100px|right|Logo der lettischen Interfront Internationale Front der Werktätigen der Lettischen SSR (, ) war eine prosowjetische Organisation, die sich – ähnlich wie andere Interfronten – gegen eine Unabhängigkeit von der Sowjetunion ausgesprochen hat und somit gegen die Ziele der Latvijas Tautas Fronte eingetreten ist.
Die Bewegung wurde hauptsächlich von Teilen der russischen Minderheit Lettlands, in Lettland stationierten Soldaten der Sowjetarmee und konservativen Mitgliedern der KPdSU getragen. Ihr Führungszirkel bestand „aus dem mittleren und oberen Management der großen, oft der direkten Kontrolle der Moskauer Ministerien unterstellten Betriebe“. Sie fürchteten, im Falle der Unabhängigkeit Lettlands ihre Privilegien zu verlieren. Die Interfront der Lettischen SSR entstand im Januar 1989 unter Führung des Ersten Sekretärs der lettischen KP Alfrēds Rubiks und der Hochschullehrerin und späteren Politikerin Tatjana Ždanoka. Die Bewegung konnte jedoch den Rückgang sowjetischen Einflusses auf die lettische Bevölkerung nicht verhindern. So erreichte sie gemeinsam mit der KPdSU bei den Wahlen zum Obersten Sowjet der Lettischen SSR im März 1990 nur ein Viertel der Stimmen. Nach dem Augustputsch wurde die lettische Interfront im September 1991 verboten.
Die Organisation gab eine Zeitung mit dem Namen Jedinstwo (Einheit) heraus.
Einzelnachweise
Kategorie:Lettische Sozialistische Sowjetrepublik Kategorie:Zerfall der Sowjetunion Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1988