Carl Rudolph Ludwig von Billerbeck (auch Carl Rudolph Wilhelm Ludwig) (* 1743 in Stargard; † 17. Januar 1808 in Königsberg) war ein preußischer Leutnant, Geheim- und Landrat.
Herkunft Carl Rudolph Ludwig von Billerbeck war Angehöriger des Adelsgeschlechts Billerbeck. Er war ein Sohn von Otto Friedrich von Billerbeck (1702–1751), Obristleutnant im Dragoner-Regiment von Schorlemer, Herr eines Hofs in Warnitz, und dessen Ehefrau Helena Henrica, geb. von Gladis.
Leben Von Billerbeck immatrikulierte sich im Oktober 1757 an der Universität Königsberg. Nach Ende seiner Studien wandte er sich ab dem Jahr 1760 dem preußischen Heer zu, wo er 15 Jahre lang im Dragoner-Regiment von Meyer diente. Ein Sturz vom Pferd beendete seine Karriere beim Militär, so dass er im Rang eines Leutnants verabschiedet wurde. Eine Ordre vom 20. Juni 1774 sah eine weitere zivile Karriere für ihn vor, nach der er im Laufe des Jahres erfolgreich eine Prüfung bei der Kriegs- und Domänenkammer Königsberg ablegte. Nachdem er 1775 einen Landratsposten im Netzedistrikt bekommen sollte, ließ er sich noch im Dezember des Jahres vom mündlichen Examen in Berlin befreien. 1776 amtierte er kurzzeitig als Landrat im Landkreis Bromberg, von wo er 1777 in gleicher Position in den Kreis Kamin mit Sitz in Lobsens wechselte. Am 14. Juni 1783 wurde von Billerbeck mittels Kabinettsorder als Landrat kassiert. Als Grund wurde eine Befragung durch Friedrich II. auf dessen Heimreise von einer Revue in Mockerau genannt, bei der von Billerbeck nicht alle Fragen zu seinem Kreis habe zufriedenstellend beantworten können. Im Detail ging es um die Verlegung einer Relais die Friedrich II. verärgert hatte. Bereits wenige Tage später am 18. Juni wurde Jobst Anton vom Hagen zum nachfolgenden Landrat des Kreises Kamin ernannt.
Wie sich später herausstellte, war die Verlegung der Relais nicht auf die Weisung von Billerbecks – der im Übrigen als kompetent eingeschätzt wurde – sondern auf Weisung der Kammerdeputation Bromberg zurückzuführen. Aufgrund der zu Unrecht angesetzten Entlassung sollte von Billerbeck mittels Ordre von 1787 in ein neuerliches Amt mit Versorgung versetzt werden. Da sich dessen finanzielle Umstände nach einer Erbschaft mehrerer Güter allerdings schon verbessert hatten, schlug er das Angebot dieser Versorgung aus. Er bat stattdessen um das Prädikat eines Geheimrats, womit er am 13. Mai 1789 mittels Ordre auch bedacht und damit letztlich auch rehabilitiert wurde.Adlige und bürgerliche Beamte in der friderizianischen Justiz- und Finanzverwaltung, von Rolf Straubel, 2010, BWV, Berliner Wissenschafts-Verlag S. 183 ISBN 978-3-8305-1842-6 Von Billerbeck war im Jahr 1794 Eigentümer des westpreußischen Guts Ostrowek, saß jedoch auf seinem ostpreußischen Gut Trenk (siehe Pereslawskoje). Zu seinen weiteren Besitzungen zählten noch die Güter Domke, Glißnow und Katzenblick.
Familie Carl Rudolph Ludwig von Billerbeck war mit Sophie Charlotte († 1821), geb. von Klot, verheiratet. Der Sohn aus dieser Ehe war Carl Otto Friedrich Adam von Billerbeck (* 1780).
Literatur
Grundbesitz und Militärdienst, von Rolf Straubel, 2021, Böhlau Verlag Köln S. 73 ISBN 978-3-412-52215-5
Einzelnachweise
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