Saskia Schuppener (* 1976) ist eine deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Sonderpädagogin. Sie ist Professorin an der Universität Leipzig, leitet das Institut für Förderpädagogik und bekleidet die Professur für Inklusive Bildung und Partizipation im Kontext Geistiger Behinderung.
Leben Schuppener studierte von 1995 bis 2000 an der Justus-Liebig-Universität Gießen Diplom-Pädagogik mit Schwerpunkt Heil- und Sonderpädagogik, Diplom-Psychologie und Sonderschullehramt und promovierte dort über Selbstkonzept und Kreativität von Menschen mit geistiger Behinderung. Nach wissenschaftlichen, schulischen und hochschuldidaktischen Tätigkeiten wurde sie 2007 an die Universität Leipzig berufen, übernahm Gastprofessuren an der Universität Wien und erhielt 2022 einen Ruf auf eine W3-Professur an der Universität Erfurt.
Wirken Schuppener arbeitet zu inklusiver Bildung, partizipativer Forschung, Behindertenstudien, Leichter Sprache, inklusionsorientierter Hochschulentwicklung, Ableismus, Autonomie und freiheitseinschränkenden Maßnahmen.
Im Projekt Leichte Sprache im Arbeitsleben (LeiSA) ging es darum, kommunikative Barrieren im Arbeitsalltag von Menschen mit Lernschwierigkeiten zu verringern und diese als Ko-Forschende einzubeziehen. Studienergebnisse aus dem Projekt betonten, dass gute Kommunikation in Leichter Sprache nicht allein von festen Regelwerken abhängt, sondern von Zielgruppe, Funktion, Inhalt, Nutzungssituation und Gestaltung.
Das von Schuppener und Anke Langner geleitete Projekt QuaBIS – Qualifizierung von Bildungsfachkräften in Sachsen wurde 2020 mit dem Innovationspreis Weiterbildung 2020 des Freistaats Sachsen ausgezeichnet. Aus QuaBIS entstand der Freiraum für inklusive Lehre, Forschung und Transfer (FriLeFT), der partizipative Lehr-, Forschungs- und Transferformen an sächsischen Hochschulen und in der Arbeitswelt bündeln und etablieren soll. Als Vorstandsmitglied von EUCREA engagiert sie sich im Bereich Kunst und Inklusion und setzt sich für Diversität im Kunst- und Kulturbetrieb sowie die Öffnung von Kunsthochschulen ein.
Veröffentlichungen (Auswahl) Schuppener, S. (2005). Selbstkonzept und Kreativität von Menschen mit geistiger Behinderung. Verlag Julius Klinkhardt. ISBN 978-3-7815-1390-7. Buchner, T., Koenig, O., & Schuppener, S. (Hrsg.). (2016). Inklusive Forschung: Gemeinsam mit Menschen mit Lernschwierigkeiten forschen. Verlag Julius Klinkhardt. ISBN 978-3-7815-2079-0; https://doi.org/10.35468/9783781554627. Goldbach, A., Hauser, M., Schuppener, S., Leonhardt, N., van Ledden, H., & Bergelt, D. (2022). Social responsibility in the context of inclusive higher education development – experiences and insights from the perspective of participatory teaching. International Journal of Sustainability in Higher Education, 23(4), 799–814. https://doi.org/10.1108/IJSHE-04-2021-0140. Schuppener, S., Leonhardt, N., & Kruschel, R. (Hrsg.). (2023). Inklusive Schule im Sozialraum: Entwicklungsprozesse durch Kooperation und Interprofessionalität in herausfordernder Lage. Springer VS. ISBN 978-3-658-42157-1; https://doi.org/10.1007/978-3-658-42158-8.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Frau