Alexandra Scheele ist eine deutsche Soziologin und Professorin für Arbeits- und Wirtschaftssoziologie an der Universität Bielefeld. Ihre Forschung befasst sich mit Geschlechterverhältnissen und -ungleichheiten, sozialer Reproduktion, bezahlter und unbezahlter Pflegearbeit sowie dem Strukturwandel von Wirtschaft und Digitalisierung.

Leben Scheele studierte von 1990 bis 1995 Politikwissenschaft, deutsche Sprache und Literatur sowie Medienwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und erwarb dort 1995 den Grad Magistra Artium. Sie wurde 2006 an der Philipps-Universität Marburg promoviert und habilitierte sich 2017 an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Vor ihrer Bielefelder Professur war sie an der Philipps-Universität Marburg, am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung, im Projekt GendA – Netzwerk feministische Arbeitsforschung, an der Universität Potsdam, an der London School of Economics and Political Science, an der Universität Erfurt und an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Seit dem 24. Mai 2023 ist sie Professorin im Arbeitsbereich Arbeits- und Wirtschaftssoziologie an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.

Wirken Scheele leitete von 2020 bis 2021 gemeinsam mit Julia Roth und Heidemarie Winkel die Forschungsgruppe Globale Auseinandersetzungen um Frauen- und Geschlechterrechte am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld. Aus diesem Forschungszusammenhang ging 2022 der Sammelband Global Contestations of Gender Rights hervor, den Scheele mit Roth und Winkel herausgab. Von 2021 bis 2023 leitete sie das von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt Doppelte Zerbrechlichkeit: Die Pflegekrise in der Corona-Krise, das Arbeitsorganisation und Sorgearrangements in systemrelevanten Bereichen während der Pandemie untersuchte. Beim Gender Pay Gap arbeitet sie zu beruflicher Segregation, ungleicher Verteilung von Führungspositionen, Teilzeitmustern und der Bewertung von Arbeit. Seit Oktober 2022 ist sie Herausgeberin und Redaktionsleiterin der Zeitschrift für Soziologie. Überdies ist sie Mitherausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift Femina Politica sowie Mitherausgeberin der Buchreihe Arbeit – Demokratie – Geschlecht.

Veröffentlichungen (Auswahl) Arbeit als politisches Feld: Politikwissenschaftliche Perspektiven für die feministische Arbeitsforschung. Westfälisches Dampfboot. 2008, ISBN 978-3-89691-677-8. mit N. Bergmann, C. Sorger: Variations of the same? A sectoral analysis of the gender pay gap in Germany and Austria. Gender, Work & Organization, 26(5), 668–687. 2019, https://doi.org/10.1111/gwao.12299 mit A. Scheele: Game-changers for gender equality in Germany’s labour market? Corporate board quotas, pay transparency and temporary part-time work. German Politics, 31(1), 157–176. 2022, https://doi.org/10.1080/09644008.2021.1984428 mit J. Roth, H. Winkel (Hrsg.): Global Contestations of Gender Rights. Bielefeld University Press. ISBN 978-3-8376-6069-2, 2022 https://doi.org/10.14361/9783839460696 mit H. Schiffbänker, D. Walker, G. Wienkamp: Double fragility: The care crisis in the time of the pandemic. Gender a výzkum / Gender and Research, 24(1), 11–35. 2023, https://doi.org/10.13060/gav.2023.003

Einzelnachweise

Kategorie:Soziologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bielefeld) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau