mini|200px|Miguel Villanueva y Gómez (1923) Miguel Villanueva y Gómez (* 31. Oktober 1852 in Madrid; † 19. September 1931 ebenda) war ein spanischer Politiker des Partido Unión Constitucional und später des Partido Liberal, der unter anderem zwei Mal Präsident des Abgeordnetenhauses (1913 bis 1914 und 1916 bis 1919) sowie zwischenzeitlich von 1915 bis 1916 Außenminister war.

Leben mini|200px|„Villanueva en Villafranca“ (Karikatur von Joaquín Moya Ángeles vom 4. September 1901) Miguel Villanueva y Gómez, Sohn des Rechtsanwalts und Richters José Villanueva Montoya, absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universidad Central de Madrid und war nach dessen Abschluss als Rechtsanwalt im Generalkapitanat Kuba tätig. Am 21. August 1881 wurde er für die Partei der Konstitutionellen Union (Partido Unión Constitucional) erstmals Mitglied des Abgeordnetenhauses (Congreso de los Diputados) und vertrat in diesem de facto bis zum 16. März 1899 den Wahlkreis „La Habana y Santa Clara“ im Generalkapitanat, wobei Spanien nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg (23. April bis 12. August 1898) alle Ansprüche bezüglich der Souveränität Kubas aufgab. Er selbst kehrte daraufhin nach Spanien zurück, schloss sich der Liberalen Partei (Partido Liberal) und war von 1899 bis 1900 als Vertreter der damaligen Provinz Logroño Mitglied des Senats (Senado). Er bekleidete ferner im siebten Kabinett von Ministerpräsident Práxedes Mateo Sagasta Escolar vom 6. März 1901 bis zu seiner Ablösung durch José Canalejas am 19. März 1902 das Amt des Ministers für Landwirtschaft, Industrie, Handel und öffentliche Arbeiten (Ministro de Agricultura, Industria, Comercio y Obras Públicas).

Am 19. Mai 1901 wurde Villanueva wieder zum Mitglied des Abgeordnetenhauses gewählt und vertrat den Wahlkreis „Santo Domingo de la Calzada“ im Wahlbezirk „Logroño“ bis zu seinem Tode am 19. September 1931, woraufhin Tomás Ortiz de Solórzano y Ortiz de la Puente neuer Abgeordneter für diesen Wahlkreis wurde. Im Kabinett von Ministerpräsident Eugenio Montero Ríos übernahm er zwischen 23. Juni und seiner Ablösung durch Valeriano Weyler am 31. Oktober 1905 den Posten des Marineministers (Ministro de Marina). Er war zwischen 1908 und 1909 Vorstandsmitglied der neu gegründeten Compañía Española de Minas del Rif (CEMR), eine Aktiengesellschaft, die gegründet wurde, um im Protektorat Spanisch-Marokko Eisenerz auszubeuten. 1909 wurde er Mitglied des Staatsrates (Consejo de Estado), das 1526 gegründete oberste Beratungsgremium der Regierung, und gehörte diesem Verfassungsorgan bis 1923 an.

Am 12. März 1912 übernahm Miguel Villanueva y Gómez im Kabinett von Ministerpräsident José Canalejas Méndez von Rafael Gasset Chinchilla den Posten des Entwicklungsministers (Ministro de Fomento) und verblieb auf diesem Posten in den Kabinetten der Ministerpräsidenten Manuel García Prieto (12. November 1912 bis 14. November 1912) und Álvaro Figueroa Torres bis zum 24. Mai 1913, woraufhin Rafael Gasset Chinchilla auch sein Nachfolger wurde.

Villanueva selbst löste am 27. Mai 1913 den am 28. Januar 1913 im Amt verstorbenen Segismundo Moret Prendergast als Präsident des Abgeordnetenhauses (Presidente del Congreso de los Diputados) und bekleidete das Amt bis zum 2. Januar 1914, woraufhin Augusto González Besada von der Konservativen Partei (Partido Conservador) neuer Parlamentspräsident wurde. Am 9. Dezember 1915 übernahm er im zweiten Kabinett von Ministerpräsident Álvaro Figueroa Torres das Amt des Außenministers (Ministro de Estado) und verblieb in dieser Funktion bis zum 25. Februar 1916, woraufhin Ministerpräsident Figueroa Torres diese selbst übernahm. Daraufhin löste Villanueva am 25. Februar 1916 wiederum Ángel Urzaiz als Finanzminister (Ministro de Hacienda) ab und verblieb auf diesem Posten bis zu seiner Ablösung durch Santiago Alba Bonifaz am 30. April 1916.

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde Villanueva y Gómez am 11. Mai 1916 als Nachfolger des Konservativen Augusto González Besada zum zweiten Mal Präsident des Abgeordnetenhauses und hatte das Amt des Präsidenten des Congreso de los Diputados bis zum 2. Mai 1919 inne, woraufhin Juan Armada Losada diese Funktion übernahm. Im fünften Kabinett von Ministerpräsident Manuel García Prieto wurde er am 4. April 1923 als Nachfolger von José Manuel Pedregal noch einmal Finanzminister und behielt dieses Amt bis zum 3. September 1923, woraufhin Félix Suárez Inclán neuer Finanzminister wurde.

Villanueva gehörte zwischen 1929 und 1931 der Real Academia de Ciencias Morales y Políticas als Mitglied an und wurde ferner mit dem Christusorden von Portugal sowie dem Orden des Weißen Adlers von Serbien ausgezeichnet. Nach seinem Tode wurde er auf dem Friedhof Cementerio de San Fernando in Sevilla beigesetzt.

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