mini|Ketayun Ardeshir Dinshaw (2007) Ketayun Ardeshir Dinshaw (; * 16. November 1943 in Kalkutta (heute: Kolkata); † 26. August 2011 in Mumbai) war eine indische Strahlenonkologin und Krebsmedizinerin. Sie war viele Jahre lang am Tata Memorial Hospital und am Tata Memorial Centre tätig und gilt als wichtige Gestalterin der modernen Krebsbehandlung und Strahlentherapie in Indien. Für ihre Beiträge zur Strahlenonkologie erhielt sie 2001 den Padma Shri.

Leben Dinshaw wurde Ende 1943 als Tochter von Ardeshir und Alamai Dinshaw in einer parsischen Familie in Kalkutta, dem heutigen Kolkata, geboren. Ihr Vater war ein Architekt. Sie studierte am Christian Medical College in Vellore, schloss dort 1966 ihr Medizinstudium ab und blieb der Hochschule auch später eng verbunden. Dinshaw interessierte sich zunächst für die Chirurgie, entschied sich aber in Vellore nach ärztlicher Beratung für die Strahlenonkologie, die dort bereits als eigenständiges klinisches Fach geführt wurde. Von 1970 bis 1973 absolvierte sie am Addenbrooke’s Hospital in Cambridge eine fachärztliche Weiterbildung in Strahlentherapie und Onkologie, erwarb 1971 das DMRT und wurde 1973 Fellow des Royal College of Radiologists. Nach ihrer Rückkehr nach Indien trat sie 1974 als Assistenz-Röntgentherapeutin in das Tata Memorial Hospital in Mumbai ein. 1981 wurde sie Leiterin der dortigen Strahlentherapie, 1995 Leiterin des Tata Memorial Hospital und 1997 Leiterin des Tata Memorial Centre. Nach 34 Jahren am Tata Memorial Centre ging sie 2008 in den Ruhestand. Dinshaw starb im Jahr 2011 nach einer Krebserkrankung.

Wirken Während Dinshaws Wirkenszeit veränderten sich Krebsdiagnostik und Krebsbehandlung in Indien fundamental und zugleich nahm die Anzahl der Erkrankten zu. Am Tata Memorial Hospital setzte sie auf einen multidisziplinären Ansatz, bei dem Diagnostik, Therapie und Rehabilitation gemeinsam geplant wurden. Unter ihrer Leitung wurden klinische Protokolle eingeführt, Forschungs- und Ethikstrukturen gestärkt und die Krebstherapie stärker auf evidenzbasierte Verfahren ausgerichtet. Sie trennte die Strahlentherapie organisatorisch von der Radiologie, ersetzte ältere Tiefenröntgengeräte durch modernere Bestrahlungstechnik und förderte die Einführung des MD-Studiengangs in die Strahlentherapie am Tata Memorial Hospital. Zu ihren fachlichen Beiträgen gehörten der Aufbau des ersten indischen Brachytherapie-Programms sowie die Einführung fortgeschrittener strahlentherapeutischer Verfahren in Indien. Gemeinsam mit dem Bhabha Atomic Research Centre war sie an der Entwicklung des Bestrahlungsgeräts Bhabhatron beteiligt, und mit der Indian Space Research Organisation unterstützte sie ein Telemedizinprojekt für die onkologische Versorgung abgelegener Regionen. Sie förderte überdies das ländliche Krebsregister in Barshi und war eine treibende Kraft hinter dem Advanced Centre for Treatment, Research and Education in Cancer in Navi Mumbai. Auch werden ihr der Ausbau des Homi Bhabha Block am Tata Memorial Hospital und die Entwicklung des Tata Medical Centre in Kolkata zugeschrieben. International war sie mit Fachgesellschaften und Beratungsgremien der Strahlenonkologie, der International Union Against Cancer, der International Atomic Energy Agency und der Weltgesundheitsorganisation verbunden. Sie war eine international anerkannte Krebsmedizinerin, die dem öffentlichen Gesundheitswesen in Indien institutionelle Strukturen, moderne Technik und eine stärker patientenorientierte Versorgung gab.

Einzelnachweise

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