Neurokognitive Störungen (NCD), auch bekannt als kognitive Störungen, sind eine Kategorie von Störungen der mentalen Gesundheit, die vor allem die kognitiven Fähigkeiten wie Lernen, Gedächtnis, Wahrnehmung und Problemlösung betreffen.

Zu den neurokognitiven Störungen gehören das Delirium, schwache kognitive Störungen und starke kognitive Störungen. Sie werden definiert als Defizite kognitiver Fähigkeiten, die erworben sind (im Unterschied zu entwicklungsbedingten) und typischerweise einen Verlust im Vergleich zum vorherigen gesundheitlichen Zustand bedeuten, dem eine Hirnpathologie zugrunde liegt.Rosen, Allyson. "Neurocognitive Disorders of the DSM-5" (PDF). stanford.edu. https://web.archive.org/web/20170918123220/http://sgec.stanford.edu/content/dam/sm/sgec/documents/resources/dementia_and_caregiving/1_DiagnosisRosenDSM5NCD_AR4.pdf Archived from the original (PDF) on 18 September 2017. englisch, abgerufen am 30. Mai 2026 Das DSM-5 definiert sechs Schlüsseldomänen kognitiver Funktionen: Exekutive Funktion, Lernen und Gedächtnis, perzeptual-motorische Funktion, Sprache, komplexe Aufmerksamkeit und soziale Kognition.American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition (DSM-5). American Psychiatric Publishing. ISBN 978-0-89042-557-2. englisch

Obwohl die Alzheimer-Erkrankung zu den starken neurokognitiven Störungen gehört, gibt es verschiedene weitere klinische Bilder, die mentale Funktionen betreffen, wie Gedächtnis, Denken und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Dazu gehören die frontotemporale Degeneration, Huntington’s Erkrankung, Demenz mit Lewy-Bodies, Traumatische Hirnverletzung, die Parkinsonkrankheit, die Prionenkrankheit und Demenz/neurokognitive Befunde durch HIV-Infektion. Simpson JR (2014). "DSM-5 and neurocognitive disorders". J. Am. Acad. Psychiatry Law. 42 (2): 159–64. PMID 24986342, englisch Neurokognitive Störungen werden als schwach und stark diagnostiziert, abhängig von der Stärke ihrer Symptome. Obwohl Angststörungen, affektive Störungen und psychotische Störungen ebenfalls eine Wirkung auf kognitive und Gedächtnisfunktionen haben können, werden sie nicht unter neurokognitiven Störungen eingeordnet, da diese keine primären (kausalen) Symptome darstellen.Guerrero, Anthony (2008). Problem-Based Behavioral Science of Medicine. New York: Springer. pp. 367–79.englischSachdev, Perminder S.; Blacker, Deborah; Blazer, Dan G.; Ganguli, Mary; Jeste, Dilip V.; Paulsen, Jane S.; Petersen, Ronald C. (2014-11-01). "Classifying neurocognitive disorders: the DSM-5 approach". Nature Reviews Neurology. 10 (11): 634–643. https://doi.org/10.1038/nrneurol.2014.181. hdl:1959.4/unsworks_39077. PMID 25266297. S2CID 20635070. https://go.gale.com/ps/i.do?sw=w&issn=17594758&v=2.1&it=r&id=GALE%7CA389800863&sid=googleScholar&linkaccess=abs&p=HRCA&userGroupName=anon%7E44adb6c3&aty=open-web-entry Außerdem haben Entwicklungsstörungen, wie Autismus, typischerweise eine genetische Basis und werden bereits bei der Geburt oder in frühen Lebensjahren sichtbar, im Unterschied zur erworbenen Ätiogenese neurokognitiver Störungen.Sauer, Ann Katrin; Stanton, Janelle E.; Hans, Sakshi; Grabrucker, Andreas M. (2021), Grabrucker, Andreas M. (ed.), "Autism Spectrum Disorders: Etiology and Pathology", Autism Spectrum Disorders, Brisbane (AU): Exon Publications, pp. 1–16, https://doi.org/10.36255/exonpublications.autismspectrumdisorders.2021.etiology, ISBN 978-0-6450017-8-5, PMID 34495619, englisch, abgerufen am 30. Mai 2026Hugo, Julie; Ganguli, Mary (September 2014). "Dementia and cognitive impairment: epidemiology, diagnosis, and treatment". Clinics in Geriatric Medicine. 30 (3): 421–442. https://doi.org/10.1016/j.cger.2014.04.001. ISSN 1879-8853. PMC 4104432. PMID 25037289, englisch.

