großräumige Verwaltungseinheit (145.510 km² Fläche) als eine konsolidierte Stadtgemeinde; die lokale Verwaltung wurde zeitweise von Cuiabá aus organisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und besonders seit den 1960er und 1970er Jahren gewann die staatliche Besiedlungs- und Erschließungspolitik im Nordwesten Mato Grossos an Bedeutung. Straßenbau, Kolonisationsprojekte, Holzgewinnung, Landwirtschaft und Bergbau veränderten die Region tiefgreifend. Aripuanã umfasste lange Zeit ein sehr großes Territorium, aus dem später mehrere neue Gemeinden hervorgingen. Dazu gehörten unter anderem Juína, Juruena, Cotriguaçu, Colniza und Rondolândia.

Wirtschaft Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag 2023 bei 58.959,47 Real. Gegenwärtig wird die Wirtschaftsstruktur durch Bergbau, Industrie, öffentliche Verwaltung, Handel, Dienstleistungen, Landwirtschaft, Viehhaltung und Forstwirtschaft geprägt. Von besonderer Bedeutung ist das polymetallische Bergbauprojekt Aripuanã, das Zink, Blei, Kupfer, Silber und Gold umfasst und von Nexa Resources betrieben wird.

Religion Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. Aripuanã gehört zum römisch-katholischen Bistum Juína. Im Hauptort befindet sich die Paróquia São Francisco de Assis, die am 2. September 1982 errichtet wurde und aus der damaligen Paróquia Sagrado Coração de Jesus de Juína hervorging. Daneben bestehen evangelikale Gemeinden, lutherische Gemeinden und weitere christliche Gemeinschaften.

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Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Mato Grosso Kategorie:Município in Mato Grosso Kategorie:Gemeindegründung 1943