Peter Wessel Fyhn (* 13. Juni 1920 in Kopenhagen; † 6. April 1945 auf dem ehemaligen Schießplatz in Ryvangen, Ortsteil von Hellerup, heute Gedenkhain in Ryvangen, nahe Kopenhagen) war ein dänischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er lebte in Kopenhagen, Ort seiner Widerstandstätigkeit.Lettere di condannati, Seite 120–121, siehe Literatur.Ausführliche Informationen auf den Gedenkseiten des Nationalmuseums, siehe Weblinks, Datenblatt und Biographie.

Familie, Ausbildung, Politik Seine Eltern waren der Fabrikant Hans Peter Wessel Fyhn (* 1889) und Anne Marie, geborene Feddersen (* 1891). Er hatte einen Bruder, ebenfalls im Widerstand, den Architekten Ole Wessel Fyhn (1923–2024), der knapp der Verhaftung entging und die Besatzung überlebte.Datenblatt auf der Gedenkseite modstand.natamus.de.

Bis 1941 arbeitete er bei der Ostasiatischen Handels- und Schifffahrtsgesellschaft, The East Asiatic Company, EAC. Danach studierte er Gesang und Musik an der Universität Kopenhagen, trat als Student in Konzerten und im Rundfunk auf, sein Studium konnte er im Widerstand nicht abschließen.

Widerstand Er ging im September 1943 aktiv in die Illegalität, ausgelöst durch die deutsche Übernahme der Regierungsgewalt, die Auflösung der dänischen Armee und den Beginn Judenverfolgung am 29. August 1943 (Operation Safari). Er unterstützte die Flüchtlingshilfe für Juden, organisierte Fluchtwege und war zuletzt einer der führenden Köpfe im Büro des Dänisch-Schwedischen Flüchtlingsdiensts, der Schiffe und Material für die Flüchtlinge bereitstellte. Im Frühjahr 1944 wurde das Büro gestürmt, mehrere Mitglieder wurden verhaftet oder getötet, Fyhn konnte untertauchen, wurde gesucht und schließlich im Dezember 1944 verhaftet.

Verhaftung, Haft und Hinrichtung Am 5. Dezember 1944 wurde er verhaftet und im West-Gefängnis, Vestre Fængsel, Kopenhagen inhaftiert, wo er drei Monate verblieb, bis er am 5. März 1945 in das Polizeipräsidium, Københavns Politigård, verlegt wurde. Am 4. April verurteilte ihn das Kriegsgericht wegen Führung einer illegalen Organisation, illegaler Postsendungen und Waffentransporten zum Tode, ein Erschießungskommando führte am 6. April in Ryvangen das Urteil aus.

Gedenken Grabstein im Gedenkpark Ryvangen mit Name und Lebensdaten auf gravsted.dk. Gedenktafel mit seinem Namen in der Universität Kopenhagen, Torraum hinter Tor A, zwischen dem Hauptgebäude und dem Gemeinschaftsgebäude, universitetshistorie.ku.dk. Gedächtnisfond „Peter Fyn“, gestiftet von seinem Vater am 5. Mai 1945 zur Förderung der Musikstudenten an der Universität Kopenhagen, siehe seismograf.org. Brief an seine Eltern vom 4. April 1945, zwei Tag vor seiner Exekution: „Das ist ein schlimmer Brief, den ich euch schreiben muss, aber es bleibt ja keine Wahl. Ich wünschte so sehnlich, ich könnte es euch ins Ohr flüstern, damit ihr nicht erschreckt, sondern nur ein bisschen erstaunt seid über die Nachricht, die sich nicht umgehen lässt ... Wenn ihr diesen Brief lest, bin ich schon in einer anderen Welt.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 120–121: Fyhn, Seite 97–100: Überblick über den dänischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Weblinks Datenblatt des Dänischen Nationalmuseums mit ausführlichen Quellenangaben auf modstand.natmus.dk. Biographie auf der Gedenkseite des Dänisches Nationalmuseum auf modstand.natmus.dk.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (dänischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann