mini|Dida Nibagwire 2022 Didacienne „Dida“ Nibagwire ist eine ruandische Produzentin, Kulturmanagerin, Schauspielerin und Dramatikerin.
Leben und Werk Dida Nibagwire war von 2013 bis 2014 Stipendiatin des Romeo Dallaire Scholarship am Lewis & Clark College in Portland und besitzt einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften der Kigali Independent University (ULK). Außerdem forschte sie vier Jahre lang im Rahmen von Projekten zu sozialem Wandel und zur Kunst in Ruanda und Ostafrika. Nibagwire ist Mitbegründerin des Kulturzentrums L’Espace. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin der Produktionsfirma Iyugi Productions mit Sitz in Ruanda. Sie hat Festivals, Theaterstücke, Filme sowie künstlerische Werbeproduktionen realisiert. Sie schreibt in ihrer Muttersprache Kinyarwanda und auf Französisch. 2021/2022 war sie Teilnehmerin des Internationalen Forum bei den 75. Berliner Festspielen.
In ihrer Arbeit beschäftigt sich Nibagwire mit den Themen Versöhnung, Vergebung, Gerechtigkeit und Menschenrechte sowie mit Fragen des gesellschaftlichen Wandels. Ihr Stück Vide befasst sich dem Themenkreis von psychischer Gesundheit und Trauma. Es soll an die Toten und ihre Namen erinnern und den Überlebenden ermöglichen, glücklich (mit den Toten) zu leben. Junge Menschen aus Ruanda mit Verlusterfahrungen sollen sich auf einen inneren Weg begeben und ihre Seelen wieder aufbauen – oder nicht. Verwirrung umgibt sie und sie müssen jeden Tag Identitätskrisen überwinden.
Der von ihr produzierte Film Father’s Day des Regisseurs Kivu Ruhorahoza über Eltern und Kinder, Traumata und Bindungen hatte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen Berlin 2022 in der Sektion Encounters. Er wurde mit einem Budget von nur 50.000 Dollar realisiert und hoch gelobt.
Dida Nibagwire fungierte als Casting-Direktorin und technische Beraterin für die Verfilmung von Gaël Fayes Roman Petit Pays (2020) unter der Regie von Eric Barbier. Des Weiteren war sie als Co-Produzentin beim Dokumentarfilm Le silence des mots beteiligt, bei dem Michael Stancke und Gaël Faye gemeinsam Regie führten.
Beim Festival von Avignon inszenierte sie 2025 gemeinsam mit Frédéric Fisbach Gahugu Gato, die Geschichte einer nach Burundi ins Exil getriebenen Familie aus der Sicht eines Kindes. Das Stück beruht ebenfalls auf dem Roman Petit Pays von Gaël Faye. Es wurde, anlässlich des dreißigsten Jahrestags des Völkermordes, bereits im April 2024 in Ruanda aufgeführt. Wesley Doucette von der Broadwayworld urteilte, dass hier auf eine behutsame Weise eine erschütternde Geschichte erzählt würde. Moderner Tanz und eine exzellente Live-Band würden der Aufführung emotionale Tiefe, Atmosphäre und auch erzählerischen Schwung geben. Den Darstellern sei es gelungen, auch die textlichen Inhalte lebendig und leichtfüßig zu gestalten und die Aufmerksamkeit des Publikums durchgehend zu fesseln.
Filmografie Als Schauspielerin
2012: Behind the World (Kurzfilm) 2017: Ptaki spiewaja w Kigali / Birds are Singing in Kigali 2020: Petit Pays / Small Country: An African Childhood
Als Produzentin
2016: A Place for Myself (Kurzfilm) 2018: Icyasha 2022: Father's Day 2024: Didy (mit José-Michel Buhler, Nathalie de Mareuil) 2025: Minimals in a Titanic World angekündigt: The Battle of Bisesero
Weblinks
Dida Nibagwire bei africine.org
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Dramaturg Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Person (Kigali) Kategorie:Ruander Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau