Das Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG) ist eine öffentliche Einrichtung der Stadt Gelsenkirchen zur Erforschung und Vermittlung der Gelsenkirchener Stadtgeschichte und besteht seit dem 1. September 1989. Das Institut für Stadtgeschichte gliedert sich in die vier Bereiche Stadtarchiv, historische Forschung, die Dokumentationsstelle „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ sowie die Fachstelle „demokratie.bewegen“. Das Institut für Stadtgeschichte hat seinen Sitz im Wissenschaftspark Gelsenkirchen, unweit des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs.
Stadtarchiv Gelsenkirchen Geschichte Das Stadtarchiv Gelsenkirchen existiert als Archiv weitaus länger als das Institut für Stadtgeschichte. Erste Überlegungen, ein Archiv für die Stadt Gelsenkirchen einzurichten, gab es bereits im Jahr 1921, sie gingen auf den Leiter des damaligen Statistikamtes, Anton Zurhorst, zurück.
Erst Anfang des Jahres 1938 wurde das Stadtarchiv offiziell in der Stadtverwaltung geschaffen und wurde organisatorisch an das Stadtamt 43 angebunden. Leiter zu dieser Zeit war Paul Große-Boymann. Die Räumlichkeiten befanden sich am Neumarkt 2. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Archivbestände ausgelagert, nach Kriegsende zog das Stadtarchiv in das Dachgeschoss der Mädchenmittelschule an der Rotthauser Straße 2 um. Da die räumlichen Kapazitäten in der Mädchenmittelschule begrenzt waren, stand für das Stadtarchiv ein weiterer Umzug im Jahr 1954 in das Rathaus Buer an, wo es schließlich 1961 eigens für das Archiv errichtete Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekam. Im Jahr 1966 wurde Karl Machtan neuer Archivleiter. Im Jahr 1974 zog das Stadtarchiv in das Bildungszentrum an der Ebertstraße um, die Räumlichkeiten wurden dafür mit Rollregalanlagen ausgestattet. Am 1. September 1989 wurde das „Institut für Stadtgeschichte“ unter der Leitung von Jürgen Priamus gegründet.
Heute hat das Stadtarchiv seine Räumlichkeiten im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen-Ückendorf.
Bestände Das Stadtarchiv verwahrt circa 5.000 Regalmeter an Akten, Filmen, Karten, Plänen und Zeitungen. Erste Dokumente stammen aus der Frühen Neuzeit, eine Verdichtung der schriftlichen Überlieferung fand in Gelsenkirchen jedoch erst um 1900 statt. Neben den hauptsächlich schriftlichen Überlieferungen aus der Verwaltung beherbergt es zudem diverses Sammlungsgut sowie Zeitungsbestände der lokalen Tageszeitungen seit 1903. Auch eine Handbibliothek mit etwa 8.000 Bänden zur Geschichte der Stadt Gelsenkirchen kann von Nutzerinnen und Nutzern nach vorheriger Anfrage genutzt werden.
Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ Die Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ wurde am 8. Mai 1994 eröffnet und befindet sich an der Cranger Straße in Gelsenkirchen-Erle.
Das Gebäude war zur Zeit des Nationalsozialismus unter anderem Sitz der NSDAP-Ortsgruppenleitung Buer-Erle. Es gibt eine Dauerausstellung, die sich mit der Stadt Gelsenkirchen in der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Die Dauerausstellung kann von Privatpersonen, aber auch im Rahmen von Führungen besucht werden.
In regelmäßigen Abständen finden Abendvorträge mit Themenschwerpunkt Nationalsozialismus in der Dokumentationsstätte statt.
Forschung Der Arbeitsbereich Forschung des Instituts für Stadtgeschichte ist innerhalb der Stadtverwaltung für die Erforschung und Aufarbeitung der Stadtgeschichte zuständig und steht dieser beratend zur Seite. Zudem versucht der Arbeitsbereich eine Verbindung zwischen Forschung und Public History, etwa durch Ausstellungen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen, herzustellen.
Aktuelle Forschungsprojekte behandeln unter anderem die jüngere Migrationsgeschichte und Fußball während der NS-Zeit.
Weblinks Vorstellung des Instituts für Stadtgeschichte auf der städtischen Website Digitaler Lesesaal des Stadtarchivs GE:schichte - Blog des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen
Einzelnachweise
Kategorie:Organisation (Gelsenkirchen) Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 1989 Gelsenkirchen