Die Evangelische Kirche (auch Schöntaler Kirche) ist ein Kirchengebäude in Mittelschöntal, einem Weiler und Stadtteil der Großen Kreisstadt Backnang im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die schlichte, rechteckige Saalkirche mit Dachreiter entstand im Heimatschutz-Stil im Jahre 1938 und bietet Platz für etwa 100 Personen. Seit 2025 gehört die Kirche der Stadt Backnang.

Geschichte Während des Mittelalters gehörten die Schöntal-Orte (Ober-, Mittel- und Unterschöntal) dem Damenstift St. Johannes des Täufers in Oberstenfeld; Papst Innozenz IV. bestätigte den Besitz desselben 1247. Möglicherweise ließen die Stiftsdamen bereits eine Kapelle in Unterschöntal errichten. Diese erste Schöntaler Kirche überstand den Bildersturm und den Dreißigjährigen Krieg und war noch Ende des 17. Jahrhunderts vorhanden. Auf einer Ansicht aus dem Forstlagerbuch von Andreas Kieser (um 1686) ist dieses Kirchlein zu sehen. Es handelte sich um ein kurzes Gebäude mit aufgesetztem Glockentürmchen. In einem württembergischen Landbuch aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist noch von einer alten Capell die Rede.Helmut Bomm: Was Straßenschilder erzählen. Verlag Fr. Stroh, Backnang 1987, S. 139 f. Es ist unklar, wann die Kapelle abgegangen ist.

Da die Kapelle im 19. Jahrhundert nicht mehr in Betrieb war, mussten die Schöntaler Kirchgänger weite Wege auf sich nehmen. Sie besuchten entweder die Gottesdienste in der Lukaskirche in Kirchberg an der Murr, die St.-Laurentius-Kirche in Erbstetten oder die Stiftskirche in Backnang.

Als in den 1920er Jahren eine neue Aussegnungshalle auf dem Backnanger Stadtfriedhof gebaut wurde, gab es kurzzeitig den Plan, die neogotische Friedhofskapelle abzutragen und nach Schöntal zu translozieren. Der Plan wurde jedoch verworfen.

In den 1930er Jahren beschlossen zwei aus Schöntal stammende Unternehmer, die Brüder Albert und August Reutter aus Stuttgart, ihrem Heimatort eine Kirche zu schenken. Die pietistisch orientierten Brüder stellten dazu ihr Grundstück zwischen dem Belchenweg und der Kniebisstraße zur Verfügung. Die Kirche konnte 1938 eingeweiht werden. Bei dem Bau hatten viele Schöntaler Bürger mitgeholfen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche lange von der Hahn’schen Gemeinschaft genutzt, die in der Tradition Johann Michael Hahns steht. Die evangelische Kirchengemeinde der Markuskirche hat ebenfalls Nutzungsrechte erworben. Um das Jahr 2000 stellte die Hahn’sche Gemeinschaft ihre Aktivitäten in Backnang ein. 2025 wurde die Schöntaler Kirche von der Stadt Backnang erworben und somit die Baulast übernommen. In der Folgezeit gründete sich der Förderverein Die Kirche bleibt im Dorf e.V., der sich das Ziel gesetzt hat, die Kirche weiterhin zu erhalten.

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