Kate Hammett-Vaughan (* 1. Mai 1957 als Kathryn Andrea Vaughan in Halifax, Nova Scotia; † 7. Mai 2026) war eine kanadische Jazzsängerin.
Leben und Wirken Kate Hammett-Vaughan begann ihre Gesangskarriere mit 15 Jahren in den Rockbands ihres Bruders. In diesem Lebensjahr starb auch ihre Mutter Muriel. Um diese zu ehren, nahm sie deren Mädchennamen Hammett zusätzlich zum Namen ihres Vaters an. Mit 19 Jahren wandte sie sich der akustischen Musik zu und gründete während ihres Studiums der Englischen Sprache an der Acadia University die Swinggruppe JADA, die Standards und Blues spielte. Schließlich erhielt sie ein festes Engagement bei dem Saxophonisten Bucky Adams. In dieser Phase entdeckte sie für sich das Great American Songbook; dieses wurde für die nächsten 50 Jahre ein Schwerpunkt ihres Gesangs. Mit 22 Jahren zog sie nach Vancouver und wurde bald in der dortigen Jazzszene bekannt, u. a. mit Auftritten auf dem ersten Vancouver International Jazz Festival 1984 ebenso wie in den folgenden Jahren.
Unter eigenem Namen legte Hammett-Vaughan mehrere Alben vor. Des Weiteren interessierte sie sich für Neue Improvisationsmusik und gehörte langjährig dem NOW Orchestra an, in dem sie auch mit Barry Guy, René Lussier, George Lewis und Marilyn Crispell zusammenarbeitete. Weiterhin wirkte sie mit der Komponistin Susan Frykberg. Sie war zudem Teil des Vokal-Sextetts Divas auf dem Album Divas for Life – Live at the Vogue! (2001). In den Jahren nach der Jahrtausendwende pflegte sie zudem eine künstlerische Zusammenarbeit mit den Sängerinnen Karin Plato und Jennifer Scott, mit denen sie als We Three Queens auftrat. Im Bereich des Jazz war sie laut Tom Lord zwischen 1989 und 2010 an 20 Aufnahmesessions beteiligt.Tom Lord: The Jazz Discography (online, abgerufen am 1. Juni 2026).
Ihre Gesangstechnik war anfangs von Ella Fitzgerald und Cleo Laine beeinflusst. Nach dem Hören und Studieren bei modernen Gesangskünstlern, insbesondere Jay Clayton und Sheila Jordan, wandte sie sich einem zeitgenössischen Jazzgesang zu. In manchen ihrer Lieder lassen sich Anklänge an die Avantgarde heraushören. Ihre Improvisationstechniken wurden zweifellos von diesen Sängern sowie von Maggie Nicols und Phil Minton geprägt, schrieb Dave Nathan (AllMusic). Laut AllMusic hat sie sich mit ihrem mitreißenden Gesangsstil und ihrer Leichtigkeit im Umgang mit unterschiedlichstem Repertoire zu einer der bekanntesten Jazzsängerinnen Kanadas entwickelt.
Für Garbo’s Hat (eingespielt mit Paul Blaney und Graham Ord) erhielt Hammett-Vaughan 1984 eine Nominierung für den Juno Award/Contemporary Jazz Album of the Year; zwei weitere Nominierungen für den Juno Award/Vocal Jazz Album of the Year mit dem Kate Hammett-Vaughan Quintet (mit Chris Gestrin, André Lachance, Tom Foster, Jim Pinchin) gab es 2000 bzw. 2005 für die beiden Alben How My Heart Sings und Eclipse.
Obwohl Hammett-Vaughan nie eine Musikschule besucht hatte, entwickelte sie sich zu einer angesehenen Musikpädagogin, die über zwanzig Jahre lang am Capilano College und am Vancouver Community College unterrichtete, außerdem jeden Sommer im BC Swing Camp in Sorrento. Im Mai 2026 starb sie 69-jährig nach einer langen Krankheit.
Diskographische Hinweise 1990: NOW Orchestra: The Future Is N.O.W. – New Orchestra Workshop: Turnaround (Nine Winds) 1994: Barry Guy and The NOW Orchestra: Study – Witch Gong Game II/10 (Maya) 1999: How My Heart Sings 2001: George Lewis / The NOW Orchestra: The Shadowgraph Series: Compositions for Creative Orchestra (Spool) 2002: Devil May Care (Maximum Jazz) 2004: Eclipse (Maximum Jazz) 2005: NOW Orchestra & Marilyn Crispell: Pola (Les Disques Victo) 2006: Conspiracy – Art Songs for Improvisors 2007: So Lucky to Be Me 2012: Kate Hammett-Vaughan with Bill Coon and Adam Thomas: Sanzaru
Weblinks
Obituaries: Canadian Jazz Singer Kate Hammett-Vaughan, ca.billboard.com vom 12. Mai 2026 (engl.) Einzelnachweise
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