mini|hochkant|Wappen derer von dem Bongard bei Anton Fahne (nachkoloriert) Die Herren von dem Bongard (auch: Bongart, Bongardt, Bongarden, Bunghard, Baumgarten, Baumgarthen, Baumgarden; ital.: Bongardo, Mongardo; lat.: pomerio, promerio, pomeriis o. ä.), von dem Bongard zu Allrath oder von Schwarz-Bongard waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht mit Stammsitz auf dem Bongarder Hof zu Sinsteden in der heutigen Gemeinde Rommerskirchen. Der prominenteste Spross des Geschlechts war der Condottiere Hanneken von Baumgarten, der mit Hugh Mortimer de la Zouche die Compagnia della Stella gründete.
Die Literatur behauptet größtenteils, die Familie sei mit den von Bongart zu Paffendorf, den bergischen von Bongard, den von dem Bongard gt. von Bergerhausen und den von dem Bongard zur Heyden stammesverwandt. Außerdem sind die Schwarz-Bongard höchstwahrscheinlich eines Stammes mit den wappengleichen Herren von Norprath.Fahne (1848), S. 306
Etymologie Bis um 1950 hatten fast alle Bauernhöfe eine Obstwiese, einen Bungert bzw. Bongert, in der Nähe. Bungert bedeutet soviel wie Baumgarten (lat.: pomerio o. ä.). Daher nahm das Geschlecht den Namen.
Geschichte
Ursprung Die Herren von dem Bongard stammten von dem Bongarder Hof zu Sinsteden, den sie im 12. oder 13. Jahrhundert gründeten. Dort hatten sie ein festes Haus. Andere behaupten, die Familie stamme ursprünglich aus Rom. Diese Theorie beruht auf den römischen Legionen, die am Niederrhein ansässig waren und ihre Ergänzungstruppen aus den Baumgärten rings um Rom bezogen, jedoch lässt sich die Theorie durch das Wappen derer von dem Bongard widerlegen, da dieses aus dem Hochmittelalter stammt.
Der erste greifbare Angehörige des Geschlechts ist Wolff von dem Bongard, der 1179 auf dem Turnier zu Köln war. Ferner erschien Jobst von dem Bongard im Jahre 1209 auf dem Turnier zu Worms. Er hatte zwei Brüder: Godfried von dem Bongard war Ritter sowie Truchsess. Franz Christian von dem Bongard war in seiner Jugend bereits als miles strenuus, also „tapferer Ritter“, bekannt und starb 1230 als Minorit in Köln. Fahne schreibt Letzteren den Bongard zur Heyden zu. Scheinbar teilte sich das Geschlecht in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in die zuvor genannten Linien auf.
Verbreitung Alvardis, Witwe des Bruno von dem Bongard, verschenkte 1231 eine Rente bei Kaarst. Sibodo von Dötzdorf, dessen Sitz nah bei dem Bongarder Hof war, erschien als Zeuge. So vermutet Josef Schmitz, dass dieser Bruno den Schwarz-Bongard zuzurechnen ist. Somit wäre dieser der erste bekannte Angehörige dieser Linie. Dem entgegen rechnet Anton Fahne den eben genannten Bruno den Bongard zur Heyden mit Sitz in Laurenzberg bei Eschweiler zu und bezeichnet ihn als bergischen Schenk.
Erst 1302 erschien das erste sichere Familienmitglied der Schwarz-Bongard. Dies war Sibodo von dem Bongard, der 1343 als Schwiegersohn des Ritters Johann von Wegberg (Berke) auftrat. Außerdem war Sibodo im Jahre 1324 Zeuge für die Ritter von Hoeningen.
Der Condotierre, Gründer der Compagnia della Stella und Signore von Caraglio Hanneken von Baumgarten erschien erstmals im Jahre 1350 als Reiterführer in der Romagna. Er benannte seine Kompanie nach dem Stern, den er im Wappen führte und starb im Oktober 1375. Als Söldner führte er ein aufregendes Leben und befand sich unter anderem oft im Streit mit dem Papst.
Ferner sind Uickel und Wilhelm von dem Bongard im Jahre 1364 als Schwäger Godarts von Gluell (Gleuel?) belegt.
