Đặng Văn Phước (* 1935 nahe Quảng Ngãi; † 30. Mai 2026 in Südkalifornien, Vereinigte Staaten) war ein vietnamesischer Fotojournalist, der von 1965 bis 1975 für die Nachrichtenagentur Associated Press über den Vietnamkrieg berichtete. Seine Fotografien zeigten sowohl Kampfhandlungen als auch die Verwundbarkeit von Zivilisten und wurden später in AP-Retrospektiven wie Vietnam: The Real War sowie in vietnamesischen Ausstellungen zur Kriegsfotografie wieder aufgegriffen.

Leben Đặng Văn Phước wurde 1935 in einem Dorf bei Quảng Ngãi südlich von Đà Nẵng geboren; nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters und dem Tod seiner Mutter wuchs er ohne Eltern auf. Als junger Mann half er in einem Filmstudio in Saigon aus, wo er erstmals mit Kameras arbeitete und sich die Fotografie selbst beibrachte. Im Jahr 1965 wurde er von Horst Faas für AP in Saigon angeworben und erwarb sich bei Journalisten sowie bei US-amerikanischen und südvietnamesischen Soldaten rasch den Ruf, nahe an die Front heranzugehen. Zwischen 1965 und 1975 arbeitete er unter anderem in Đà Nẵng, Saigon, Huế und Khe Sanh und begleitete 1972 auch einen Einsatz vor Nordvietnam an Bord des schweren Kreuzers USS Newport News. In seinen zehn Jahren für AP wurde er mehrfach verwundet; 1968 erlitt er bei Straßenkämpfen in Saigon eine Gehirnerschütterung, 1969 verlor er bei einer Granatenexplosion sein rechtes Auge und kehrte dennoch zur Arbeit zurück. Nach dem Fall Saigons 1975 floh er mit seiner Familie über ein Flüchtlingslager auf Guam in die Vereinigten Staaten, arbeitete kurz für AP in Hongkong und ließ sich anschließend in Südkalifornien nieder. In Orange County arbeitete er später als Porträtfotograf, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Artistic Photography Association, bildete jüngere Fotografen aus und engagierte sich freiwillig für das Los Angeles County Sheriff’s Department.

Wirken Phướcs Kriegsfotografie suchte die Nähe zu Patrouillen und Gefechten und zeichnete sich durch einen besonderen Blick auf Zivilisten, Gefangene und Verwundete aus. Zu seinen in Nachrufen und Bildarchiven hervorgehobenen Motiven gehören eine ältere Frau, die 1968 von einem US-Soldaten in ein Flüchtlingslager begleitet wurde, Soldaten in einem B-52-Bombenkrater in den Ho-Bo-Wäldern, ein südvietnamesischer Marinesoldat mit einem Messer am Hals eines gefangenen Vietcong-Verdächtigen sowie Verwundete und Gefangene in den Kämpfen um Saigon. In der AP-Retrospektive zur Tet-Offensive wurden seine Aufnahmen aus Cholon als Teil der visuellen Überlieferung der Offensive von 1968 gezeigt. In der Rezeption von Vietnam: The Real War wurde Phước neben Fotografen wie Nick Út, Eddie Adams, Horst Faas und Henri Huet als einer der AP-Fotografen genannt, deren Bilder zur historischen Erinnerung an den Krieg gehören. Im Jahr 2011 nahm er in Little Saigon an einem Treffen früherer vietnamesischer AP-Mitarbeiter und Kriegsberichterstatter teil, das im Umfeld der Ausstellung Requiem an die im Indochinakrieg getöteten Fotografen erinnerte.

Einzelnachweise

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