Valeska Soares (* 1957 in Belo Horizonte, Minas Gerais) ist eine brasilianische bildende Künstlerin, die bildhauerisch und installativ arbeitet. Ihre Arbeiten nutzen minimalistische und konzeptuelle Verfahren.
Leben Soares studierte Architektur an der Universidade Santa Úrsula in Rio de Janeiro, absolvierte ein Postgraduiertenstudium in Kunst- und Architekturgeschichte an der Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro und erwarb nach ihrem Umzug in die Vereinigten Staaten einen Masterabschluss am Pratt Institute in New York. Im Jahr 1992 zog sie nach Brooklyn, wo sie über Jahrzehnte lebte und arbeitete, bevor sie 2021 nach São Paulo zurückkehrte. Zu ihren Auszeichnungen zählen ein John Simon Guggenheim Memorial Fellowship (1996) und der Anonymous Was A Woman Award (2005), den sie als Installationskünstlerin erhielt.
Werk Soares’ künstlerisches Schaffen entwickelte sich aus der Skulptur und erweitert diese in raumbezogene Installationen, in denen die Betrachtenden durch Spiegelungen, Duft, Klang, Licht, vergehende Blumen, Flüssigkeiten, Bücher, Möbel und Alltagsobjekte körperlich und gedanklich einbezogen werden. Materialien wie Spiegel, Uhren, Glas, Bücher, Möbel und Pflanzen werden bei ihr zu Trägern von Erzählungen über Begehren, Intimität, Verlust, Erinnerung und Geschichte. Eine frühe Arbeit war Histórias, die 1998/1999 im Rahmen der Ausstellung Beyond the Monument am MetroTech Center in Brooklyn gezeigt wurde und über Kupferringe mit Buchtiteln die historische, literarische und mythische Vorstellung des Gartens aufgriff. 2003/2004 zeigte das Bronx Museum of the Arts die Ausstellung Follies, in der Vanishing Point, Detour und Fainting Couch präsentiert wurden; diese Arbeiten setzten auf eine minimalistische Gestaltung mit Licht, Wasser, Pflanzen, Duft und literarischen Verweisen.
Die Installation Detour nutzte verspiegelte Wände, deren leicht verschobene Stellung den Raum und die Betrachtenden in eine scheinbar endlose, gekrümmte Reflexion überführte. Fainting Couch kombinierte eine perforierte Edelstahlbank mit einem zarten Kissen und im Inneren verborgenen Stargazer-Lilien, wodurch der an sich sterile Raum industriell, sinnlich und erotisch aufgeladen wurde. Im Jahr 2015 zeigte das Jewish Museum in New York im Rahmen der Reihe Using Walls, Floors, and Ceilings die Arbeit Time Has No Shadows, eine Installation aus einem alten Teppich, poetischen Texten und hängenden Taschenuhren, die Zeit, Sprache, Migration und das frühere Wohnhaus der Familie Warburg umfasste.
Die Wanderausstellung Any Moment Now im Santa Barbara Museum of Art und im Phoenix Art Museum zeigte 2017/2018 etwa fünfzig Arbeiten aus zwei Jahrzehnten und gab eine Übersicht ihrer bislang entstandenen Installationen, Skulpturen, Videos und fotografischen Arbeiten. 2018 widmete ihr die Pinacoteca de São Paulo mit Entrementes eine Ausstellung von rund 40 Werken aus drei Jahrzehnten, deren Themen Subjekt und Körper, Erinnerung, Affekt sowie das Verhältnis von Raum, Zeit und Sprache waren. In dieser Ausstellung wurde auch For Ana (Monument) gezeigt, eine Installation, die auf Ana Mendieta verweist und in der zeitgenössischen brasilianischen Rezeption als Reflexion über weibliches Begehren, Schuld, Lust und Gewalt gelesen wurde. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington, D.C., dem Instituto Inhotim in Brumadinho, dem Los Angeles County Museum of Art, dem Museo Reina Sofía in Madrid und dem Museu de Arte da Pampulha in Belo Horizonte.
Weblinks
Website von Valeska Soares
Einzelnachweise
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