JoJo no Kimyō na Bōken: Phantom Blood () ist ein 2007 veröffentlichter Anime-Kinofilm des Regisseurs Jun'ichi Hayama. Der Spielfilm erhielt lediglich eine begrenzte Laufzeit in den japanischen Kinos. Eine Heimkino-Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray wurde nie realisiert, sodass der Anime-Film innerhalb der Animeszene als „verlorenes Medium“ gilt.
Der Abendfüller setzt die Handlung des ersten Teils der Mangareihe um, die ebenfalls den Titel Phantom Blood trägt.
Handlung Der Kinofilm adaptiert die Handlung der ersten fünf Manga-Bände von JoJo’s Bizarre Adventure, die zwischen 1986 und 1987 in Japan veröffentlicht wurden und den ersten Teil des Gesamtwerkes bilden. Dieser erste Handlungsabschnitt trägt wie der Kinofilm die Tagline Phantom Blood ().
Die Geschichte des Handlungsstrangs spielt im England der 1880er-Jahre. Im Mittelpunkt stehen Jonathan Joestar und dessen Rivale Dio Brando, der von Jonathans Vater als Adoptivsohn in die Familie aufgenommen wird. Zwischen den Adoptivbrüdern entbrennt eine Fehde um die Erbfolge der Familie. Nachdem mehrere Versuche Dios scheiterten Jonathans Platz als ranghöchster Nachkomme streitig zu machen, verwandelt sich dieser mithilfe einer antiken, steinernden Maske in einen unsterblichen Vampir und zerstört dabei das Anwesen der Familie Joestar.
Jonathan macht sich auf den Weg, um seinen Adoptivbruder aufzuhalten. Dabei trifft er auf einige zukünftige Weggefährten, wie etwa den Straßenräuber Robert E.O. Speedwagon und seinen Meister Will A. Zeppeli. Dio wendet sich indes einem neuen Ziel zu: Die Weltherrschaft.
Produktion und Veröffentlichung Basierend auf einen Artikel von Animate schrieb das Anime-Nachrichtenportal Anime News Network im September 2006, dass sich ein Anime-Kinofilm im Studio A.P.P.P. in Arbeit befinde. Regie führte Jun'ichi Hayama, der zugleich das Charakterdesign entwarf und sich zudem als Animationsregisseur verantwortlich zeigte. Das Drehbuch wurde von Mitsuhiro Yamada geschrieben, der im Gegensatz zu Regisseur Hayama, nicht mit der Mangaserie vertraut war.
Phantom Blood war eines von zwei Projekten, die unter der Leitung Hayamas entstanden. Das andere Projekt war eine Episode zum Anime Drifters. Obwohl der Film nach der dreizehnteiligen OVA, die zwischen 1993 (sechs Folgen) und 2002 (sieben Folgen), veröffentlicht wurde und innerhalb der Handlung ein Prequel darstellt, wurden große Teile der Handlung aus der Vorlage abgeändert. Dies hatte zur Folge, dass die erzählte Geschichte Widersprüchlichkeiten zu anderen Teilen der (späteren) Handlung hervorruf und einige Fragen ungeklärt blieben.
Die Filmusik wurde von Marco D'Ambrosio geschrieben. Das Titellied des Kinofims, dass den Namen Voodoo City trägt, wurde von der japanischen Hip-Hop-Gruppe Soul’d Out angefertigt.
Der Film kam am 17. Februar 2007 in die japanischen Kinos und war dort wenige Wochen lang zu sehen. Die Produktion und Veröffentlichung des Films entstand im Zuge des 20-jährigen Franchise-Jubiläums.
Synchronisation Die Sprecherliste wurde aus dem Enzyklopädie-Eintrag von AniSearch entnommen. Das Owarai-Duo „Speedwagon“, bestehend aus Jun Itoda und Kazuhiro Ozawa, hatten im Film einen Cameo-Auftritt.
