Yalız Akbaba (* 1978 Transcript Verlag, abgerufen am 30. Mai 2026) ist eine deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Universitätsprofessorin an der Philipps-Universität Marburg, wo sie am Institut für Schulpädagogik in der Arbeitsgruppe Diskriminierungskritische Schulforschung wirkt. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der pädagogischen Professionalisierung in der Postmigrationsgesellschaft, in diskriminierungskritischer Schul- und Unterrichtsforschung, in post- und dekolonisierenden Perspektiven sowie in Forschungen zu Sprache und Macht.
Leben Akbaba studierte Politikwissenschaft, Amerikanistik und Rechtswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und zeitweise Politikwissenschaft an der University of Reading; im Jahr 2006 erwarb sie den Magistra Artium und 2008 legte sie das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Sozialkunde und Englisch ab. Ihre Promotion an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz schloss sie 2016 mit der Arbeit Dispositiv und Widerstand. Lehrer*innen und der Migrationshintergrund ab; 2017 erhielt sie dafür den Dissertationspreis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach Stationen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, einer Vertretung der W2-Professur für Pädagogik der Sekundarstufen an der Philipps-Universität Marburg und einer Gastprofessur an der Universität Wien übernahm sie im August 2023 in Marburg eine Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Unterrichtsforschung unter besonderer Berücksichtigung sprachlicher Differenz.
Wirken Akbabas Monografie Lehrer*innen und der Migrationshintergrund. Widerstand im Dispositiv erschien 2017 bei Beltz Juventa und rekonstruiert in einer ethnografischen Studie, wie der als Problem und Ressource adressierte Migrationshintergrund für Lehrkräfte handlungsrelevant wird. Als Herausgeberin war sie 2022 an den Sammelbänden Pädagogische Professionalität und Migrationsdiskurse, Lehren und Lernen in Differenzverhältnissen. Interdisziplinäre und intersektionale Betrachtungen und Die Schule der Migrationsgesellschaft im Blick. Diskriminierungskritische Lehr-Forschung von Lehramtsstudierenden beteiligt. Im Jahr 2023 gab sie mit Alisha M. B. Heinemann den zugangsoffenen Band Erziehungswissenschaften dekolonisieren. Theoretische Debatten und praxisorientierte Impulse heraus, welcher die epistemischen Voraussetzungen der Bildungs- und Erziehungswissenschaften hinterfragt. Mit Tobias Buchner veröffentlichte sie 2023 den Aufsatz Rassifizierte Fähigkeitsregime. Eine raumtheoretische Perspektive auf die ‚Deutschförderklasse‘, in dem ableistische und rassistische Ordnungen in Schule zusammengeführt und mit einem relationalen Raumverständnis analysiert werden. Zusammen mit Anne Bödicker veröffentlichte sie 2021 im British Journal of Visual Impairment einen Beitrag zu der Frage, wie Schüler mit Sehbeeinträchtigung institutionelle Zuschreibungen von Fähigkeit und Behinderung betrachten.
Akbaba wirkt als Sachverständige 2025 im Abgeordnetenhaus von Berlin in einer Enquete-Kommission zum Thema Rassismus und Diskriminierung.
Veröffentlichungen (Auswahl) Akbaba, Y.: Lehrer*innen und der Migrationshintergrund: Widerstand im Dispositiv. Weinheim, Beltz Juventa 2017. (Diss. Mainz 2017.) ISBN 978-3-7799-3642-8
Herausgeberschaft Akbaba, Y., Bello, B., & Fereidooni, K. (Hrsg.). (2022). Pädagogische Professionalität und Migrationsdiskurse. Springer VS. ISBN 978-3-658-29042-9; ISBN 978-3-658-29043-6. https://doi.org/10.1007/978-3-658-29043-6 Akbaba, Y., Wagner, C., & Yilmaz, Y. (2022). Pädagogische Reflexivität innerhalb migrationsgesellschaftlicher Dominanzverhältnisse. In Y. Akbaba & C. Wagner (Hrsg.), Die Schule der Migrationsgesellschaft im Blick: Diskriminierungskritische Lehr-Forschung von Lehramtsstudierenden (S. 3–22). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-37847-9_1 Akbaba, Y., Buchner, T., Heinemann, A. M. B., Pokitsch, D., & Thoma, N. (Hrsg.). (2022). Lehren und Lernen in Differenzverhältnissen: Interdisziplinäre und intersektionale Betrachtungen. Springer VS. ISBN 978-3-658-37327-6; ISBN 978-3-658-37328-3. https://doi.org/10.1007/978-3-658-37328-3 Akbaba, Y., & Heinemann, A. M. B. (Hrsg.). (2023). Erziehungswissenschaften dekolonisieren: Theoretische Debatten und praxisorientierte Impulse. Weinheim, Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-6596-1; ISBN 978-3-7799-6597-8. https://doi.org/10.3262/978-3-7799-6597-8
Beiträge in Zeitschriften und Sammelwerken Bödicker, A., & Akbaba, Y. (2021). In the shadow of threatening norms: How students with visual impairment contest and reproduce institutional positions. in: British Journal of Visual Impairment. 39(1), 76–83. https://doi.org/10.1177/0264619620967682
Akbaba, Y. (2022). Pädagogisches Handeln vor dem Migrationshintergrund: Ethnografischer Blick in Lehrer*innen- und Klassenzimmer. In Y. Akbaba, B. Bello & K. Fereidooni (Hrsg.): Pädagogische Professionalität und Migrationsdiskurse. (S. 217–235). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-29043-6_12
Buchner, T., & Akbaba, Y. (2023). Rassifizierte Fähigkeitsregime: Eine raumtheoretische Perspektive auf die ‚Deutschförderklasse‘. Zeitschrift für erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung, 2(2), 140–155. https://doi.org/10.3224/zem.v2i2.03
Einzelnachweise
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