mini|Stolperstein Leni Valk Brückenstraße 37 in Goch Leni Valk (* 28. September 1933 in Goch; † 21. Mai 1943 in Sobibor) war ein Opfer der Shoah und ist die Namensgeberin der Realschule in Goch. Leben Leni Valk war das einzige Kind der Eheleute Erna und Walter Valk und wohnte zusammen mit ihren Eltern in der Hindenburgstraße, heute Brückenstraße 37, in Goch. Walter Valk war seit 1931 Inhaber eines Einzelhandelsgeschäftes für Herren- und Knabenbekleidung am Gocher Marktplatz.
Als jüdisches Kind war Leni Valk der Besuch des Kindergartens verboten. Nach Aussage von Erna Valk wurde ihre Aufnahme darüber hinaus mit dem Hinweis abgelehnt, dass eine Gocher Bürgerin ausdrücklich erklärt habe, sie wolle nicht, dass ihre Kinder mit einem jüdischen Mädchen spielten.
Wie bei vielen jüdischen Geschäftsleuten ging auch das Geschäft von Walter Valk im Laufe der Dreißigerjahre immer mehr zurück, sodass er gezwungen war, das Geschäft 1938 aufzugeben. Auch die Wohnung in der damaligen Hindenburgstraße mussten die Valks aufgeben, da es die nationalsozialistischen Gesetze Juden nicht mehr erlaubten, dort zu wohnen. Die Familie zog zu Verwandten in die Herzogenstraße 36 in Goch um. Die neue Wohnung lag in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gocher Synagoge.
Hier erlebte Leni zusammen mit ihrer Mutter in der Nacht vom 9. auf den 10. November die Reichspogromnacht. Vom Fenster ihrer Wohnung musste sie mit ansehen, wie die Synagoge von Männern der SS angezündet wurde und abbrannte. Am nächsten Morgen wurde ihr Vater verhaftet und erst ins Gocher und später ins Klever Gefängnis gebracht. Vier Tage später verschleppte man ihn ins Konzentrationslager Dachau, aus dem er erst einige Monate später wieder entlassen wurde.
Die Ereignisse der Reichspogromnacht und auch der Ausschluss jüdischer Kinder aus dem öffentlichen Schulwesen vom 15. November 1938 waren für Erna Valk wohl der Anlass, Leni zu ihrem Onkel Isaak Valk nach Leeuwarden in die Niederlande zu schicken. Hier war es Leni zunächst möglich, eine öffentliche niederländische Schule zu besuchen. Nach dem Einmarsch der Deutschen in die Niederlande im September 1940 verschärfte sich die Situation für Leni und ihre neue Familie wieder. Ab dem 1. September 1941 war es den jüdischen Kindern nicht mehr erlaubt, eine öffentliche Schule zu besuchen. Am 29. April 1942 wurde das Tragen eines Judensterns zur Pflicht.
Im Oktober 1942 wurde Leni mit ihrer Tante Hertha in das Durchgangslager Westerbork gebracht, Onkel Issak war schon seit August 1942 im Lager Westerbork. Am 18. Mai 1943 wurde Leni mit ihrer Tante und ihrem Onkel und zusammen mit weiteren 2511 Inhaftierten ins Vernichtungslager Sobibor gebracht. Nach Ankunft in Sobibor am 21. Mai 1943 wurden alle Ankömmlinge vergast.
Gedenken an Leni Valk
mini|Leni-Valk-Realschule Goch mini|Infotafel zu Leni Valk vor der Realschule Goch|links mini|Neuer jüdischer Friedhof Goch: Grabstein der Eltern von Leni Valk mit Gedenken an Leni Valk
Erna und Walter Valk überlebten die Shoah und kehrten im Juni 1945 nach Goch zurück. Erna Valk machte es sich zur Aufgabe das Gedenken an das Schicksal ihrer Tochter wachzuhalten. Nachdem 1970 die Straße vor der Realschule in Goch nach Leni Valk benannt wurde, wurde im September 1979 die Realschule in Leni-Valk-Realschule umbenannt. Im Oktober 2013 erhielten Leni und ihre Eltern Erna und Walter Stolpersteine an der Brückenstraße 37. Auch auf dem Grabstein von Erna und Walter Valk auf dem jüdischen Friedhof in Goch an der Reeser Straße befindet sich eine Inschrift zum Gedenken an Leni Valk.
Weblinks Eintrag zu Magdalena Leni Valkin: Yad Vashem. Abgerufen am 04. Juni 2026.
Einzelnachweise
Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Person (Goch) Kategorie:Todesopfer im Vernichtungslager Sobibor Kategorie:Person, für die in Nordrhein-Westfalen ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Häftling im Durchgangslager Westerbork Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in den Niederlanden Kategorie:Kind Kategorie:Geboren 1933 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Frau