Jennifer Guerra (* 1995 bei Brescia) ist eine italienische Journalistin und Schriftstellerin, die zu Feminismus, Geschlechterfragen, LGBTQ+-Rechten und sozialer Gerechtigkeit arbeitet.
Leben Guerra wurde 1995 in der Provinz Brescia geboren und begann 2018 regelmäßig für verschiedene Medien zu schreiben. Seit 2020 ist sie in Italien Berufsjournalistin; nach einem Volontariat bei The Vision arbeitete sie freiberuflich. Ihre Texte erschienen in Medien wie L’Espresso, 7, La Stampa, Fanpage.it und The Vision; für The Vision war sie auch als Redakteurin tätig und betreute den feministischen Podcast AntiCorpi. 2022 nahm Forbes Italia sie in der Kategorie Medien in die Liste Under 30 2022 – Media Italia auf.
Wirken Guerra beschäftigt sich journalistisch mit Feminismus, Abtreibung und reproduktiven Rechten, Anti-Choice- und Anti-Gender-Gruppen, weiblicher Erwerbsarbeit sowie LGBTQ+-Themen. Im Jahr 2020 veröffentlichte sie für The Vision eine Recherche über italienische „Friedhöfe für Föten“, in der sie rund fünfzig entsprechende Areale und Register dokumentierte. Ihr erstes Buch Il corpo elettrico. Il desiderio nel femminismo che verrà („Der elektrische Körper. Das Begehren im kommenden Feminismus“, 2020) behandelt Körper, Begehren, Bewusstwerdung, Gender Studies, Sexualerziehung sowie die Einbeziehung transsexueller und nichtbinärer Menschen in feministische Debatten. In Il capitale amoroso. Manifesto per un Eros politico e rivoluzionario („Das Liebeskapital. Manifest für einen politischen und revolutionären Eros“, 2021) kritisierte sie romantische und kapitalistisch geprägte Liebesvorstellungen und thematisierte gemeinschaftliche und politische Formen von Liebe. Mit Un’altra donna („Eine andere Frau“, 2023) setzte sie sich mit der historischen und philosophischen Konstruktion des weiblichen Geschlechts auseinander, während Il femminismo non è un brand („Feminismus ist keine Marke“, 2024) die Kommerzialisierung, Institutionalisierung und Markenlogik feministischer Sprache kritisierte.Guerra, J. (2024). Il femminismo non è un brand. Turin: Einaudi. ISBN 9788806260330. 2025 veröffentlichte sie mit La fabbrica di bottoni („Die Knopffabrik“) einen kurzen Roman über eine junge Arbeiterin im Padua der späten 1960er-Jahre und deren Begegnung mit feministischer Selbsterfahrung. 2026 veröffentlichte sie gemeinsam mit Rosi Braidotti und Giorgia Serughetti Giù le mani dal femminismo („Hände weg vom Feminismus“), das die reaktionäre Aneignung feministischer Begriffe thematisiert. In einem Interview über Feminismus in Italien beschrieb Guerra 2026 Differenzfeminismus, transfeministisch-queeren Feminismus und Netzfeminismus als wichtige Strömungen und nannte Gewalt gegen Frauen als ein Thema, das diese Strömungen verbindet.
Einzelnachweise
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