Caroline Stolz (* 1977 in Bonn) ist eine deutsche Theaterregisseurin und Theaterintendantin. Sie war von 2019 bis 2024 Intendantin des Rheinischen Landestheaters Neuss und ist seit 2024 stellvertretende Intendantin der Burgfestspiele Mayen.
Leben und Ausbildung Caroline Stolz wurde 1977 in Bonn geboren und wuchs im Rheinland auf. Sie studierte Theaterwissenschaft, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie schloss ihr Studium 2003 ab.
Beruflicher Werdegang Seit dem Jahr 2000 arbeitet Caroline Stolz als Theaterregisseurin. Nach ersten Arbeiten am Schauspiel Bonn wurde sie 2004 feste Regisseurin am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Von 2008 bis 2014 leitete sie die Spielstätte Wartburg des Staatstheaters Wiesbaden und war dort Hausregisseurin.
Mit ihrer Inszenierung von Tropfen auf heiße Steine bei den Hessischen Theatertagen wurde sie 2007 mit dem Sonderpreis der Jury der Hessischen Theatertage ausgezeichnet.
Von 2014 bis 2017 war Stolz künstlerische Direktorin für Oper und Schauspiel am Theater Pforzheim. Zur Spielzeit 2017/18 wechselte sie als interimistische Schauspieldirektorin an das Theater Trier.
Im Februar 2018 wurde Stolz zur Intendantin des Rheinischen Landestheaters Neuss ab August 2019 gewählt. Nach Angaben von nachtkritik.de ging die Wahl aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren hervor; aus 52 eingegangenen Bewerbungen wurden vier Kandidatinnen und Kandidaten zur Endauswahl eingeladen. Die Findungskommission bestand unter anderem aus Vertretern des Trägervereins, der Stadt Neuss, des Landes Nordrhein-Westfalen, des Deutschen Bühnenvereins, sowie des Rheinischen Landestheaters. Seit 2024 ist sie stellvertretende Intendantin der Burgfestspiele Mayen unter der Intendanz von Alexander May.
Neben ihren Leitungsfunktionen ist Stolz als Gastregisseurin und Schauspieldozentin an unterschiedlichen Hochschulen deutschlandweit tätig.
Künstlerische Arbeit Stolz arbeitet an Stadt-, Staats- und Landestheatern sowie Freilichtbühnen. Zu ihren Stationen zählten unter anderem das Schauspielhaus Bochum, das Hessische Staatstheater Wiesbaden, das Schauspiel Essen, das Staatstheater Nürnberg, das Theater Bielefeld, das Theater Magdeburg, das Theater Münster, das Staatstheater Darmstadt und das Rheinische Landestheater Neuss.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Komödien und unterhaltenden Stoffen. So bezeichnete die WELT Stolz 2019 als „Expertin fürs Leichte“ und ordnete sie insbesondere als Regisseurin von Komödien ein.
Mit Die Hörspieler entwickelte sie zudem ein Bühnenformat, das Hörspiel- und Theaterformen verbindet.
Am Rheinischen Landestheater Neuss begann Stolz ihre Intendanz 2019 mit der deutschsprachigen Erstaufführung von Michael Frayns Streichholz-Schachtel-Theater. Während ihrer Neusser Zeit etablierte sie außerdem das Format Wortlos, bei dem pro Spielzeit eine Premiere ohne gesprochene Sprache entstehen sollte.
Inszenierungen (Auswahl) Ausgewählte Theater- und Regiearbeiten:
2003: Titanic – schöne Menschen spielen große Gefühle (T. Krechel, B. Hamel, B. Schrein, S. A. Schulz, J. Wieninger), Schauspielhaus Bochum 2007: Tropfen auf heiße Steine (R. W. Fassbinder), Staatstheater Wiesbaden 2010: The Black Rider (Robert Wilson / Tom Waits / William S. Burroughs), Staatstheater Wiesbaden 2011: König Ödipus (Sophokles / Bodo Wartke), Staatstheater Wiesbaden 2014: Die Leiden des jungen Werther (Johann Wolfgang von Goethe), Theater Bielefeld 2015: Alice (Tom Waits / Robert Wilson), Theater Magdeburg 2015: Der Vorname (Matthieu Delaporte / Alexandre de La Patellière), Theater Trier 2015: Die Hörspieler: Hamlet (William Shakespeare / Caroline Stolz), Projekt, Regie und Konzeption: Caroline Stolz 2016: Die Hochzeit des Figaro (Wolfgang Amadeus Mozart), Theater Pforzheim 2017: Amphitryon (Heinrich von Kleist), Theater Münster 2017: Die Wahlverwandtschaften (Johann Wolfgang von Goethe), Freilichtspiele Schwäbisch Hall 2020: Glückliche Tage (Samuel Beckett), Rheinisches Landestheater Neuss 2021: Rotkäppchen und Herr Wolff (Sergej Gößner, Uraufführung), Rheinisches Landestheater Neuss 2023: Hamlet (William Shakespeare), Rheinisches Landestheater Neuss 2023: Verhext und zugenäht (Thomas Limpinsel, Uraufführung), Burgfestspiele Mayen 2024: La Grande Dame (Olivier Garofalo, Uraufführung), Rheinisches Landestheater Neuss 2026: Geheimnisse (Sébastien Blanc), UA, Kammerspiele Wiesbaden
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Einzelnachweise
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