mini|hochkant|Wappen derer von Siegenhoven genannt von Anstel im Wappenbuch des Westfälischen Adels Siegenhoven (genannt Anstel) (auch Siegenhofen, Segenhofen o. ä.), teilweise auch nur Anstel, ist der Name eines erloschenen rheinländischen Uradelsgeschlechts.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem nichtstammverwandten Adelsgeschlecht Anstel, das vor den Siegenhoven genannt Anstel zu Burg Anstel saß.
Geschichte mini|Stammsitz Burg Anstel, 2006 Das altritterliche Adelsgeschlecht Siegenhoven hatte seinen Namen von einem Hof Sighinhoven in der Nähe der Abtei Knechtsteden, der nach einem alten Register dieser Abtei bei Straberg, nach anderen Quellen bei Hackhausen lag. Diese curtis dicta Sicginhoven hatten die Edelherren von Reifferscheidt am 13. Januar 1317 der Abtei für 180 Mark kölnische Denare verkauft.Oidtman (1918–1921), S. 75. Den Beinamen „Anstel“ nahm die Familie von ihrem um 1380 erworbenen, noch 1826 besessenen Sitz Burg Anstel im heutigen Rommerskirchener Stadtteil Anstel an.Kneschke (1868), S. 489. Neben Anstel hatte die Familie auch den Frankenhof in Linsteden (urkundlich 1659–1767), Rittergut Hausen (1480) und Burg Holtrop (1638–1661) sowie Güter in Dötzdorf (1440), Gustorf (1520), Keldenich (1640), Muchhaus (1596) und Nettesheim (1561–1607).Ledebur (1856), S. 445. Auch in der Grafschaft Bentheim und in den Ostseeprovinzen war die Familie ansässig.Spießen (1901–1903), S. 118.
Franz von Anstel genannt Siegenhoven (auch umgekehrt) war 1543–1559 Deutschorden-Komtur zu Reval.Gritzner (1901), S. 3 und 198. Kersten von Anstel unterzeichnete 1463 mit seinen Söhnen die Landesvereinigung des Erzstifts Köln. Rutger von Anstel († 1548) war 1534–1548 Abt der Reichsabtei Kornelimünster. Franz Joseph Freiherr von Siegenhoven genannt Anstel wurde am 19. Juni 1829 in der Freiherrenklasse der preußischen Rheinprovinz unter der Nr. 58 eingetragen. Die Familie erlosch im Mannesstamm im Jahr 1851.Ledebur (1855), S. 15.Kneschke (1859), S. 89.
Stammfolge Die urkundliche Stammfolge der Herren von Siegenhoven genannt Anstel stellt sich wie folgt dar:Oidtman (1918–1921).Schleicher (1992), S. 267–298.
Frühe Stammfolge
Linie zu Bedburg-Buir
Linie zu Anstel
Linie zu Muchhaus(en)
Wappen
Blasonierung des Stammwappens In Blau ein goldener Balken. Auf dem Helm mit blau-goldenen Helmdecken ein blauer Brackenkopf mit goldenem Halsband.
Blasonierung des wegen des Besitzes der Herrschaft Keldenich vermehrten Wappens der Linie zu Anstel Geviert. Felder 1 und 4 das Stammwappen; Felder 2 und 3 eine (oder zwei) aufrechtgestellte Tuchschere(n nebeneinander). Zwei Helme: I. der Brackenkopf des Stammwappens; II. einen Hahnfederbusch. Nach dem Verkauf der Herrschaft Keldenich 1751 siegelten die Herren von Siegenhoven genannt Anstel wieder nur mit dem Balken.Oidtman (1918–1921), S. 128.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Band I. Heberle, Köln 1848, S. 400 f. (hhu.de). Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 2: Der Nichtimmatrikulierte Adel, Nürnberg 1901, S. 3 (uni-goettingen.de) und Tfl. 2 (uni-goettingen.de) sowie S. 198 (uni-goettingen.de) und Tfl. 133 (uni-goettingen.de). Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 1. Abt.: Der Adel des Königreichs Preußen: Grafen und Freiherren, Nürnberg 1857, S. 33 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 38 (digitale-sammlungen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 1: Aa – Boyve. Leipzig 1859, S. 89 (hhu.de); Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 489 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 1: A–K, Berlin 1855, S. 15 (digitale-sammlungen.de); Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 445 (digitale-sammlungen.de). George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute. Nachträge und Verbesserungen, Nürnberg 1906, S. 6 (uni-goettingen.de) und Tfl. 3 (uni-goettingen.de). Ernst von Oidtman: Stammreihe der von Siegenhoven genannt Anstel. In: Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Band II, Köln 1918–1921, S. 75–82 und S. 125–132. Herbert M. Schleicher: Die genealogisch-heradische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln, Band IV (Mu–U) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Neue Folge Nr. 32), Köln 1986, S. 534. Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 1 (Mappe 1–85, Achatius–Besendriesch), (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 58), Köln 1992, S. 267–298. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 2. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 114 (uni-goettingen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 118 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 299 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht Kategorie:Stammliste