Rolle Japanische Stimme (Seiyū) Jonathan Joestar Katsuyuki Konishi Dio Brando Hikaru Midorikawa Erina Pendleton Nana Mizuki William A. Zeppeli Rikiya Koyama Jorge Joestar I Tsutomu Isobe Tonpetti Yoshisada Sakaguchi Bruford Tōru Nara Black Knight Tarkus Yoshinori Sonobe Wang Chung Jun Itoda Dario Brando Kazuhiro Ozawa
Bekanntheit des Films Nach der Kinopremiere, die negative Reaktionen und kaum nennenswerte Einnahmen zur Folge hatte, war vielen klar, dass der Film kaum eine Chance auf eine Heimkino-Veröffentlichung haben würde, obwohl ursprünglich eine Veröffentlichung auf DVD geplant war. Mit der Zeit entwickelte sich daraus eines der größten Mysterien innerhalb der Animeszene. Laut Regisseur Jun'ichi Hayama, der 2023 auf der Sakura-con zugegen war, zog der Rechteinhaber Shueisha sämtliches Filmmaterial ein und verhinderten eine Herausgabe des Films auf DVD.
Im Internet kursierten bis 2012 lediglich zwei Werbetrailer, die von der Existenz des 90-minütigen Spielfilms zeugen. Im Jahr 2012 kam eine 16-minütige Filmcollage ohne Ton zum Vorschein, die auf einer Torrent-Seite für Anime zugänglich gemacht wurde. Diese wurde von einem Studenten einer Kunstuniversität in Kalifornien hochgeladen, um damit vermeintlich Tongestaltung lehren zu können. Überdies sind Konzeptzeichnungen, Charakterdesigns und vereinzelte Screenshots zum Film im Internet auffindbar. Im Jahr 2019 entdeckte der Webvideoproduzent Mangomation eine Testversion eines Trailers zum Film auf einer alten DVD, die er in einer Onlineauktion ersteigerte. Dieser Trailer wurde im Jahr 2004 auf der Tokyo International World Fair vorgestellt. Zudem existiert ein von Fans des Franchise gestartetes Onlinearchiv, das Phantom Blood Archive, welches sämtliches im Internet zugängliches Material zum Film gesichert hat.
Obwohl schlechte Kritiken und Einspielergebnisse ein Indikator für das Fehlen einer Heimkinoveröffentlichung sein können, haben die Rechteinhaber nie kommuniziert, weshalb Phantom Blood nach seiner Kinopremiere nie auf einem optischen Datenträger herausgegeben wurde. Spekulationen, dass ein Koran-Skandal aus dem Jahr 2008 gegen eine Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray stand, wurden mit der Tatsache begründet, dass das Animationsstudio A.P.P.P. seine Beteiligung an der Animationsproduktionen löschte und seither kein Projekt der Reihe in leitender Position produzierte. Hintergrund ist, dass religiöse Fundamentalisten Szenen der Original Video Animation negativ bewerteten, in welchen der Charakter Dio Brando einen Koran liest und dies sichtbar war. Eine andere Theorie besagte, dass der Schöpfer der Mangaserie Hirohiko Araki mit dem Ergebnis unzufrieden war und den Film kurz nach dessen Kinovorstellungen aus dem Verkehr zog. Allerdings hatte sich Araki nie öffentlich zum Film geäußert.
Weiteres Die Handlung des Phantom-Blood-Arcs wurde in den ersten neun Folgen der 2012 im japanischen Fernsehen gestarteten Anime-Fernsehserie erzählt, die in ihrer ersten Staffel zudem den zweiten Handlungsstrang Battle Tendency () abdeckt. Diese wurde bei David Production realisiert und international auf Netflix gezeigt. Hirohiko Araki, er Schöpfer der Mangavorlage, referenzierte den Film im siebten Abschnitt seines Werkes namens Speed Ball Run () und benannte zwei Antagonisten nach Liedern der Gruppe Soul’d Out, die den Titelsong zum Film produzierten und interpretierten. Diese heißen Wekapipo und Magent Magent.
Im Oktober 2006 erschien in Japan ein Videospiel für die PlayStation 2, dass die Handlung des Phantom-Blood-Handlungsstrangs nacherzählt.
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Anime-Film Kategorie:Mangaverfilmung Kategorie:Actionfilm Kategorie:Abenteuerfilm Kategorie:Vampire im Film Kategorie:Fragmentarisch erhaltener Film Kategorie:Filmtitel 2007