mini|hochkant=1.2|Das Château de Caillac in der Gemeinde Vézac

Das Schloss Caillac ( oder Calhac) ist eine als Monument historique geschützte Schlossanlage in der französischen Gemeinde Vézac im Département Cantal der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Das Anwesen liegt im Tal der Cère in der historischen Region der Haute-Auvergne. Die Schlossgebäude wurden am 10. November 1997 in das Verzeichnis der Monuments historiques aufgenommen; die historische Parkanlage ist zudem als „Bemerkenswerter Park“ (*Parc remarquable*) erfasst.

Nach einer Phase des jahrzehntelangen Leerstands befindet sich das Schloss heute in Privatbesitz, ist jedoch für die Öffentlichkeit nicht zur Besichtigung freigegeben.

Geschichte Historische Zuordnung der Schlösser im Cantal { "type": "FeatureCollection", "features": [ { "type":"Feature", "properties":{"title":"Schloss Caillac","description":"Prévôté d’Aurillac / Carlat – Sitz des Herrn von La Salle de Vézac (1533)","marker-color":"#ef3b2c","marker-symbol":"castle"}, "geometry":{"type":"Point","coordinates":[2.526667,44.946111]} },

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Prévôté d’Aurillac & Vizegrafschaft Carlat Schloss Caillac Schloss Conros Schloss Cropières Schloss Sédaiges Schloss Comblat Schloss Messilhac

Prévôté de Mauriac Burg Anjony Schloss Pesteils

Prévôté de Saint-Flour Schloss La Trémolière Die Familien Chaumeil und de Buisson de Bournazel

Die Ursprünge des Lehens gehen auf das Spätmittelalter zurück. Im Jahr 1302 ist Bertrand de Calhac als Herr des Ortes belegt, der Abgaben an das Kloster in Aurillac leistete. Nach einer Zwischenphase unter dem Kapitän Thomas d’Orbec ging das Gut im Jahr 1483 durch Kauf an François I. Chaumeil (auch *Chaumeilh* geschrieben) über. Er war der Sohn des Baillis der Vizegrafschaft Murat, besaß ein Lizentiat der Rechte, diente als Stellvertreter des Gouverneurs der Auvergne und wurde 1486 von König Karl VIII. in den Adelsstand erhoben.

Da seine eigenen Kinder keine Nachkommen zeugten, erbte sein Neffe und Patenkind François II. Chaumeil das Schloss. Dieser diente 1574 als königlicher Hauptmann und Gouverneur von Boulogne-sur-Mer sowie des Boulonnais. Aus seiner Ehe mit Hélène de Montamat ging als einzige Erbin die Tochter Marguerite de Chaumeil hervor. Sie vermählte sich um 1570 mit Antoine de Buisson, dem Baron von Bournazel, Seneschall und Gouverneur des Rouergue, wodurch das Schloss an die Familie de Buisson de Bournazel gelangte.François-Alexandre Aubert de La Chenaye-Desbois: Dictionnaire de la noblesse, contenant les généalogies, l'histoire... Band 2, Paris 1771, S. 806. Ihr gemeinsamer Sohn François de Buisson de Bournazel, der ebenfalls als Seneschall des Rouergue amtierte, verkaufte im Jahr 1657 die Hälfte der Ländereien von Caillac, die nach mehreren Zwischenstationen an die Familie de Boschâtel übergingen.

Die Epoche der Familien de Boschâtel und de Beauclair

Gaspard-Joseph de Boschâtel, der Erste Präsident des Presidialgerichts von Aurillac und Sohn einer geborenen de Scorailles, erwarb schließlich die gesamte Herrschaft Caillac, verstarb jedoch im Jahr 1742 kinderlos. Die Familie führte als Wappen einen goldenen Schlossturm auf schwarzem Grund (de sable au château d'or) mit der Devise *Musis et Armis* (Den Musen und den Waffen).Johannes Baptist Rietstap: Armorial général. Gouda 1861. Das Erbe fiel an seine Schwester Marie-Claude de Boschâtel (1692–1770), die seit 1714 mit Jean-Baptiste de Beauclair, dem Herrn von Messac, verheiratet war.

Über deren Sohn Géraud de Beauclair gelangte der Besitz im 19. Jahrhundert an die Enkelin Aimée-Henriette de Beauclair, welche 1807 Jean-François de Malet de La Farge heiratete. Deren Sohn Albert de Malet de La Farge vermählte sich 1836 mit Julia du Vergier de La Rochejacquelein, einer Nichte des berühmten aufständischen Generalmajors der Vendée. Er veräußerte das Schloss schließlich an einen bürgerlichen Händler aus Aurillac namens Pierre Marty.

Die Familie Marty und die wissenschaftliche Blüte

Die aus Valuéjols stammende Kaufmannsfamilie Marty brachte neuen Glanz nach Caillac. Félix Marty zog auf das Schloss und leitete umfassende Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten ein. Berühmtheit erlangte jedoch vor allem sein Sohn, der Naturforscher und Paläobotaniker Pierre Marty (1868–1940). Er wuchs auf dem Schloss auf, legte bereits mit 16 Jahren sein Abitur ab und widmete sein gesamtes Leben als Privatgelehrter der wissenschaftlichen Erforschung des Cantal.

Pierre Marty verfasste über 110 wissenschaftliche Publikationen, klassifizierte die vulkanischen Ascheschichten (*Cinerite*) der Region und galt als anerkannter Experte für die Flora des Miozäns. Seine Ehefrau, Marie Boisse de Black, stammte ebenfalls aus einer hochgeschätzten Geologenfamilie und unterstützte ihn maßgeblich bei seinen Forschungen. Marty legte im Schlossareal ein weitläufiges Arboretum an. Da das Paar keine direkten Erben hinterließ, wurde das Anwesen über eine Freundin der Familie an die Familie Stehelin vererbt. In den darauffolgenden Jahrzehnten stand das Schloss lange Zeit leer und wurde teilweise geplündert, ehe es in den 1970er und 1980er Jahren zeitweise von Pfadfindergruppen als Stützpunkt genutzt und notdürftig instand gesetzt wurde.

Beschreibung

Das Schloss liegt eingebettet in den Wiesen des Cère-Tals und setzt sich architektonisch aus zwei rechtwinklig zueinander angeordneten Wohnflügeln (*Logis*) in L-Form zusammen. Die Gebäudeecke wird von einem mächtigen, runden Eckturm dominiert. Die Hauptfassade mit dem barocken Portal weist eine symmetrische Gliederung im Stile der französischen Renaissance auf, die stark an die Architektur des nahegelegenen Schloss Messilhac erinnert. Die Eingangstür führt im Inneren direkt auf eine repräsentative, gerade Steintreppe der Renaissanceepoche, deren Treppenabsätze von kunstvollen Spitzbogengewölben überspannt sind.

Zum geschützten Ensemble gehören neben dem Hauptschloss eine historische Gutsbäckerei, eine angeschlossene Mühle sowie ein weitläufiger Landschaftspark mit dem von Pierre Marty begründeten Arboretum, welcher jedoch heute stark verwildert ist.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Schloss in Auvergne-Rhône-Alpes Kategorie:Bauwerk im Département Cantal Kategorie:Monument historique im Département Cantal Kategorie:Schloss in Europa Kategorie:Monument historique (Schloss) Kategorie:Monument historique seit 1997 Kategorie:Vézac (Cantal)