Carl Eduard Philipp Stolterfoht, auch Karl Stolterfoht (* 13. März 1841 in Roggendorf; † 5. März 1913 in Lübeck) war ein deutscher Kaufmann und Abgeordneter.
Leben Carl Stolterfoht entstammte der Lübecker Familie Stolterfoht, die seit 1755 über Generationen mit der Firma J. N. Stolterfoht Tuchgroßhandel im internationalen Rahmen von Großbritannien bis ins Baltikum und nach Russland betrieb. Er war der zweite Sohn des Gutsbesitzers und lauenburgischen Landrats Carl Stolterfoht und dessen Frau Caroline Wilhelmine Marie, geb. von Motz. Joachim Nikolaus Stolterfoht, Sohn des Namensgebers der Firma, war sein Großvater. Carl Eduard Philipp Stolterfoht ist zu unterscheiden von seinem in Riga geborenen Cousin Carl Stolterfoht (1843–1919), der seit 1882 ebenfalls in Lübeck lebte, Weinhandel und eine Versicherungsagentur betrieb und Konsularagent Frankreichs war.Zu diesem siehe Stolterfoht, Carl, in: Wer ist's? 7 (1914), S. 1662
Mit seinen sechs Geschwistern verlebte Carl die Jugendjahre auf dem 1848 erworbenen Gut Kastorf.Lebensstation im Wesentlichen nach Hermann Gustav Stolterfoht: Nachrichten über die Familie Stolterfoht (Stolterfoth). Schmidt, Lübeck 1920. (Digitalisat), S. 125–127 Er kam dann auf das Katharineum in Lübeck, wo er mit seinen Brüdern zusammen bei Pastor Lütge in der Königstraße wohnte.
Als Lehrling trat er in das Familienunternehmen J. N. Stolterfoht ein. Bei Tuchhändlern in München und Paris erweiterte und vervollständigte er seine Kenntnisse. Danach wurde er am 24. Januar 1871 als Teilhaber in die Firma aufgenommen. Nach dem Tode seines Onkels Eduard 1875 übernahm er zuerst mit Heinrich Carstens zusammen und nach dessen Austritt am 1. September 1885 das Unternehmen auf eigene Rechnung. Am 5. Februar 1905 konnte er das einhundertfünfzigjährige Geschäftsjubiläum der Firma feiern. Kurz zuvor waren die neuen Geschäfts- und Lagerräume im Marienwerkhaus bezogen worden.
mini|Wappen Carl Eduard Philipp Stolterfohts im Vorsteherfenster des Heiligen-Geist-Hospitals Carl Stolterfoht war seit 1871 Mitglied der Kaufmannschaft und der Handelskammer Lübeck. Von 1891 bis 1897 war er Abgeordneter der Lübecker Bürgerschaft; von 1893 bis 1896 gehörte er auch dem Bürgerausschuss an, der zwischen Senat und Bürgerschaft vermittelte.Friedrich Bruns: Verfassungsgeschichte des Lübeckischen Freistaats 1848–1898, Lübeck 1898, S. 156 Er war seit 1896 Vorsteher des Heiligen-Geist-Hospitals, des Siechenhauses Klein Grönau, Verwalter der Westerauer Stiftung und Vorsteher zahlreicher Stiftungen und Testamente.Lokale Notizen, in: Lübeckische Blätter 55 (1913), S. 175f
Am 1. Mai 1873 heiratete er Charlotte Sievers (* 1853), Tochter des Kaufmanns und Senators Carl Heinrich Sievers und Schwester von Heinrich Sievers. Das Ehepaar hatte sieben Kinder, drei Söhne und vier Töchter. Am 31. August 1890 starb Charlotte Sievers. In zweiter Ehe heiratete er am 15. Januar 1892 Elisabeth Sievers (* 1856), die Schwester seiner verstorbenen Frau. Diese Ehe blieb ohne eigene Kinder.
Von den Söhnen aus erster Ehe wurde Joachim Nicolaus (* 1876) Kaufmann in Rio de Janeiro, Eduard (* 1877) Kaufmann in San Francisco. Hermann Gustav Stolterfoht (* 1879) wurde 1905 im Unternehmen Teilhaber und erbte es.
Literatur Hermann Gustav Stolterfoht: Nachrichten über die Familie Stolterfoht (Stolterfoth). Schmidt, Lübeck 1920. (Digitalisat)
Einzelnachweise
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