Laghi (auch de Lacu oder Lacus) ist der Name eines Adelsgeschlechts aus Lugano im Kanton Tessin. Ein Zweig der Familie gelangte im 17. Jahrhundert nach Venedig und wurde 1661 in das Patriziat der Republik Venedig aufgenommen.Giuseppe Chiesi: Laghi. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Version vom 12. Mai 2009. Online: hls-dhs-dss.ch.
Geschichte Seit dem 13. Jahrhundert ist die Familie in Lugano sowie in Gandria und Caslano urkundlich belegt, zunächst unter dem latinisierten Namen de Lacu. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts zählte sie zu den einflussreichsten Familien des Borgo Lugano; ihre Angehörigen bekleideten politische Ämter, traten als Geistliche hervor und wirkten als Gelehrte und Chronisten.Gian-Alfonso Oldelli: Dizionario storico-ragionato degli uomini illustri del Canton Ticino. Francesco Veladini, Lugano 1807, S. 98. Online: books.google.com.
1530 kaufte Hauptmann Bartolomeo Laghi über einen Bevollmächtigten in Piacenza Zinseinkünfte auf Landgüter in Lamone.Verkaufsurkunde vom 29. Dezember 1530 (Piacenza). Archivio di Stato del Cantone Ticino (ASTi), Pergamene, Brentani Lugano e Valle 9. Online: asti.ti.ch. Ein Dokument vom 8. Oktober 1529 belegt ihn bereits als Auftraggeber einer Geldzahlung an dieselbe Hospitalverwaltung in Piacenza.Ricevuta e promessa di pagamento vom 8. Oktober 1529 (Venedig). ASTi, Pergamene, Brentani Lugano e Valle 9 (inserto). Online: web.archive.org.
Die Hauptlinie blieb im Tessin. Ein Zweig wanderte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Venedig aus und baute dort ein Vermögen im Handel mit Wollstoffen und Textilien auf. Im Krieg um Kreta öffnete die Republik Venedig das Patriziat für wohlhabende Bürgerfamilien, die bereit waren, den Kriegsaufwand finanziell mitzutragen (sog. Aggregazione). 1661 wurden die Laghi in den Großen Rat (Maggior Consiglio) aufgenommen und im Libro d’Oro verzeichnet.Gian-Alfonso Oldelli: Dizionario storico-ragionato degli uomini illustri del Canton Ticino. Francesco Veladini, Lugano 1807, S. 98. Online: books.google.com, mit Verweis auf Casimiro Freschot: La Nobiltà Veneta. 2. Auflage, Venedig 1707, S. 360. Online: archive.org.
Wappen Das Stammwappen der Tessiner Linie zeigt in Blau eine silberne Zinnenmauer mit Torturm, auf dem ein goldener Löwe schreitet. Nach der Aufnahme in den venezianischen Adel führte der dortige Zweig ein modifiziertes, geviertes Wappen.
Bekannte Namensträger Alessandro Laghi (* 1550 in Lugano; † 19. März 1613 in Linz). Er studierte in Pavia, Freiburg i. Br. und am Collegium Germanicum in Rom (1573–1580), promovierte 1580 in Philosophie und 1582 in Theologie. Ab 1576 Domherr in Basel und Archidiakon der Kathedrale von Como, ab 1581 Erzpriester von Lugano, ab 1584 apostolischer Protonotar. 1584–1586 und 1606 reiste er als Gesandter der katholischen Orte nach Rom. Ab 1586 lehrte er an der Universität Wien, war 1587 und 1589 deren Rektor und diente Erzherzog Ernst von Österreich als persönlicher Kaplan. Am 8. September 1587 ernannte ihn der Kaiser zum Abt des Zisterzienserstifts Wilhering; 1598 zwangen ihn Konflikte mit der Stiftsgemeinde zum Rücktritt. Nach päpstlich genehmigtem Ordenswechsel wurde er 1600 Abt von Garsten und am 21. Juli 1601 in Stift Kremsmünster eingeführt. Unter seiner Leitung stieg die Zahl der Eintritte deutlich, und das Stift baute eine bedeutende Bibliothek auf. Er beriet die Kaiser Rudolf II. und Matthias und gehörte 1606 zu den Gründern des Kapuzinerklosters Linz. Kaiserhof und katholische Orte setzten sich für seinen Kardinalshut ein; er starb 1613 in Linz, bevor die Ernennung erfolgte, und wurde in der Stiftskirche Kremsmünster beigesetzt.Pablo Crivelli: Laghi, Alessandro. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Version vom 20. Dezember 2006. Online: hls-dhs-dss.ch.Lacu, Alexander. In: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography). Version vom 27. Januar 2022. Online: zisterzienserlexikon.de.
Giovanni Battista Laghi (* 26. Oktober 1665 in Venedig; † 11. Februar 1730 in Split). Somasker-Ordenspriester (C.R.S.), Professor für Literatur und Philosophie. Ab 1720 Erzbischof von Spalato (Split).Archbishop Giovanni Battista Laghi. Catholic-Hierarchy.org. Online: catholic-hierarchy.org.Celestino Trezzini: Laghi. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 4, Paul Attinger, Neuenburg 1927, S. 579. Online: Digitalisat-PDF.
Literatur Giuseppe Chiesi: Laghi. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Version vom 12. Mai 2009. Online: hls-dhs-dss.ch. Pablo Crivelli: Laghi, Alessandro. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Version vom 20. Dezember 2006. Online: hls-dhs-dss.ch. Celestino Trezzini: Laghi. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 4, Paul Attinger, Neuenburg 1927, S. 579. Online: Digitalisat-PDF. Celestino Trezzini: Antonio Laghi. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 8 (Supplement), Paul Attinger, Neuenburg 1934, S. 100. Online: Digitalisat-PDF. Gian-Alfonso Oldelli: Dizionario storico-ragionato degli uomini illustri del Canton Ticino. Francesco Veladini, Lugano 1807, S. 98. Online: books.google.com. Casimiro Freschot: La Nobiltà Veneta. 2. Auflage, Venedig 1707, S. 360. Online: archive.org. Lacu, Alexander. In: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography). Version vom 27. Januar 2022. Online: zisterzienserlexikon.de.
Einzelnachweise
Kategorie:Schweizer Adelsgeschlecht Kategorie:Geschichte Venedigs