Rheniumtrioxidchlorid ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der Oxidchloride und neben Rheniumoxidtetrachlorid ReOCl4, Rheniumoxiddichlorid ReOCl2 und weiteren eines von mehreren bekannten Oxidchloriden des Rheniums.

Gewinnung und Darstellung Rheniumtrioxidchlorid kann durch Chlorierung von Rhenium(VI)-oxid mit Chlor bei 160 bis 190 °C gewonnen werden. 2 ReO3 + Cl2 -> 2 ReO3Cl

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Rhenium(VII)-oxid mit Rheniumtetrachlorid.

Eine weitere Synthese mit hoher Ausbeute ist die Reaktion von Rheniumpentachlorid mit Dichlormonoxid bei Raumtemperatur. ReCl5 + 3 Cl2O -> ReO3Cl + 5 Cl2

Daneben ist die Synthese durch Reaktion von Rhenium(IV)-oxid mit Chlor und Sauerstoff bei 450 °C bekannt. 2 ReO2 + Cl2 + O2 -> 2 ReO3Cl + 5 Cl2

Neuere Syntheserouten sind die Umsetzung von Rhenium(VII)-oxid in Tetrahydrofuran oder Acetonitril mit Chlortrimethylsilan beziehungsweise die Reaktion von Rhenium(VII)-oxid in Tetrahydrofuran mit Zink(II)-chlorid bei jeweils 25 °C. Re2O7 + 2(CH3)2SiCl -> 2 ReO3Cl + [(CH3)3Si]2O

Die älteste bekannte Synthese wurde 1932 von Alfred Brukl und Karl Ziegler durch Reaktion von Rheniumtetrachlorid mit Rhenium(VII)-oxid durchgeführt, liefert als Nebenprodukt jedoch auch andere Oxidchloride des Rheniums.

Eigenschaften Rheniumtrioxidchlorid ist eine farblose (bei Anwesenheit von Chlor gelbliche) Flüssigkeit, die an Luft sofort zu Perrheniumsäure und Salzsäure hydrolysiert. Die Verbindung ist lichtempfindlich und verfärbt sich im Sonnenlicht violett. Sie reagiert äußerst stark mit Quecksilber, Silber und einer Vielzahl organischer Verbindungen, jedoch nicht mit zuvor chloriertem Messing oder Edelstahl. Rheniumtrioxidchlorid ist in Tetrachlorkohlenstoff löslich unter Bildung einer klaren, farblosen Lösung.

Mit Aluminiumchlorid und Niobpentachlorid reagiert es zu den entsprechenden Komplexverbindungen. AlCl3 + ReO3Cl -> ReO3Cl*AICI3 NbCl5 + ReO3Cl -> ReO3Cl*NbCl5

In Gegenwart von Lewis-Basen (L) reagiert Rheniumtrioxidchlorid unter Bildung von Addukten der Formel ReO3ClL2.

Im Molekül beträgt der Re-Cl-Abstand 2,230 Å und der Re-O-Abstand 1,702 Å. Die Struktur ist nahezu tetraedrisch, mit einem O-Re-Cl-Winkel von 108° 20’.

Verwendung Rheniumtrioxidchlorid kann als Zwischenprodukt zur Herstellung von reinem Rhenium (Abtrennung von Wolfram und Molybdän) verwendet werden.

Einzelnachweise

Kategorie:Rheniumverbindung Kategorie:Chlorid Kategorie:Oxid