Fabius Titianus (vielleicht auch Titus Fabius Titianus; † nach 351) war ein spätantiker römischer Senator, Konsul und Reichsbeamter des 4. Jahrhunderts n. Chr.

Herkunft und Familie Titianus stammte vermutlich aus der senatorischen Familie der Maesii Fabii Titiani aus Sizilien, wahrscheinlich aus Thermae Himerae. Möglicherweise war er ein Vorfahr des Senators und Redners Quintus Aurelius Symmachus. Dafür sprechen onomastische Hinweise: Symmachus hatte einen Bruder namens Celsinus Titianus und sein Sohn hieß Quintus Fabius Memmius Symmachus. Daraus wurde geschlossen, dass der Vater des Symmachus, Lucius Aurelius Avianius Symmachus, eine Tochter des Fabius Titianus geheiratet haben könnte.

In den meisten Inschriften erscheint er lediglich als Fabius Titianus ohne Praenomen. Der Epigraphiker Denis Feissel schlug 2014 vor, ein isoliertes „T“ in einer Inschrift aus Augusta Traiana. als Praenomenabkürzung zu lesen und daraus T(itus) Fabius Titianus zu rekonstruieren. Die traditionellere Lesung verstand dasselbe „T“ jedoch als Teil der Konjunktion „et“: … Domitius Leontius et Fabius Titianus …. Da das Original der Inschrift verloren ist und nur alte Faksimiles erhalten sind, ist die Rekonstruktion umstritten.

Laufbahn Die Laufbahn des Titianus ist vor allem durch eine verlorene Ehreninschrift aus Rom bekannt.. Titianus war zunächst Statthalter der Regionen Flaminia und Picenum (corrector Flaminiae et Piceni) und anschließend Statthalter der Provinz Sicilia (consularis Sicilia).

Danach wurde er Prokonsul der Provinz Asia, wahrscheinlich in den letzten Regierungsjahren Konstantins des Großen (ca. 335–337). Als Prokonsul fungierte er zugleich als iudex sacrarum cognitionum, also als Richter in kaiserlichen Berufungsverfahren. Später erhielt er den Rang eines comes primi ordinis, eine hohe spätantike Hofwürde innerhalb der konstantinischen Rangordnung. Titianus war im Jahr 337 zusammen mit Flavius Felicianus ordentlicher Konsul.

Von 339 bis 341 amtierte Titianus als praefectus urbi Romae, höchster Beamter der Stadt Rom, die damals zum Herrschaftsbereich des Constans gehörte. Außerdem wird er erneut als iudex sacrarum cognitionum bezeichnet.. Zwischen 341 und 349 war Titianus ohne Unterbrechung Prätorianerpräfekt von Gallien (praefectus praetorio Galliarum). Während der Usurpation des Magnentius, dem es gelang, Constans töten zu lassen, war Fabius zwischen 350 und 351 erneut Stadtpräfekt.

Im Jahr 351 sandte Magnentius Titianus kurz vor der Schlacht bei Mursa als Gesandten zu Kaiser Constantius II. Nach dem Bericht des Historikers Zosimos bot Titianus Constantius die Schonung seines Lebens an, falls dieser zugunsten des Magnentius abdanke. Während der Unterredung kritisierte Titianus die Regierung Konstantins und seiner Söhne scharf wegen der Vernachlässigung der Städte. Constantius II. wies das Angebot zurück, ließ Titianus jedoch unbehelligt zurückkehren.Zosimos, Historia Nova 2,49,1–2.

Die Inschrift von Ephesos und die Johannes-Hypothese Besondere Bedeutung besitzt eine fragmentarische lateinische Inschrift aus Ephesos, die Titianus als proconsul Asiae nennt. Ein bereits 1980 publiziertes Fragment wurde durch ein zweites Fragment ergänzt, das Denis Feissel 1998 kopierte und photographierte. Feissel rekonstruierte den Text ungefähr als: [T.] Fab(ius) Titianus [v(ir) c(larissimus)] procons(ul) [Asiae apostolo] // [Io]hanni a fu[nda]mentis [aedificare curavit]..

Demnach hätte Titianus im Auftrag Konstantins einen Bau „von Grund auf“ für den Apostel Johannes errichten lassen. Die Epigraphikerin Fabiola Verrecchia übernahm Feissels Rekonstruktion grundsätzlich in ihre Untersuchung spätantiker lateinischer Inschriften Kleinasiens, formulierte jedoch deutliche Vorbehalte hinsichtlich ihrer historischen Tragweite. Sie bezeichnete die Rekonstruktion ausdrücklich als Hypothese und betonte, dass ein möglicher kaiserlicher Stiftungsakt zugunsten des Johannesgrabes literarisch nicht bezeugt sei.

Archäologische Untersuchungen der späteren Johannesbasilika hatten bereits zuvor auf eine konstantinische Frühphase hingedeutet. Allerdings bleiben mehrere Elemente der Rekonstruktion umstritten: die Ergänzung [Io]hanni ist nicht sicher, die Rekonstruktion des Gesamttextes bleibt hypothetisch und eine literarische Bestätigung einer Stiftung Konstantins am Johannesgrab fehlt.

Obwohl Titianus offenbar an einem christlich motivierten Monument beteiligt war, war er selbst Anhänger der traditionellen römischen Religion, so war er Mitglied des Priesterkollegiums der quindecimviri sacris faciundis..

Literatur

Denis Feissel: Fabius Titianus, proconsul d’Asie sous Constantin, et les origines du culte de l’apôtre Jean à Éphèse. In: Epigrafia e ordine senatorio, 30 anni dopo 10, Rom 2014, S. 159–166. Fabiola Verrecchia: L’epigrafia pubblica in lingua latina dell’Oriente ellenofono tra gli imperatori illirici e Costantino (268–337 d. C.). Diss. Università degli Studi di Cassino e del Lazio Meridionale, 2016–2017, S. 126–127, Nr. 127.

Einzelnachweise

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