mini|hochkant|Myriam Bregman Myriam Bregman (* 25. Februar 1972 in Timote, Buenos Aires) ist eine argentinische Anwältin, Menschenrechtlerin und Politikerin des Partido de los Trabajadores Socialistas (PTS). Sie gehört dem Frente de Izquierda y de Trabajadores – Unidad (FIT-U) an und machte sich als Abgeordnete, Präsidentschaftskandidatin und Vertreterin von Opfern der Militärdiktatur einen Namen.

Leben Bregman wuchs in Timote auf, einem kleinen Ort in der Provinz Buenos Aires, und besuchte öffentliche Schulen, wobei ihr Vater zeitweise als ländlicher Lehrer arbeitete. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Überschwemmungen in ihrem Heimatort mit ihrem jüngeren Bruder in einen Nachbarort, um die Schule fortsetzen zu können. Sie studierte Jura an der Universidad de Buenos Aires und begann während des Studiums in den 1990er-Jahren mit der linken politischen Arbeit. In dieser Zeit schloss sie sich dem PTS an und engagierte sich in universitären Menschenrechtsinitiativen. Gemeinsam mit anderen Juristen gründete sie das Centro de Profesionales por los Derechos Humanos (CeProDH), das bei Protesten Festgenommene verteidigte.

Wirken Als Anwältin verteidigte Bregman nach der Krise von 2001 auch die Arbeiterschaft, die bankrotte Fabriken unter Kontrolle der Belegschaften weiterführten. In Verfahren zu Verbrechen der Militärdiktatur wirkte sie im Kollektiv Justicia Ya! als Klägervertreterin mit und engagierte sich besonders im Prozess gegen Miguel Etchecolatz, in dessen Verlauf der Zeuge Jorge Julio López verschwand. In der ESMA-Megacausa vertrat sie unter anderem Patricia Walsh, die Tochter des Schriftstellers Rodolfo Walsh.

In den Jahren 2011 und 2015 kandidierte sie erfolglos für das Amt der Regierungschefin der Stadt Buenos Aires und trat dabei für den Frente de Izquierda y de los Trabajadores an. Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2015 trat sie als Kandidatin zur Vizepräsidentin in einer Wahlformel mit Nicolás del Caño an. Die Formel erhielt 3,23 % der Stimmen, aber Bregman errang bei dieser Wahl ihr erstes institutionelles Mandat als nationale Abgeordnete des Linksbündnisses. Sie gab das Mandat im Dezember 2016 aufgrund einer parteiinternen Rotationsregel ab. Von 2017 bis 2021 war sie Abgeordnete in der Legislative der Stadt Buenos Aires und wurde 2021 erneut in die nationale Abgeordnetenkammer gewählt. Sie legte aufgrund der parteiinternen Rotationsregel ihr Amt im Juni 2024 nieder.

Bei der Präsidentschaftswahl 2023 war sie Kandidatin des FIT-U und nahm an den Fernsehdebatten mit Javier Milei, Sergio Massa, Patricia Bullrich und Juan Schiaretti teil. Im ersten Wahlgang erreichte sie nur 2,7 Prozent der Stimmen und schied aus; ihre Auftritte in den Debatten machten sie jedoch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. In dieser Kampagne stellte sie Frauenrechte und reproduktive Rechte in den Mittelpunkt ihrer Kritik an Milei und deutete dessen Aufstieg als patriarchale Gegenreaktion auf feministische Fortschritte. Für die Parlamentswahl 2025 führte sie die FIT-U-Kandidaturliste für die Abgeordnetenkammer in Buenos Aires an und erhielt erneut ein Mandat. 2026 profilierte sich Bregman als konsequente Gegnerin von Mileis Austeritätspolitik; Umfragen von Atlas Intel sahen sie zu diesem Zeitpunkt als argentinische Politikerin mit dem besten positiven Image.

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Einzelnachweise

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