mini|Sarkophag der Crepereia Tryphaena (rechts) und des Crepereius Euhodus.
Crepereia Tryphaena war der Name einer jungen Frau, die im 2. Jahrhundert n. Chr. in Rom lebte und deren Grab im Jahr 1889 entdeckt wurde. Der Sarkophag mit dem Skelett der im Alter von etwa 20 Jahren Verstorbenen sowie die Beigaben aus der Bestattung befinden sich heute im Museum Centrale Montemartini in RomBeschreibung des Grabes und der Beigaben (mit Abb.) auf der Museumshomepage (italienisch)..
Der Steinsarg der Crepereia Tryphaena und der des Crepereius Euhodus wurden bei Bauarbeiten des Justizpalastes am Tiberufer gefunden. Die Namen sind inschriftlich überliefert; es ist unklar ob beide Personen Freigelassene oder Nachkommen von Freigelassenen sind.
Beigaben mini|Beigaben aus dem Sarkophag nach der Fundvorlage von Lanciani/Castellani Das Fundensemble mit dem Marmorsarkophag hat seine besondere Bedeutung aufgrund einer Anzahl außergewöhnlicher Beigaben. Sehr qualitätvoll gearbeitet ist eine Gliederpuppe aus Elfenbein. Die Frisur der Puppe wird mit Haarmoden von Faustina der Älteren sowie deren gleichnamiger Tochter verglichen. Über die Datierung der Frisur der Puppe wird das Grab um die Mitte des 2. Jahrhunderts eingeordnet. Eine ähnliche Puppe stammt aus einem Mädchengrab, das ebenfalls im 2. Jahrhundert angelegt wurde (Mumie von Grottarossa).
Zu den weiteren erhaltenen Objekten gehört ein Blattkranz. Der Toten war außerdem Goldschmuck mitgegeben worden, darunter Ohrringe, eine Halskette mit Beryllanhängern, eine goldene Fibel mit einem Amethyst und zwei an Kettchen hängenden blattförmigen Anhängern sowie drei Fingerringe mit Steineinlagen (einmal mit Beschriftung FILETVS) und ein kleiner Schlüsselring. Weiterhin fanden sich ein kleines Kästchen aus Bein und Elfenbein, zwei Beinkämme und zwei kleine silberne Spiegel.
Bemerkenswert ist auch der stabförmige tordierte Spinnrocken der Verstorbenen (Abbildung ganz unten). Das Spinnutensil besteht aus einem einzigen Stück Bernstein. Nach einer Angabe in der Naturgeschichte von Plinius d. Älteren (Plin. nat. 37,12) konnte eine kleine Figur aus Bernstein teurer sein als ein Sklave. Demzufolge war auch dieser Rocken, der im Gebrauch die positiven Eigenschaften einer tugendhaften römischen Hausfrau betonte, ein sehr außergewöhnliches BesitztumWissenschaftsblog des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen zu römischen Spinngeräten mit Verweis auf den Rocken der Crepereia Tryphaena..
Literatur R. Lanciani: Delle scoperte avvenute nei disterri del nuovo Palazzo di Giustizia. Bullettino della Commissione Archeologica Comunale di Roma, 17, 1889, S. 173–178. A. Castellani: Descrizione degli oggetti trovati nel sarcophago di Crepereja Tryphaena Bullettino della Commissione Archeologica Comunale di Roma, 17, 1889, S. 178–181 Taf. VIII.
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Einzelnachweise
Kategorie:Archäologischer Fund (Italien) Kategorie:Geboren im 2. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 2. Jahrhundert Kategorie:Frau