Der Goldkronen-Mistelfresser (Dicaeum anthonyi) ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).

Der Vogel ist endemisch auf Luzon in den Philippinen.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit dem Feuerkronen-Mistelfresser (Dicaeum kampalili) angesehen, unterscheidet sich aber von diesem durch den gelben Scheitel und Steiß sowie die gelbliche Unterseite.

Das Verbreitungsgebiet umfasst feuchten, gern bemoosten Wald, Wolken- und Nebelwald oberhalb von 800 bis mindestens 2000 m. ü. M., bevorzugt werden blühende und fruchttragende Bäume.

Der Artzusatz bezieht sich auf Alfred Webster Anthony (1865–1939).

Merkmale Der Vogel ist 9–11 cm groß und wiegt 10–13 g, ein kleiner Mistelfresser mit relativ kurzem Schwanz. Das Männchen ist glänzend schwarz an der Oberseite mit hell gelb-orangem Scheitel. Stirn, Zügel und Ohrdecken sind schwarz mit nur leichtem Glanz, Nacken, Mantel, Rücken, Bürzel, Oberschwanzdecken und Flügeldecken sind schwarz mit deutlichem bläulich-grünem Glanz. Die Hand- und Armschwingen sowie Steuerfedern sind braun bis schwarz. Die Flügelränder und Innenfahnen der Handschwingen sind weiß. Kehle, Kinn und Brustoberseite sind weiß, unterer Brustbereich und Unterseite sind blass olivfarben bis gelblich-braun, die Unterschwanzdecken sind heller gelb-orangefarben. Weibchen sind oliv bis gelboliv an Kopf und Oberseite, Stirn und Zügel sind grau. Kinn und Kehle sind weißlich, Brust, Unterseite bis Unterschwanzdecken sind gelblich bis gelb-olivfarben. Der kräftige Schnabel ist schwarz, die Beine schwärzlich und die Iris dunkelbraun.

Das Männchen ist charakteristisch, aber das Weibchen kann mit dem Zweifarben-Mistelfresser (Dicaeum bicolor) verwechselt werden, der meist in niedrigeren Höhenlagen zu finden ist. Die Art unterscheidet sich jedoch durch den durchgehend schwarzen kräftigeren Schnabel und ist an der Unterseite gelblicher.

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.

Stimme Der Gesang wird als sehr hochtöniges Zischen oder Trillern beschreiben „tsirip“ oder „siriririp“, sehr kurz aber nach wenigen Sekunden wiederholt.

Lebensweise Die Art ist vermutlich ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Früchten, wohl auch Pollen und Nektar. Die Brutzeit ist nicht bekannt.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur R. C. McGregor: Prionochilus anthonyi. In: The Philippine Journal of Science, Band 9, S. 531, 1914, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF Species Updates IOC Version 15.1 R. A. Cheke, J. del Hoyo, N. Collar, C. Mann, A. Bonan Barfull, G. M. Kirwan und P. C. Rasmussen: Yellow-crowned Flowerpecker (Dicaeum anthonyi), version 1.0. In: S. M. Billerman und N. D. Sly (Herausgeber): Birds of the World. 2023, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicaeum anthonyi J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026

Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier Luzons