Die Kirche Sankt Maria Hilfe der Christen ist eine römisch-katholische Kirche in der Gemeinde Schwaikheim im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Das Gotteshaus entstand in den Jahren 1969/1970 im Stile des Brutalismus nach Plänen der Architekten Franz Brümmendorf und Otto Karl Müller (Stuttgart). Die Kirche wurde dem Patrozinium Marias, der Mutter Jesu Christi, anvertraut.

Geschichte Die schlichte Kirche ist – wie die meisten katholischen Kirchen in Altwürttemberg – nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Seit der Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich 1535 war Altwürttemberg ein nahezu rein evangelisches Gebiet; 1850 zählte man nur eine Person katholischer Konfession in Schwaikheim.Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. Verlag J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1850, S. 194. Durch Flucht und Vertreibung von Millionen Menschen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches entstanden in vielen Orten katholische Diaspora-Gemeinden. In Schwaikheim wurde daher 1954 eine katholische Notkirche in einer umgebauten Turnhalle eingerichtet. Eine Pfarrkuratie wurde im selben Jahr eingerichtet; 1958 wurde die Kuratie zu einer Pfarrverweserei erhoben. Ab 1967 wurde der Neubau einer Kirche geplant. Der Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Brümmendorf + Müller konnte sich dabei gegen die Entwürfe anderer Büros durchsetzen.

Die Grundsteinlegung fand im September 1969 statt. Im April 1970 wurde das Richtfest gefeiert. Die Weihe der neuen Kirche wurde am 6. Dezember 1970 durch Bischof Carl Joseph Leiprecht vorgenommen. Das neue Gotteshaus wurde dem Patrozinium der Mutter Gottes anvertraut, da bereits die kleine Notkirche den Namen St. Maria, Hilfe der Christen getragen hatte.

Architektur und Ausstattung Wie die meisten Kirchen der Nachkriegsmoderne ist auch St. Maria Hilfe der Christen recht schlicht gestaltet. Da anfangs auch die Mittel für eine künstlerische Gestaltung fehlten, wurde ein einfaches Altarkreuz von Mitgliedern der Gemeinde angefertigt. Erst 1992 wurde ein Kruzifix angeschafft. Es entstand in der Werkstatt des Künstlers Josef Baumhauer aus Schwäbisch Gmünd. Der zunächst sehr einfach gestaltete Tabernakel erhielt 1994 eine Verkleidung, die ebenfalls von Baumhauer angefertigt wurde.

Orgel 1973 wurde mit der Orgelbaufirma Weise aus Plattling (Niederbayern) ein Werkvertrag für den Bau einer Orgel mit zwei Manualen, einem Pedal und 18 Registern abgeschlossen. Die Orgel wurde größtenteils aus Spenden finanziert. 1975 wurde die Orgel geliefert und eingebaut.

Glocken Da zunächst die Mittel für neue Glocken fehlten, musste sich die Gemeinde mit Leihglocken behelfen. Um eigene Glocken gießen zu können, mussten Spenden gesammelt werden. Im Dezember 1977 wurden vier Glocken bei der Glockengießerei Bachert (Bad Friedrichshall-Kochendorf) bestellt. Die Schlagtöne wurden auf das Geläut der evangelischen Mauritiuskirche abgestimmt. +Übersicht der Glocke von St. MariaGlockeNameGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonGewichtInschriftI.ChristkönigsglockeAlbert BachertKochendorf1977e′1260 kgquia rex sum ego (Ja, ich bin ein König )II.VersöhnungsglockeAlbert BachertKochendorf1977fis′875 kgdona nobis pacem (Verleih uns Frieden)III.MarienglockeAlbert BachertKochendorf1977a′518 kgave Maria gratia plena (Gegrüßet seiest Du Maria, voll der Gnade )IV.MartinusglockeAlbert BachertKochendorf1977h′375 kgsancte Martine ora pro nobis (Heiliger Martin, bete für uns)

Literatur Katholische Kirchengemeinde Schwaikheim (Hrsg.): Weihe der Kirche 6. Dezember 1970.

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Einzelnachweise

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