1422 trat die Alferad von dem Bongard auf, die Äbtissin des Klarissenklosters in Neuss war. Sie pachtete ab 1424 oder 1425 einen Hof zu Barrenstein; die dazugehörige Urkunde bezeugte unter anderem Adam von dem Bongard. Im demselben Kloster wurde Alveradis von dem Bongard im Jahre 1429 als Nonne erwähnt. Sie machte 1434 eine Stiftung mit dem Bruder Selis von Aaken, der in Köln Küster war. Ihre Schwester Lise von dem Bongard war im selben Kloster Andreasschwester. Noch 1452 wurde Letztere als ehemalige Äbtissin genannt.
Im Jahre 1386 erschien ein wahrscheinlich anderer Wilhelm von dem Bongard mit seiner Frau Ritka, seinem Bruder Werner und seinem Oheim Carselis von dem Bongard. mini|hochkant|Haus Mirweiler, Schildergasse 97, Zunfthaus der Brauer Die nächste Erwähnung des Geschlechts erfolgte im Jahre 1393 in der Kölner Kolumbapfarre. Ritter Johann von dem Bongard und seine Frau Lysa erhielten von den Eheleuten Gottschalk gt. von der Tafelrunden und Stina das Haus Mirweiler, welches später im Besitz derer von Brauweiler war.
Sybgin von dem Bongard verkaufte 1454 mit seinen Söhnen Adam und Werner den freien Hof zu Momysheim sowie den Hof, den ihnen die Eheleute Heinrich von Metternich und Catharina verkauften. Dies wurde auch von einem Pawin von dem Bongard besiegelt, der womöglich auch ein Sohn des Sybgin war.
Schließlich lässt sich folgende Stammliste rekonstruieren:Schleicher (1992), S. 357 ff.
Wappen Blasonierung: In Silber ein schwarzer Querbalken belegt von einem goldenen oder silbernen sechsstrahliger Stern. Auf dem Helm ein wachsender silberner Hunderumpf mit einem schwarzen Halsband, das von einem goldenen oder silbernen sechsstrahligen Stern belegt ist.
Das Wappen der Schwarz-Bongard wird oft als „newenrathsches Wappen“ bezeichnet. Mit Newenrath ist wohl nicht Neurath bei Grevenbroich gemeint, da das Wappen dieses Ortes wie folgt blasoniert ist: Schräglinks geteilt von Blau und Silber, oben drei goldene Lilien (2:1), unten ein schwarzes Deutschordenskreuz (Tatzenkreuz). Vielleicht ist das Wappen der Freiherren von Neurath gemeint, das auch einen Stern und Querbalken beinhaltet.Johann Andreas Tyroff: Wappenbuch des gesammten Adels im Königreich Würtemberg, Band 3, Hofagent Tyroff’sche Kunstverlagshandlung, Nürnberg 1847, S. 45 (digitale-sammlungen.de).
Ferner ist das Wappen der ehemaligen Gemeinde Oidtweiler an das der Schwarz-Bongard angelehnt, da diese dort einige Güter besaßen.
Literatur
Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 2 (Mappe 86–147; Betgenhausen–Brewer) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 60), Köln 1992, S. 357–370. Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 58–62. Arnold Robens: Der ritterbürtige landständische Adel des Großherzogthums Niederrhein: dargestellt in Wapen und Abstammungen, Band 1, M. Weiß, Aachen 1818, S. 245–257 (hhu.de). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten, Band 1 (A–K), Georg Joseph Manz, Regensburg 1860, S. 149 f. (Google Bücher). Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adels-Lexicon, Band 1 (A–D), Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1836, S. 277 (archive.org). Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden: Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 41–43 (hhu.de). Band 2, Heberle, Köln und Bonn 1853, S. 15 (hhu.de). Joseph Strange: Genealogie der Herren und Freiherren von Bongart, L. Schwann’sche Verlagshandlung, Köln und Neuss 1866, S. 1 f. (hhu.de).
Weblinks
Manfred Wimmers: Die Halfen vom Bongarder Hof in Rommerskirchen-Sinsteden auf wiki.genealogy.net, abgerufen am 22. Mai 2026.
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht