Sonny Rollins: Road Shows, Volume 3 ist ein Musikalbum von Sonny Rollins. Die zwischen 2001 und 2012 in Saitama, Toulouse, Marseille, Marciac und St. Louis entstandenen Aufnahmen erschienen 2014 auf Rollins’ Label Doxy in Kooperation mit Okeh Records.
Hintergrund Rollins gründete 2006 sein eigenes Label Doxy und veröffentlichte ab 2008 im Rahmen seiner „Road Shows“-Reihe Konzertaufnahmen aus seinem umfangreichen persönlichen Archiv. Der erste Teil, 2008 erschienen, enthielt Live-Tracks aus fast 30 Jahren, während Teil 2 (2011) sein Konzert zum 80. Geburtstag im New Yorker Beacon Theatre am 10. September 2010 in den Mittelpunkt stellte und um zwei Titel ergänzte, die bei Konzerten der folgenden Japantournee entstanden waren.
Road Shows Volume 3 enthält Mitschnitte von sechs Konzerten des Saxophonisten, die zwischen 2001 und 2012 auf drei Kontinenten stattfanden. Die Besetzung variiert zwar, aber im Kern besteht Rollins’ Stammband aus Bob Cranshaw am Bass, Clifton Anderson an der Posaune, während der Pianist Stephen Scott oder einer der Gitarristen Bobby Broom und Peter Bernstein, einer der Schlagzeuger Kobie Watkins, Perry Wilson, Steve Jordan und Victor Lewis sowie die Perkussionisten Kimati Dinizulu und Sammy Figueroa auf ausgewählten Stücken zu hören sind. Neben seinen Eigenkompositionen – darunter „Don’t Stop the Carnival“ vom gleichnamigen Rollins-Album von 1978 – interpretierte der Saxophonist zwei Standards, „Someday I’ll Find You“ von Noël Coward und „Why Was I Born?“ von Oscar Hammerstein II und Jerome Kern.
Rollins’ langjähriger Mitarbeiter, Co-Produzent und Toningenieur Richard Corsello, hat die Anfänge und Enden der Stücke mithilfe von Applausspuren miteinander verschmelzen lassen. Als Quellen dienten ihm Bänder aus den Mischpulten und Aufnahmen, die er mit einem portablen 24-Kanal-Pro-Tools-System gemacht hatte. Mastering-Ingenieur Allan Tucker konnte die „enormen Unterschiede“ der Mischpult-Bänder ausgleichen.
Titelliste Sonny Rollins: Road Shows, Volume 3 (Doxy Records – 88843049982, Okeh – 88843049982) Biji 8:32 Someday I’ll Find You (Noël Coward) 15:19 Patanjali 12:26 Solo Sonny 8:31 Why Was I Born? (Hammerstein/Kern) 23:39 Don’t Stop the Carnival 4:22
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Sonny Rollins.
Aufnahmedaten der Stücke Aufgenommen am 11. November 2001 im Kulturzentrum der Stadt Saitama, Saitama, Japan Aufgenommen am 15. Mai 2006 in der Halle aux Grains, Toulouse, Frankreich Aufgenommen am 25. Juli 2012 im Palais Longchamp, Marseille, Frankreich Aufgenommen am 19. September 2009 im Blanche M. Touhill Performing Arts Center, St. Louis, Missouri, USA Aufgenommen am 11. August 2007 im Le Chapiteau, Marciac, Frankreich Aufgenommen am 25. Juli 2012 im Palais Longchamp, Marseille, Frankreich
Rezeption mini|Sonny Rollins in Newport (2008) Steve Leggett verlieh dem Album in Allmusic dreieinhalb Sterne und schrieb, mit seinem geschmeidigen Ton, seiner klaren Artikulation und seiner Bereitschaft, die Dinge in unerwartete Gefilde auszudehnen, sei Sonny Rollins schlichtweg einer der besten Jazz-Saxophonisten seiner Generation gewesen, und auch wenn er nicht so experimentierfreudig und abenteuerlustig war wie beispielsweise John Coltrane, so war er doch nicht weniger einflussreich, und Mitte der 1950er Jahre gab es im gesamten Jazz keinen konstanteren Musiker – eine Entwicklung, die auch ein Jahrzehnt und ein paar Monate später, im 21. Jahrhundert, weiterhin Gültigkeit besitze. „Rollins ist natürlich Rollins“, und sein Spiel sei nach wie vor ein Schatz, insbesondere angesichts der vielen Musiker der ersten Bebop-Generation, die inzwischen ihr Leben verloren haben. Rollins’ Jazzkarriere erstrecke sich mittlerweile über ein halbes Jahrhundert, und die Tatsache, dass er [zu dieser Zeit] immer noch aktiv war und Aufnahmen machte, unterstrichen die Größe dieses Albums umso mehr.
„Unser größter lebender Jazzmusiker hat in den letzten Jahren nicht viele herausragende Alben veröffentlicht“, und umso wichtiger seien die ersten beiden Ausgaben von „Road Shows“ aus den Jahren 2008 und 2011 gewesen, meint Thomas Conrad in JazzTimes. Sie hätten den bisher unveröffentlichten Beweis geliefert, dass Gerüchte und Legenden stimmten: dass Sonny Rollins’ Konzerte an manchen magischen Abenden, „wenn ihn die Muse küsste“, (um es mit den Worten des Kritikers Gary Giddins zu sagen) „musikalischen Séancen, die den Jazz transzendierten“, werden konnten. Volume 3 biete die klarste und ausgewogenste Klangqualität aller Road-Shows-Alben. Es klinge wie ein einziges Konzert – „ein Konzert für die Ewigkeit“.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2014 Kategorie:Livealbum Kategorie:Sonny Rollins