Zina Saro-Wiwa (* 1976 in Port Harcourt) ist eine britisch-nigerianische Künstlerin und Filmemacherin. Ihre Arbeiten befassen sich mit Themen wie Umwelt, Macht, Trauer und der Ogoni-Kultur.

Leben Saro-Wiwa wurde 1976 in Port Harcourt geboren, wuchs in Surrey in England auf und studierte an der University of Bristol. Sie ist eine Tochter des nigerianischen Schriftstellers und Umweltschützers Ken Saro-Wiwa, der Ende 1995 mit acht weiteren Aktivisten nach Protesten gegen die Ausbeutung des Ogoni-Landes durch die Ölindustrie von der nigerianischen Regierung hingerichtet wurde. In ihrer Kindheit besuchte sie mit ihren Geschwistern Nigeria in den Ferien; diese Aufenthalte endeten, als die Ölproteste im Nigerdelta zunahmen und sie und ihre Zwillingsschwester Noo Saro-Wiwa 14 Jahre alt waren. Nach einem Auslandsjahr in Brasilien und dem Studium in Bristol arbeitete sie als Moderatorin und Programmmacherin beim BBC-Hörfunk und -Fernsehen. Nach rund einem Jahrzehnt als Rundfunkjournalistin verlagerte sie ihren Schwerpunkt auf Film und bildende Kunst und zog in die Vereinigten Staaten.

Wirken Saro-Wiwas Dokumentarfilm This Is My Africa porträtiert die afrikanische Kultur, indem er Yinka Shonibare, John Akomfrah, Lupita Nyong’o, Chiwetel Ejiofor und Colin Firth zu Wort kommen lässt. Sie gilt als Gründungsfigur des Alt-Nollywood, das Erzähl-, Stil- und Bildkonventionen des nigerianischen kommerziellen Kinos für subversive und politisch herausfordernde Zwecke nutzt.

In der Videoinstallation Eaten by the Heart, die sie für die Ausstellung The Progress of Love konzipierte, produzierte und inszenierte, untersuchte sie, wie Kultur die Aufführung von Liebe beeinflusst. In Mourning Class: Nollywood und Sarogua Mourning nutzte sie Nollywood-Bildsprache für Trauerarbeit um ihren Vater.

Seit 2014 betreibt sie in den früheren Büros ihres Vaters in Port Harcourt den Kunstraum Boys’ Quarters Project Space. In Karikpo Pipeline stellte sie 2015 einen traditionellen Ogoni-Tanz einer stillgelegten Förderstation gegenüber und machte damit auf Verlust, Ausbeutung und kulturelle Rückaneignung im Nigerdelta aufmerksam. Die Serie Table Manners zeigt Menschen aus dem Nigerdelta beim Essen und macht aus alltäglichen Gesten eine intime Form dokumentarischer Porträtkunst.

Im Jahr 2016 kuratierte sie in London The Pineapple Show, eine Ausstellung über die kulturellen, emotionalen und politischen Bedeutungen der Ananas. 2017 erhielt sie eine Guggenheim Fellowship und wurde von Foreign Policy als eine der Global Thinkers des Jahres 2016 aufgezählt. Ihre erste europäische Einzelausstellung The Turquoise Meat Inside wurde 2018 bei Tiwani Contemporary in London gezeigt. 2025/2026 war ihre Arbeit Karikpo Pipeline in der deutschsprachig dokumentierten Ausstellung Sich verwandt machen im Humboldt Forum in Berlin vertreten.

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