Gabriela González Ortuño (* 24. Oktober 1982 in Mexiko-Stadt) ist eine an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) tätige Wissenschaftlerin in den Bereichen Lateinamerikastudien, Geschlechterforschung und feministische Theorie. Ihre Forschung befasst sich mit lateinamerikanischen Feminismen, dekolonialer Kritik, Technologiefragen und politischen Theologien.

Leben und Wirken González Ortuño erwarb an der UNAM einen Abschluss in Politikwissenschaften und öffentlicher Verwaltung sowie einen Master- und Doktorgrad in Lateinamerikastudien. Sie ist der Fakultät für Philosophie und Geisteswissenschaften der UNAM zugeordnet und arbeitet am Kolleg für Lateinamerikastudien. Im mexikanischen Nationalen System der Forschungsgemeinde ist sie für den Zeitraum von 2023 bis 2027 auf Niveau 1 im Bereich Geisteswissenschaften, Fachbereich Gender Studies, Disziplin Feminismus, Geschichte und Kultur tätig. In der Lehre ist sie mit dem Postgraduiertenstudium in Genderstudien der UNAM verbunden, wo sie in den Feldern theoretisch-methodologische Gender- und Feminismusstudien sowie Identitäten, Körper und Sexualitäten tätig ist.

Zu González Ortuños Forschungsschwerpunkten zählen feministische Epistemologien, Theorien des Feminismus, Körper und Politik, sexuelle Diversität, Identitätspolitiken, Gender und neue Technologien sowie technologischer Wandel. Am Kolleg für Lateinamerikastudien sind ihre Hauptlinien lateinamerikanische Feminismen, dekoloniale Kritik, Dekolonialität und Technologie, Datenkolonialität und politische Theologien. Eine ihrer Forschungsprojekte ist das Kritische Denken von Frauen in Lateinamerika und der Karibik (1870–1970). Zusammen mit Alejandra de Santiago Guzmán und Edith Caballero Borja gab sie 2017 bei CLACSO den Band Mujeres intelectuales: feminismos y liberación en América Latina y el Caribe heraus, der Denkerinnen und politische Traditionen feministischer Befreiung in Lateinamerika und der Karibik behandelt. Ihr Aufsatz Teorías de la disidencia sexual: de contextos populares a usos elitistas erschien 2016 in De Raíz Diversa und diskutiert die Verwendung von Queer-Theorie in Lateinamerika im Verhältnis zu lateinamerikanischen Theorien sexueller Dissidenz. In Los feminismos afro en Latinoamérica y El Caribe, tradiciones disidentes: del pensamiento anticolonial a la defensa de la tierra behandelte sie afro-lateinamerikanische und karibische feministische Traditionen vom antikolonialen Denken bis zur Verteidigung von Land und Territorium. In Los márgenes de los diálogos interreligiosos. El no ser religión veröffentlichte sie 2018 in Inter Disciplina einen Beitrag zu dekolonialen Perspektiven auf interreligiöse Dialoge. In Economía colaborativa, colonialidad de datos y mujeres racializadas analysierte sie 2022 digitale Vermittlungstechnologien der Plattformökonomie als Formen von Datenextraktivismus und Nord-Süd-Ausbeutung, die insbesondere die Arbeit rassifizierter Frauen betreffen. Ihr Kapitel Hacia un feminismo urbano popular: desde los feminismos del sur hacia la ciudad de cuidados erschien 2023 in Desigualdades, resistencias y derechos en Latinoamérica y el Caribe und entwickelt aus südlichen Feminismen und feministischem Urbanismus die Idee einer Stadt der Sorge. 2025 veröffentlichte sie bei der Universidad Nacional de General Sarmiento das Buch María Lugones: descolonización y alegría, in dem sie Lugones’ dekolonialen Feminismus als Kritik an Essentialismus, Reinheitsvorstellungen und identitären Grenzziehungen liest. Außerhalb enger akademischer Publikationsorte veröffentlichte González Ortuño auch kulturkritische Beiträge, darunter La lucidez sin dioptrías im Kulturbeileger Confabulario von El Universal.

Einzelnachweise

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