mini|Die Kirche „S mattia“ auf der Insel dei Conventi im Plan des Jacopo de’ Barbari, um 1500 (Detail) mini|Übersichtskarte mit den Kirchen auf Murano mini|Der Glockenturm (Campanile), 2017 San Mattia, auch San Matteo (Apostolo), hieß ein Komplex aus Kirche nebst Kloster im Osten der venezianischen Insel Murano, nämlich auf der Insel dei Conventi. Er ist nicht mit der Kirche San Maffio, auch San Matteo genannt, zu verwechseln, die auf der benachbarten Insel Navagero stand.

Geschichte Eine Gruppe von Religiosen soll der Überlieferung nach im Jahr 1155 eine erste Ansiedlung gegründet haben. 1229 wurde eine Kirche San Mattia Apostolo errichtet.

Am 14. Oktober 1243 siedelten sich zwei Kamaldulenser an, deren Namen Giovanni und Gerardo lauteten. Deren Kloster, von dem Bischof von Torcello, „Stephan Natalin“ überantwortet,Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil III,1, Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1791, S. 60. kam bereits 1249 unter päpstlichen Schutz. Papst Alexander IV. stattete es 1260 mit Indulgenzen aus.

Der vermögende Venezianer Marco de Rena überließ dem Kloster 1324 ein kleines von ihm gegründetes Oratorium nebst Hospiz (Santissima Trinità) neben dem klösterlichen Bauwerk, das die Mönche bis in die Zeit Napoleons unterhielten. Zwischen 1322 und 1344 gründeten die Mönche des Klosters mehrere, ihrem Haus unterstehende Klöster in Chioggia, Faenza, Bagnacavallo, Pesaro, Monte Rua und auf der Giudecca. Diese rechtliche Unterordnung bestätigte 1370 Papst Urban V. Ab 1363 sollte der Prior Lorenzo sogar für die Reformierung der Klöster im Dogat eintreten.

Die wirtschaftliche Tätigkeit des Klosters war so erfolgreich, dass eine eigene Anlegestelle mit Treppen (Fondamenta) nötig wurde. Am 30. Dezember 1383 räumte der Doge Antonio Venier dem Mönchen das Recht auf eine solche Konstruktion ein, auch um die Sicherheit der großen Besucherzahlen zu gewährleisten. 1387 wurde die Kirche dementsprechend renoviert. 1395 wählte der Adlige Angelo Condulmer die Kirche als letzte Ruhestätte. 1550 erfolgte ein zweiter Umbau.

Kamaldulenser unterhielten auch nach den Auflösungen von Kirchen, Klöstern und Orden durch Napoleon weiterhin eine Schule, doch die Bibliothek wurde aufgelöst, die Druckwerke verkauft. Jacopo Morelli konnte einige Handschriften und seltene Bücher für die Bibliothek von San Marco retten. Schließlich wurde die Kirche gänzlich, der Konvent teilweise abgerissen.

1850 kaufte Benedetta Dal Mistro die Ruinen, und es gelang ihr, die Bauten wieder so weit herzurichten, dass dort eine Scuola di Carità entstehen konnte. Die mittellosen Kinder wurden von den Suore maestre di Santa Dorotea unterrichtet. Dank des Erbes der Stifterin, die 1855 starb, konnte die Schule bis 1995 unterhalten werden. Seither stehen die Gebäude leer.Alessandro Gaggiato: Le chiese distrutte a Venezia e nelle isole della Laguna, Supernova, Venedig 2019, S. 300. Das Istituto Benedetta Dal Mistro stand 2016 mitsamt den benachbarten Sportanlagen zum Verkauf.Venezia, tre palazzi in vendita per diventare hotel. In Consiglio la delibera che toglie i vincoli pubblici su Palazzo Donà, area Dal Mistro e Villa Herion, La Nuova di Venezia e Mestre, 21. September 2016.

Literatur Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 624–628. (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil III,1, Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1791, S. 60. (Digitalisat)

Weblinks

Anmerkungen

Matteo Kategorie:Kirche auf Murano Kategorie:Murano Murano Kategorie:Zerstört im 19. Jahrhundert Kategorie:Klosterkirche in Italien Kategorie:Klostergründung 1155 Kategorie:Erbaut 1229 Kategorie:Ehemaliges Kamaldulenserkloster in Italien