Duo Palindrome 2002 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton und Andrew Cyrille. Die 2002 bei einem Live-Auftritt an Braxtons Heimatuniversität, der Wesleyan University, entstandenen Aufnahmen erschienen auf zwei Compact Discs 2004 bei Intakt Records.
Hintergrund Der Holzbläser Anthony Braxton und der Schlagzeuger Andrew Cyrille hatten zuvor nur selten zusammen gespielt, etwa auf Marion Browns Afternoon of a Georgia Faun (1970) und Braxtons eigenem Tristano-Tributalbum (Eight (+3) Tristano Compositions 1989: For Warne Marsh).
Titelliste Anthony Braxton / Andrew Cyrille: Duo Palindrome 2002 (Intakt Records – Intakt CD 088) Duo Palindrome 2002 4:34 The Loop (Andrew Cyrille) 5:39 Interlacing 4:35 Celestial Gravity 2:48 Quickened Spirits 4:50 Effluence 4:24 Composition No. 310 (Anthony Braxton) 11:46 Ascendancy 11:36
Die Kompositionen stammen, soweit nicht anders vermerkt, von Andrew Cyrille und Anthony Braxton.
Anthony Braxton / Andrew Cyrille: Duo Palindrome 2002 (Intakt Records – Intakt CD 089) Water, Water, Water (Andrew Cyrille) 5:28 Dreams Alive ... Concretize 4:28 Excerpt from the Navigator (Andrew Cyrille) 4:55 Sound Relations 9:13 Composition No 311 (Anthony Braxton) 10:15 Dr. Licks (Andrew Cyrille) 7:30 A Musical Sense of Life (Anthony Braxton) 6:50
Die Kompositionen stammen, soweit nicht anders vermerkt, von Andrew Cyrille und Anthony Braxton.
Rezeption Anthony Braxton habe in nahezu jeder erdenklichen Situation aufgenommen, doch nach Ansicht von Jason Bivins (One Fional Note) klinge er immer noch am besten in Quartett- oder Duo-Besetzungen. Seine Zusammenarbeit mit dem Meister-Perkussionisten Andrew Cyrille habe viele Vergleiche mit seinen herausragenden Aufnahmen mit Max Roach aus den späten 1970er Jahren hervorgerufen (Birth and Rebirth (Black Saint), Two in One, hatOLOGY). Und auch wenn diese Sessions nicht ganz dieses Niveau erreichen würden, seien sie doch kraftvoll, intelligent und voller jener Leichtigkeit und Wärme, die viele Kritiker seit langem in Braxtons Musik vermisst hätten. Diese Aufnahmen seien voller Überraschungen und Vertrautheit, Härte und Verspieltheit, Konzentration und Irrwegen. Cyrille, der sich zwar in radikal freien musikalischen Kontexten seine Sporen verdient habe und vielleicht immer noch am besten in solchen Situationen zur Geltung komme, habe in den letzten Jahrzehnten aufgrund seiner Beteiligung an einigen progressiven kompositorischen Projekten an kritischem Ansehen gewonnen: seine unglaublich präzisen polyrhythmischen Muster in der Musik von Horace Tapscott und John Carter, seine eigenen zunehmend ambitionierten Kompositionen und John Lindbergs großartige kleine Ensembles. Seine Vorliebe für die Verschmelzung repetitiver Ordnung mit Freiheit würde Braxtons eigener jüngster Faszination für pulsbasierte, minimalistische Trance-Musik ähneln. Und auch wenn es nicht ganz so bedeutend sei wie einige seiner früheren Werke, so sei es doch ein Beweis dafür, dass sowohl Braxton als auch Cyrille nach wie vor großartige, provokative Musik machten.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2004 Kategorie:Livealbum Kategorie:Anthony-Braxton-Album