Ursachen variieren zwischen den unterschiedlichen Erkrankungstypen, schließen aber meistens eine Schädigung von Gedächtnisregionen des Gehirns ein.Torpy, Janet (2008). "Delirium". The Journal of the American Medical Association. 300 (19): 2936. https://doi.org/10.1001/jama.300.24.2936. PMID 19109124, englisch.Torpy, Janet (2010). "Dementia". The Journal of the American Medical Association. 304 (7): 1972. https://doi.org/10.1001/jama.304.17.1972. PMID 21045107, englisch. Ciccarelli, Saundra K.; White, J. Noland (2014). Psychology. Pearson Education. ISBN 978-0-205-97245-6, englisch. Die Behandlung hängt davon ab, wie die Erkrankung verursacht wurde. Medikation und Therapien sind die häufigsten Behandlungen. Jedoch für einige Arten von Störungen wie bestimmte Formen der Amnesie, können die Therapien die Symptome nur unterdrücken, aber es gibt noch keine wirklich kurative Behandlung.Torpy, Janet (2010). "Dementia". The Journal of the American Medical Association. 304 (7): 1972. https://doi.org/10.1001/jama.304.17.1972. PMID 21045107, englisch.Ciccarelli, Saundra K.; White, J. Noland (2014). Psychology. Pearson Education. ISBN 978-0-205-97245-6.{

Klassifikation Die vorangegangene Ausgabe des „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM-IV) schloss die Kategorie „Delirium, Demenz und amnestische und kognitive Störungen“ ein, die im DSM-5 zu der breiteren Kategorie „Neurokognitive Störungen“ revidiert wurde.Bauer, M., W. Maier, F.Schneider,H.-P.Kampfhammer: Das neue DSM-5-Klassifikationssystem: Wesentliche Neuerungen in der psychiatrischen Klassifikation, in Nervenarzt, 2014, 85:531–532. https://doi.org/10.1007/s00115-013-3983-5 Neurokognitive Störungen werden beschrieben als solche mit „einer signifikanten Beeinträchtigung der Kognition oder des Gedächtnisses, die einen deutlichen Abbau im Vergleich zum vorherigen Funktionsniveau darstellt“.Guerrero, Anthony (2008). Problem-Based Behavioral Science of Medicine. New York: Springer. pp. 367–79.

Das Hauptmerkmal für die Unterscheidung zwischen neurokognitiven Störungen einerseits und affektiven Störungen oder psychiatrischen Befunden mit kognitiver Komponente andererseits (z. B. verstärktem Gedächtnisverlust bei Patienten mit Depression), ist, dass der kognitive Abbau die „definierende Charakteristik“ der Störung ist.American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition (DSM-5®). American Psychiatric Publishing. ISBN 978-0-89042-557-2, englisch.Sachdev, Perminder S.; Blacker, Deborah; Blazer, Dan G.; Ganguli, Mary; Jeste, Dilip V.; Paulsen, Jane S.; Petersen, Ronald C. (2014-11-01). "Classifying neurocognitive disorders: the DSM-5 approach". Nature Reviews Neurology. 10 (11): 634–643. https://doi.org/10.1038/nrneurol.2014.181. hdl:1959.4/unsworks_39077. PMID 25266297. S2CID 20635070. https://go.gale.com/ps/i.do?sw=w&issn=17594758&v=2.1&it=r&id=GALE%7CA389800863&sid=googleScholar&linkaccess=abs&p=HRCA&userGroupName=anon%7E44adb6c3&aty=open-web-entry, englisch Außerdem wurde der Begriff „neurokognitiv“ hinzugefügt, weil die Störungen am häufigsten Veränderungen/Dysfunktionen der neuralen Physiologie aufweisen (z. B. eine Amyloid-Plaque-Bildung bei Alzheimer-Erkrankung).

Die Unterkategorien umfassen: Delirium, schwache neurokognitive Störungen und starke neurokognitive Störungen.Stokin, Gorazd B.; Krell-Roesch, Janina; Petersen, Ronald C.; Geda, Yonas E. (2015). "Mild Neurocognitive Disorder: An Old Wine in a New Bottle". Harvard Review of Psychiatry. 23 (5): 368–376. https://doi.org/10.1097/HRP.0000000000000084. ISSN 1465-7309. PMC 4894762. PMID 26332219, englisch. In jeder dieser Klassifizierungen gibt es Subklassifizierungen basierend auf Krankheitsätiologie und Symptomatik.

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Einzelnachweise

Kategorie:Krankheitsbild in der Psychiatrie Kategorie:Psychische Störung Kategorie:Neurodegenerative Erkrankung Kategorie:Neurobiologie