mini| Sherwin Carlquist in seinem Labor Sherwin John Carlquist (* 7. Juli 1930 in Los Angeles, Kalifornien; † 1. Dezember 2021 in Santa Barbara, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Botaniker, Pflanzenanatom und Fotograf. Er galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Inselbiologie im 20. Jahrhundert und untersuchte insbesondere die Evolution und Anatomie von Pflanzen auf ozeanischen Inseln. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.

Leben Carlquist studierte an der University of California, Berkeley, wo er 1952 den Bachelor erwarb. 1956 wurde er dort mit der Dissertation Fitchia: A study in the primitive compositae zum Ph.D. promoviert. Während seines Studiums wurde er von der Botanikerin Marion Elizabeth Stilwell Cave in Pflanzenmikrofotografie und Embryologie ausgebildet. Anschließend absolvierte er einen Forschungsaufenthalt an der Harvard University.

Nach seiner Promotion lehrte Carlquist an der Claremont Graduate School. Ab 1977 war er zugleich Professor am Pomona College. Von 1984 bis 1992 wirkte er als Pflanzenanatom am Rancho Santa Ana Botanic Garden. Danach war er von 1993 bis 1998 als außerordentlicher Professor an der University of California, Santa Barbara tätig.

Wissenschaftliches Wirken Carlquists Forschungsschwerpunkte lagen in der Pflanzenanatomie, der Systematik und der Biogeographie. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine Untersuchungen zur Anatomie von Holzpflanzen, darunter Vertreter der Gnetophyta. Zudem beschrieb er zahlreiche Pflanzentaxa, darunter Arten der Gattung Drosera, Vertreter der australischen Gattung Stylidium sowie die ungewöhnliche Gattung Alexgeorgea, deren weibliche Blüten weitgehend unterirdisch angelegt sind.

Einen Schwerpunkt seiner Arbeiten bildete die Inselbiologie. Aufbauend auf den Arbeiten Alfred Russel Wallaces untersuchte er insbesondere die Pflanzenwelt Hawaiis und anderer ozeanischer Inselgruppen. Er trug wesentlich zur Entwicklung und Verbreitung von Konzepten wie der Insel-Disharmonie, dem Verlust von Ausbreitungsfähigkeit bei Inselorganismen, der insularen Verholzung sowie der Bedeutung von Hybridisierung für die Evolution von Inselpflanzen bei.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Standardwerk Island Biology (1974), das als grundlegender Beitrag zur modernen Inselbiologie gilt.

Dedikationsnamen und Ehrungen Nach Carlquist wurde die Pflanzengattung Carlquistia aus der Familie der Korbblütler benannt.

2002 erhielt er die Linné-Medaille der Linnean Society of London. Im Jahr 2006 wurde ihm die José-Cuatrecasas-Medaille für hervorragende Leistungen in der Tropenbotanik verliehen.

Veröffentlichungen (Auswahl) Comparative Plant Anatomy: A guide to taxonomic and evolutionary application of anatomical data in angiosperms, 1961 Island Life. American Museum of Natural History, New York 1965. Island Biology. Columbia University Press, New York 1974. Comparative Wood Anatomy: Systematic, Ecological, and Evolutionary Aspects of Dicotyledon Wood Hawaii: A Natural History. National Tropical Botanical Garden, Lawai 1992. Natural Man. STARbooks Press. 1993

Weblinks

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Einzelnachweise

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