Paul Hull Julian (* 25. Juni 1914 in Chicago, Illinois; † 5. September 1995 in Van Nuys, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Cartoonanimator und Maler. Er ist vor allem als "Stimme" der Zeichentrickfigur des Road Runner der Warner Brothers-Studios bekannt geworden, da eine Aufnahme aus dem Jahr 1949, in der er den charakteristischen "Ruf" ("Beep-Beep!") der Figur auf Band sprach, seit damals bis in die Gegenwart (2026) routinemäßig in jedem Cartoon, in dem die Figur auftritt, als Soundeffekt verwendet wird, um ihren Ruf (den einzigen Laut, den sie abgibt) zu intonieren.
Leben und Tätigkeit mini|hochkant=1.2 |Ausschnitt aus Julians Wandgemälde "Orangenernte" von 1942 im Hauptpostgebäude von Fullerton, Kalifornien.
Julian wuchs im US-Bundesstaat Illinois auf.
In den 1930er- und 1940er-Jahren schuf er zahlreiche Wandgemälde in Kalifornien, die als Teil der New-Deal-Initiative der US-Regierung Bestandteil von Projekten zur Verschönerung des öffentlichen Raums waren. Das wahrscheinlich bekannteste dieser Werke ist das Wandgemälde "Orangenernte" (Orange Picking), das das Innere der Hauptpoststelle von Fullerton ziert. Die von ihm ausgeführten Wandgemälde basieren auf der Petrachrom-Technik, bei der 24 verschiedene Farbtöne zum Einsatz ommen.
Im Oktober 1939 erhielt er eine Anstellung als Layout- und Hintergrundkünstler bei dem Cartoonstudio von Leon Schlesinger in Los Angeles, das zu dieser Zeit Cartoons der Warner Brothers Studios als Zulieferer anfertigte.
Parallel zu seiner Arbeit als Cartoon-Animator fertigte er Wandgemälde.
Nachdem Schlesingers Studio in den 1940er Jahren in ein eigenes Studio von Warner Brothers (Warner Bros. Cartoons) eingegliedert wurden, erhielt Julian 1945 eine Anstellung bei diesem. Während seiner Zeit bei Warner Brothers war er die meiste Zeit der "Unit" des Regisseurs Fritz Freleng (einer von vier festen Units unter verschiedenen Regisseuren, die laufend Cartoon-Kurzfilme für Warner Brothers zur Veröffentlichung in Kinos anfertigten) zugeteilt. Für diese fertigte größtenteils farbige Hintergrundbilder für Cartoons der Kurzfilm-Reihen Sylvester und Tweety, Daffy Duck und Bugs Bunny an, auf denen die von anderen Künstlern aufgelegten Folien mit den aktiven Animationselementen (v. a. Figuren, Fahrzeuge usw.) aufgelegt wurden. Er schuf dabei vor allem modernistische Großstadtszenen.
Während seiner Zeit bei Warner Brothers entwickelte Julian die Gewohnheit, wenn er eilig sperrige Gemälde durch die Korridore des Cartoonstudios trug, um sie in einem anderen Arbeitsraum abzuliefern, Personen, die ihm im Weg standen, durch den lautmalerischen Ruf "Beep-Beep!" (der das Bimmeln von Fahrzeughupen nachahmte) auf sein Kommen aufmerksam zu machen, um sie zu veranlassen, ihm Platz zu machen. Der Regisseur Chuck Jones wurde zufällig auf Julians Ruf aufmerksam, während er 1949 die neue Cartoon-Reihe Road Runner und Coyote entwickelte, für die er auf der Suche nach einem passenden Soundeffekt war, den man für die Figur des Road Runners – eines nicht-sprechenden Laufvogels, der nur gelegentlich einen stereotypen Laut absondern sollte – verwenden könnte. Er ließ Julian seinen Ruf daher in ein Aufnahmegerät sprechen, wobei die Aufnahme anschließend von dem Techniker Treg Brown etwas beschleunigt wurde. Die so produzierte Aufnahme wurde in dem ersten Cartoon der Road Runner und Coyote-Reihe "Fast and Furry-ous" als Ruf des Road Runners benutzt und wurde sofort zum akustischen Markenzeichen der Figur. Sie wurde anschließend in allen klassischen Cartoons der Reihe aus den 1950er- und 1960er-Jahren verwendet und ist überhaupt von 1949 bis in die Gegenwart (2026) als kleine Tradition der Warner Brothers-Cartoon-Studios als Soundeffekt aus der Konserve ausnahmslos in jedem Zeichentrickkurzfilm und Cartoon-Spielfilm, in dem der Road Runner auftritt, verwendet worden, um den Ruf, den die Figur kurz abgibt, bevor sie uneinholbar davonschnellt, zu intonieren.
In späteren Jahren schuf Julian als Ausstattungskünstler für Filmproduktionen unter anderem Szenenhintergründe für Filme des Regisseurs Roger Corman, wie Dementia 13 und The Terrors.
Literatur Michael Barrier: Hollywood Cartoons: American Animation in its Golden Age, Oxford University Press, 1999, S. 495.
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