Dineo Seshee Bopape (* 1981 in Polokwane) ist eine südafrikanische Installations-, Video- und Medienkünstlerin. Ihre Arbeiten nutzen Erde, Ton, Wasser, Klang, Bewegtbild und organische Materialien und befassen sich mit Themen wie Erinnerung, Zugehörigkeit, Spiritualität, kolonialer Gewalt und afrodiasporischer Geschichte.
Leben Dineo Seshee Bopape lebt und arbeitet in Johannesburg. Sie verbrachte ihre Jugend in Limpopo und ging später nach Durban, wo sie Malerei und Skulptur am Durban Institute of Technology studierte. 2007 schloss sie das Programm De Ateliers in Amsterdam ab, 2010 erwarb sie einen Master of Fine Arts an der Columbia University in New York. Bereits vor ihren größeren internationalen Ausstellungen erhielt sie 2008 den MTN New Contemporaries Award und 2010 den Toby Fund Award der Columbia University.
Wirken Bopapes Werk umfasst Skulptur, Zeichnung, Video, Klang und raumgreifende Installationen, wobei sie oftmals Erde, Kohle, Asche, Ton und Wasser als symbolisch aufgeladene Materialien nutzt. In der Installation sa ____ ke lerole, (sa lerole ke ___) von 2016 füllte eine verdichtete Erdfläche den Ausstellungsraum und deutete Körperlichkeit, Abwesenheit und Gewalt an. Im Jahr 2017 erhielt sie den Sharjah Biennial Prize und wurde als Gewinnerin des mit 100.000 US-Dollar dotierten Future Generation Art Prize ausgezeichnet. Im selben Jahr erwarb die Contemporary Art Society auf der Frieze London ihre Installation Sedibeng, it comes with the rain von 2016 für die Towner Art Gallery in Eastbourne. Das Werk besteht aus abstrakten Metallfiguren, Amuletten, Kräuterbeuteln und einer Diaprojektion, in der Hände Ton formen. Für Lerole: Footnotes (the struggle of memory against forgetting) arbeitete Bopape mit Adobe-Ziegeln, Erde, Sand, Holzkohle, Asche, Oxidpigmenten, Goldblatt, Duft und Klang. Die Installation erinnerte an antikoloniale Aufstände und Widerstandsakte gegen europäische Invasionen in Afrika zwischen dem 15. und dem frühen 20. Jahrhundert. 2019 gehörte Bopape neben Tracey Rose und Mawande Ka Zenzile zu den Künstlern des südafrikanischen Pavillons der 58. Biennale von Venedig. In ihrer Ausstellung Ile aye, moya, là, ndokh…harmonic conversions…mm am Institut für zeitgenössische Kunst der Virginia Commonwealth University stellte sie 2021 einen Zusammenhang zwischen Bodenproben, Wasserbilder, Klang und Skulptur und Orten in Virginia, Louisiana, Senegal, Ghana und Südafrika her, die mit Versklavung und ihren Nachwirkungen verbunden sind. Die Ausstellung kann als Form des Erinnerns interpretiert werden, in der Boden, Wind, Wasser, Klang und Körperabdrücke die Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels nicht dokumentarisch nacherzählen, sondern als fortwirkende materielle und spirituelle Gegenwart erfahrbar machen. 2021 war sie eine der sechs gemeinsam ausgezeichneten Gewinner des Artes Mundi 9 Prize. 2022 widmete ihr der Pirelli HangarBicocca in Mailand mit Born in the first light of the morning [moswara’marapo] ihre erste Einzelausstellung an einer italienischen Institution. 2023 zeigte das Museum of Modern Art in New York mit Projects: Dineo Seshee Bopape ihre erste Einzelausstellung in einem New Yorker Museum, deren zentrales Werk Lerato laka le a phela le a phela le a phela/My love is alive, is alive, is alive von 2022 Meeresbilder, Gesang, Wasser, Steine und Erde einsetzte.
Einzelnachweise
Kategorie:Installationskünstler (Südafrika) Kategorie:Videokünstler (Südafrika) Kategorie:Südafrikaner Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Frau