Karl Franz Theodor Schulz (* 30. Mai 1902 in Bad Nauheim; † 23. April 1978 in Benz, Holstein) war ein deutscher Jurist und Kunstmaler.

Laufbahn alternativtext=Hans Frank mit hochrangigen Spitzenbeamten seiner Administration|mini|Hans Frank mit hochrangigen Spitzenbeamten seiner Administration

Ab Juni 1927 war er in Berlin in der Finanzverwaltung des Reichswirtschaftsministeriums tätig. Von 1939 bis 1945 war er im Generalgouvernement zunächst Leiter der Abteilung I (Organisation, Personal, Haushalt) der Generaldirektion der Monopole und ab 1. Mai 1942 Leiter des Tabakmonopols in Krakau Auflistung der Mitarbeiter des Tabakmonopols. In: Generalgouvernement Krakau, 31. August 1944. unter Hans Frank und Hermann Senkowsky. Seine Tätigkeit verbesserte die Einnahmesituation des Generalgouvernements deutlich, sodass die Administration unter Hans Frank unabhängig von finanzieller Unterstützung aus Berlin wurde. Er war laut Dienstagebuch des Generalgouverneurs an Besprechungen mit Hans Frank zum Einsatz des Polizeihilfsdienstes beteiligt. Die polnischen Mitarbeiterinnen in den Produktionsanlagen des Tabakmonopols unterlagen der Arbeitspflicht, die am 26. Oktober 1939 von Hans Frank eingeführt wurde.

mini|Selbstbildnis 1948 unter Tarnidentität. Unten links Inschrift „Quo usque tandem“ - wie lange noch?

Nach dem Krieg lebte er von 1945 bis 1949 unauffällig in Grießem. Seine Tarnung war Kunstmaler, und als solcher umging er die Entnazifizierung.Einstellungsbescheid Entnazifizierung Theodor Schulz. Entnazifizierungs-Ausschuss der Stadt Hannover, 23. November 1948.

Am 25. April 1949 nahm er eine Tätigkeit als Referent in der Zollleitstelle Bad Homburg an. Zum 1. Januar 1951 erfolgte die Beförderung zum Regierungsdirektor, zeitgleich begann seine Tätigkeit im Bundesfinanzminsterium in Bonn. Vom 1. Juli 1957 bis zum 31. Juli 1967 war er Bundesrichter, seit dem 27. März 1963 Senatspräsident am Bundesfinanzhof in München. An der Kabinettssitzung zur Ernennung als Bundesrichter nahm auch Hans Globke teil.

Im Jahr 1957 veröffentlichte Schulz mit Richard Zimmermann Der Veredelungsverkehr – Handbuch und Kommentar, das als Standardwerk zum Zollrecht gilt.

Leben Theodor Schulz entstammt einer Juristenfamile. Der Vater Friedrich Schulz und der Großvater Theodor sen. waren beide Richter am Landgericht Darmstadt. Der Urgroßvater war Karl Ferdinand Schulz.

Er war in erster Ehe ab 1929 mit Elisabeth, geb. Collatz (11. März 1900–1957), aus Darmstadt verheiratet, vier Kinder, in zweiter Ehe ab 1957 mit Hildegard, geb. Müller (1923–2023), aus Stolp, keine Kinder.

In der Berliner Zeit lebte die Familie in der Waldstraße 34 in Johannisthal in Nachbarschaft mit Familie Grzimek.

Veröffentlichungen Organsation, Personalführung, Haushalt und zentrale Betriebsprüfung der Generaldirektion der Monopole. In: Das Generalgouvernement 1941 / Folge 10 / 11 S. 9ff. Frühlingsmorgen in den Beskiden - im Besitz des Instituts für deutsche Ostarbeit in Krakau. In: Illustrirte Zeitung Leipzig Nr. 4986, 16. Oktober 1941. S. 255: ganzseitige Farbabbildung eines Gemäldes (abebooks.de) mit Richard Zimmermann: Der Veredelungsverkehr Handbuch und Kommentar. Arbeitsgemeinschaft der Verlage Otto Reichl und Deutscher Wirtschaftsdienst GmbH, Köln 1957. Bilder und Gedichte. Stuve-Druck, Eutin 1976.

Ausstellungen mini|"Blick auf Krakau von Czyzyny" - Aquarell aus Ausstellung "Deutsche Künstler sehen das Generalgouvernement" Deutsche Künstler sehen das Generalgouvernement. Kunstausstellung des Generalgouvernements Krakau 1941, 22. März - 15. April (vertreten mit 4 Werken, 1 Abb. im Katalog "Frühlingsmorgen in den Beskiden") Deutsche Künstler sehen das Generalgouvernement. Kunstausstellung des Generalgouvernements Krakau 1942, 31. Oktober - 15. Dezember (vertreten mit 12 Werken, 1 Abb. im Katalog "Sonnenblumen in Galizien") Sonderausstellung mit Gemälden von Curt Rothe, Zakopane, und Theodor Schulz, Krakau. Deutsche Buchhandlung Alfred Fritsche, Krakau. Juni 1944 (PDF) In: Warschauer Zeitung, 25. Juni 1944.

Literatur Fritz Löffler: Der Maler Theodor Schulz. In: Das Generalgouvernement 1943 / Heft 4 S. 34ff. (Artikel über drei Seiten mit fünf Abbildungen seiner Gemälde)

Einzelnachweise

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