Café Eigel war eine Konditorei in der Brückenstraße in der Kölner Innenstadt. Sie wurde von 1851 bis 2026 als Familienunternehmen geführt.
Geschichte mini|Tortenrezepte Theodor Eigel jun., 1875 mini|Café Eigel, Kuchenbuffet, ca. 1890 mini|Das Café abends, Foto: Hugo Schmölz, 1955 mini|Die Espressobar 1851 gründete der damals 23-jährige Theodor Eigel (1828–1923) nach Gesellenjahren in Wien und Hannover in der Kölner Schildergasse 36 eine kleine Konditorei.Website Café Eigel, abgerufen am 4. Juni 2026/ Damals kamen dort noch vor allem Männer zusammen, um Zeitung zu lesen, Karten zu spielen und sich zu unterhalten. Nur vereinzelt gingen nachmittags auch Frauen in das Café.
1875 verfasste Eigel ein noch erhaltenes Rezeptbüchlein mit mehr als 100 handgeschriebenen Tortenrezepten, verziert mit Bildern von Engeln und Blumen. Um 1888 ließ er das Café im zeittypischen Stil der Neorenaissance umbauen und vergrößern. Es galt als Sehenswürdigkeit, in dem auf reichverzierten verspiegelten Anrichten Dutzenden von Torten auf feinen Kredenzen angeboten wurden.
Theodor Eigel war verheiratet mit Henriette Jobs. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Von diesen wurde Johann Theodor (1856–1923)Heiratsregister Köln vom 4. Mai 1883 ebenfalls KonditorMuseum Düsseldorf, abgerufen am 4. Juni 2026 und übernahm das Café. Er war kunstinteressiert und sammelte alte Gläser und rheinisches Steinzeug.
1914 erfolgte ein kompletter Neubau des Hauses in der Schildergasse. Die Möbelmanufaktur Pallenberg, damals die führende Möbelfabrik Westdeutschlands, schuf die Innenausstattung. Trotz des Ersten Weltkriegs und der Knappheit von Rohstoffen, die von 1919 bis 1921 ein Kuchenbackverbot nach sich zogen, konnte das Unternehmen weiter bestehen.
1923 starben der Gründer Theodor Eigel und sein Sohn Johann Theodor; sie wurden auf dem Melaten-Friedhof bestattet.Website Melatenfriedhof, abgerufen am 04. Juni 2026 Nachfolgender Geschäftsführer wurde der Jurist Theodor Franz Karl Eigel (1888–1968), der auch kulturell interessiert war und sich u. a. im Kölnischen Kunstverein engagierte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus in der Schildergasse wie fast die gesamte Kölner Innenstadt zerstört und die Ruinen wurden abgetragen. Erst nach der Währungsreform konnte die Konditorei auf der Hohe Straße 76–78 den Betrieb wieder aufnehmen.
1955 entstand nach Planung des Architekten Heinrich Bartmann ein zunächst nur eingeschossiger Neubau in der Brückenstraße. Die der Nachkriegsmoderne verpflichtete Innenarchitektur zeigte den typischen Stil der 50er Jahre. Eine Attraktion wurde die damals neuartige Espressobar. Das Café bekam über 270 Plätze. Bis zu 40 Mitarbeiter wurden in den Folgejahren beschäftigt, darunter zwölf Konditoren, die für ein umfangreiches Angebot an Kuchen und Torten sorgten. Es gab zudem über 20 Sorten handgemachte Pralinen und 15 verschiedene Teegebäcksorten aus Mürbeteig. Auf Bestellung wurden aufwändige Geburtstags- und Hochzeitstorten gefertigt.
2006 erfolgte eine erneute Modernisierung der Räume. Die Konditorei wurde in fünfter Generation von Nikolaus Valentin Eigel (* 1964)Registercheck, abgerufen am 8. Juni 2026 und seiner Frau Tina geführt. Das Café schloss am 27. Juni 2026 nach 175 Jahren.
Schriftquellen Christiane Vielhaber: Mitten in der City: Kölner Traditionscafé schließt nach 175 Jahren, in: Kölner Stadt-Anzeiger, 25. Mai 2026 Express: Herz der Kölner City hört auf zu schlagen: Traditions-Café macht nach 175 Jahren für immer dicht, Köln, 31. Mai 2026
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