mini|hochkant=1.0|Baron Jacques Martin de Lagarde (Empire)

Jacques Marie Martin de Lagarde, Baron de Lagarde (* 13. Mai 1770 in Lodève, Provinz Languedoc; † 30. Dezember 1822 ebenda) war ein französischer Général de brigade der Revolution und des Premier Empire.

Leben Herkunft und früher Militärdienst Jacques Marie Martin de Lagarde entstammte einer alten Familie von Tuchmachermeistern aus Lodève. Er trat im Zuge der Revolutionskriege am 30. Juli 1792 im Alter von 22 Jahren als Unterleutnant (Sous-lieutenant) in das 13e régiment d’infanterie de ligne (das ehemalige Regiment Bourbonnais) ein. In den folgenden Jahren war er nacheinander in der Rheinarmee (1792–1793), der Moselarmee (1793–1794) – mit der er unter anderem an der Belagerung von Mainz teilnahm – sowie der Sambre- und Maasarmee (1794–1796) eingesetzt. Am 21. März 1795 wurde er zum Leutnant befördert und am 20. Mai desselben Jahres als Adjutant dem Adjudant-général Escale zugeteilt.

Aufstieg im Kaiserreich und Feldzüge Nach seiner Beförderung zum Capitaine am 21. November 1796 wechselte Lagarde zur Armée d’Italie (1796–1798) und nahm anschließend an der Ägyptischen Expedition (1798–1801) teil. Dort zeichnete er sich vom 14. bis 16. August 1799 bei der Verteidigung von Kosseïr aus und erlitt während des Feldzugs in Oberägypten im Jahr 1800 eine Verwundung. Am 12. Juni 1800 ernannte ihn General Jean-Baptiste Kléber vorläufig zum Bataillonschef (Chef de bataillon), was am 28. Februar 1802 durch ein Dekret der Konsuln offiziell bestätigt wurde. Vom 28. November 1800 bis zum 28. März 1808 diente er zudem als Adjutant (Aide-de-camp) von General Charles Antoine Morand.

Zwischen 1803 und 1805 war Lagarde im Lager von Saint-Omer an der Ärmelkanalküste stationiert. Mit dem Ausbruch des Dritten Koalitionskrieges stieß er zur Grande Armée und diente im Stab der 1. Infanteriedivision unter Morand, die dem IV. Korps von Marschall Jean-de-Dieu Soult unterstellt war. In der Schlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805 wurde er am rechten Arm verwundet. Im März 1806 wechselte er zur 1. Infanteriedivision des III. Korps unter Marschall Louis-Nicolas Davout. Am 4. März 1807 folgte die Beförderung zum Oberst (Colonel), woraufhin er am 28. März das Kommando über das 21e régiment d’infanterie légère in der Division Gazan (V. Korps) übernahm. Durch ein Adelsdiplom (Lettres patentes) vom 26. Oktober 1808 erhob ihn Napoleon Bonaparte zum Baron de l’Empire. Anschließend wurde Lagarde auf den iberischen Kriegsschauplatz abkommandiert, wo er am 16. Mai 1811 in der Schlacht bei La Albuera erneut verwundet wurde.

General der Garde und die Hundert Tage Am 30. Mai 1813 erreichte Lagarde den Rang des Général de brigade. Er wurde zur (Jeune Garde) der Kaiserlichen Garde versetzt und übernahm das Kommando über eine Brigade der 4. Division des II. Korps unter Marschall Édouard Adolphe Mortier. Nach Einsätzen in Sachsen wurde er am 20. Juli 1813 Kommandeur der 1. Brigade der 51. Infanteriedivision des bayerischen Beobachtungskorps (IX. Korps unter Pierre François Charles Augereau) und wechselte kurz darauf zum IV. Korps, mit dem er ab dem 7. November 1813 an der Verteidigung der Festung Mainz beteiligt war.

Nach dem Sturz Napoleons wurde er am 1. September 1814 in die Nichtaktivität versetzt, im Oktober jedoch von den Bourbonen zum Ritter des St.-Ludwigs-Ordens ernannt. Während der Herrschaft der Hundert Tage kehrte Lagarde zu Napoleon zurück. Er wurde zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt und übernahm am 20. April 1815 die 2. Brigade der 11. Infanteriedivision im III. Korps der Nordarmee (Armée du Nord). Bei den Rückzugskämpfen nach der Schlacht bei Waterloo erlitt er am 20. Juni 1815 bei Namur eine schwere Schusswunde in die Brust. Am 14. September 1815 wurde er endgültig in den Ruhestand versetzt. Ludwig XVIII. bestätigte ihm im Jahr 1816 den erblichen Titel eines Barons. Am 30. Dezember 1818 wurde er formell in die Reserve des Generalstabs der Armee aufgenommen.

Familie Jacques Marie Martin de Lagarde heiratete am 1. Februar 1814 in Mainz Aglaé Augustine Marie Schaal, die Tochter des Generals François Ignace Schaal. Aus der Ehe ging ein Sohn, Fulcran, hervor, welcher der 2. Baron de Lagarde wurde und später als Oberst der Kavallerie diente.

Wappen mini|hochkant=1.0|Wappen des Barons de Lagarde (Empire)

Geviertet: Feld 1: In Grün eine silberne Erdkugel auf silbernem Boden, rechts begleitet von einem offenen silbernen Buch auf einer silbernen Papierrolle, links von einem halboffenen, quergelegten silbernen Zirkel; Feld 2: In Rot ein aufrecht gepflanztes silbernes Schwert (Wappen der Barone des Militärs); Feld 3: In Schwarz ein goldener Sparren, im Schildfuß begleitet von zwei gezahnten goldenen Türmen; Feld 4: In Blau die Personifikation eines Flussgottes in natürlichen Farben, der sich links auf eine umgestürzte goldene Urne stützt, umgeben von Flusswasser und Schilf in natürlichen Farben.

Auszeichnungen Baron de l'Empire (1808) Kommandeur der Ehrenlegion (1815) Ordre royal et militaire de Saint-Louis (1814)

Literatur

Kategorie:Person in der Französischen Revolution Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Frankreich) Kategorie:Militärperson (Frankreich) Kategorie:Person (Lodève) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1770 Kategorie:Gestorben 1822 Kategorie:Mann